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Der Würzeffekt der Küchenkräuter hängt im wesentlichen
davon ab, ob zum richtigen Zeitpunkt geerntet wurde. Kräuter sollten an
trockenen Tagen geerntet werden. Zu vermeiden ist i.d.R. eine Ernte in der
Mittagshitze und abends, wenn Nebel und Feuchtigkeit aufziehen, da dadurch
erhebliche Qualitätsverluste auftreten können. Sehr viele Gewürzkräuterarten
verdanken ihre Nutzung und ihre Würzkraft ätherischen Ölen, die im Laufe der
Vegetationszeit im Pflanzengewebe gebildet und in bestimmten Zellen oder
interzellulären Räumen gespeichert werden. Zu Beginn der Vegetation ist der
Gehalt solcher Inhaltsstoffe meist gering. Häufig werden die höchsten
Gehaltswerte erst im Knospen- oder Blütenstadium erreicht. Vor allem für die
Konservierung sollten die Pflanzen erst in einem solchen Stadium geerntet
werden. Für den Frischverbrauch kann man zu jeder Zeit ernten, sobald die
Pflanzen die erforderliche Größe erreicht haben. Die Pflanzenteile werden mit
einem scharfen Messer oder mit der Sichel geschnitten.
Die für den Sofortverbrauch und auch zur Konservierung bestimmten Pflanzen bzw.
-teile müssen einwandfrei, d.h. gesund, sauber und frei von eingetrockneten
Rändern, sein.
Das kurzzeitige Frischhalten von Kräutern ist möglich, indem man sie in ein
Glas mit Wasser stellt, jedoch muß man es öfters wechseln. Besser ist es, die
gewaschenen und gut abgetropften Gewürzkräuter in einer Plastiktüte oder in
Alufolie locker verpackt im Gemüsefach des Kühlschrankes aufzubewahren.
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Trocknen:
Das Trocknen von Kräutern ist die bekannteste und deshalb am häufigsten
angewendete Methode, sich kleine Vorräte für den Winter zu schaffen.
Die Zweige werden zu Sträußen gebündelt, doch nicht zu viele, da sonst die
Luft nicht gut hindurch ziehen kann. Mit den Spitzen nach unten hängt man die Bündel
dann an Schnüren oder Bindfäden an einen schattigen, luftigen, möglichst
staubfreien Ort zum Trocknen auf, jedoch nicht in der Küche. Sie ist wegen des
Kochdunstes und der Fremdgerüche absolut ungeeignet.
Anis, Dill, Fenchel und Koriander hängt man am besten nicht auf, sondern legt
die Dolden auf unbedrucktes Papier oder Tücher zum Nachreifen und Trocknen, da
die Samen leicht ausfallen. Man schneidet sie deswegen am besten am frühen
Morgen, solange noch Tau und Feuchtigkeit auf den Pflanzen liegen. Während des
Trocknungsprozesses ist öfters zu wenden.
Sind sie gut gereift, werden sie in luftdicht schließenden Gläsern aufbewahrt.
Je vorsichtiger man die Gewürzkräuter trocknet, um so besser erhält man
Geschmack, Duft und Aussehen.
Die Trocknung ist als beendet zu betrachten, wenn die Stiele krachend brechen
und die Blätter rascheln. Um Würzkraft und Aussehen der trockenen Kräuter zu
erhalten, müssen diese sachgemäß gelagert werden. Dazu werden sie mit der
Hand in Gläser oder ähnliche Behältnisse gestreift und dann gut verschlossen
aufbewahrt, am besten in einem Schrank, da die Helligkeit bei durchsichtigen Gläsern
das Aroma vermindert. Nach einem Jahr sollten die getrockneten Kräuter
verbraucht sein, da nach Ablauf dieser Zeit die Würzkraft stark nachgelassen
hat. Deshalb sollte man nicht unnötig große Vorräte anlegen. Getrocknete Kräuter
erhalten wieder eine frische grüne Farbe, wenn man diese mit etwas
gefrierkonserviertem Spinat vermischt. |
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Salzen:
Speisesalz wirkt konservierend. Man kann sich hierbei eine Kräutermischung
zusammenstellen oder einzelne Kräuter einsalzen. Wenn nötig, werden die Kräuter
kurz unter fließendem Wasser gewaschen. Das Wasser wird abgeschüttelt oder mit
Küchenpapier aufgesaugt. Auf einem Kunststoffbrett werden sie kleingeschnitten,
gehackt oder gewiegt.
Dann schichtet man die Kräuter lagenweise mit Salz in verschließbare dunkle Gläser
oder kleine Steinguttöpfe, denn Licht und Luft schaden dem Aroma. Der
Salzanteil sollte mindestens 15% betragen.
Beim Einsalzen bleiben die Farb- und Aromastoffe der Kräuter erhalten, wenn
diese zum Beispiel mit Selleriekraut, Petersilienwurzel, Porree, Kohlrabi und
Sellerieknollen in Speisesalz eingelegt werden. |
Einlegen in Öl und Essig:
Kräuter können auch durch Einlegen in Öl haltbar gemacht werden. Die Kräuter
werden gewaschen, abgetrocknet, fein gewiegt und jenachdem als Mischung oder
einzeln in ein Glas gefüllt und angedrückt. Darüber gibt man soviel Speiseöl,
daß die Kräuter etwa 1-2cm hoch mit Öl bedeckt sind. Man kann auch in eine
gut verschließbare Flasche einen ganzen Zweig ins Öl stellen. Am besten ist
dazu Olivenöl geeignet, da es nicht so schnell ranzig wird, aber auch andere
Pflanzenöle eignen sich, wenn sie von guter Qualität sind.
Nach ein paar Wochen hat sich das Aroma dem Öl mitgeteilt. Dieses ist dann
nicht nur Fettzugabe, sondern gleichzeitig Würze.
Kräuteressig kann aus allen Essigsorten hergestellt werden. Man kann auch hier
einzeln oder Mischungen konservieren. Mischungen, zum Beispiel aus Basilikum,
Bohnenkraut, Dill, Estragon, Kapuzinerkresse, Thymian und Zitronenmelisse,
vielleicht auch etwas Pfefferminze, werden klein geschnitten und man gibt, je
nach Menge und der gewünschten Intensität des Kräuteraromas einen halben bis
einen Liter Essig darüber. Nachdem man das Ganze hat ca. zwei Wochen lang
ziehen lassen, wird das Essig durch einen Kaffeefilter oder ein feines
Leinentuch filtriert - und fertig ist das Kräuteressig.
Viele Kräuter eignen sich auch gut, um einzeln in der Essigflasche zu stehen.
Nach zwei Wochen ist auch diese Art fertig, nur bleibt der Kräuterzweig in der
Flasche drin. |
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Einfrieren:
Eine andere Form der Haltbarmachung von Kräutern ist das Einfrieren. Das
Aussehen und der Geschmack bleiben bei dieser Art der Konservierung
weitestgehend erhalten.
Einfrieren sollte man möglichst nur erntefrische und einwandfreie Kräuter und
die, die man häufig braucht. Sie länger als ein halbes Jahr aufzubewahren ist
nicht ratsam, da sie nicht so lange halten. Einige Kräuter, wie zum Beispiel
Bohnenkraut, Majoran, Salbei und Thymian eignen sich überhaupt nicht zum
Einfrieren.
Von einfriergeeigneten Kräutern werden die Blättchen gemischt oder ungemischt,
im Ganzen oder zerkleinert, am besten Portionsweise in kleine Gefrierbeutel gefüllt.
Man saugt dann so weit wie möglich die Luft heraus, verschließt sie schnell
und friert sie ein. Kräutermischungen für bestimmte Gerichte lassen sich,
kleingehackt, auch vorzüglich mit etwas Wasser im Eiswürfelfach gefrieren.
Auch in Alufolie können Kräuter, im Ganzen oder geschnitten, als Portionspäckchen
eingefroren werden.
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