|
Rosmarin - romarin
Rosmarinus officinalis L.
 |
|
Rosmarin |
Die Rosmarinpflanze aus der Familie der Lippenblütler
ist ein immergrüner Halbstrauch, heimisch in allen Mittelmeergebieten.
Die Pflanze wird 50-150 cm hoch. Geerntet werden die zarten, jungen
Triebspitzen, die nach dem Trocknen wie winzige, grüngraue Tannennadeln
aussehen.
Rosmarin riecht leicht kampferartig- balsamisch und schmeckt
etwas scharf-würzig und ganz leicht bitter.
Die Hauptanbaugebiete sind
heute Holland und die Balkanstaaten, vor allem Jugoslawien. Auch in
England, Mexiko und den USA gibt es große Rosmarinkulturen.
Als Gewürz,
als Droge und Weihkraut wurde Rosmarin schon im Altertum geschätzt. Die
Griechen schrieben das aromatische Kraut der Aphrodite zu, die Römer bekränzten
ihre Hausgötter mit Rosmarin, und unsere Vorfahren sahen in ihm das
Sinnbild für Liebe, Treue und Tod. Im Mittelalter trug die Braut einen
Rosmarinkranz über dem Schleier, in die Wiege wurde dem Täufling ein
Zweig gelegt, und Rosmarin kam auch mit in das Grab. Rosmarin sollte böse
Geister vertreiben, vor der Pest schützen, gegen kalte Füsse, Zahnweh,
Magenbeschwerden, gegen Arterienverkalkung, Vergiftungen, Schlaganfall und
sogar gegen Trägheit helfen. Rosmarin galt als Grün der hoffenden
Liebenden. Junge Paare steckten einen Rosmarinzweig in die Erde, wuchs er
an, verhiess dies Glück für die Ehe.
Heute verwendet man Rosmarintee gegen
Magenkatarrh und Nervosität. In der Industrie wird Rosmarin zur Bereitung
von Kölnisch Wasser, von Seifen und Haarpflegemitteln und für die Kräuterlikör-Destillation
verwendet.
Rosmarin
in der Küche
Rosmarin
wirkt in Marinaden als Antioxidans und verlängert damit die Haltbarkeit
der Lebensmittel. Wenn Sie einem guten Aroma zum Erfolg verhelfen wollen,
verwenden Sie ganze Rosmarinzweige. Besonders fein ist das Aroma von
Rosmarin, wenn er frisch verwendet wird.
Rosmarin hat eine starke Würzkraft, deshalb darf man ihn nur sparsam
dosieren. Hervorragend ist dabei die Kombination mit Knoblauch und
Olivenöl. Da sich das ätherische Öl der Rosmarinnadeln beim Kochen stark
entfaltet, sollte man diese den Speisen schon von Beginn der Zubereitung
zufügen.
Besonders von der italienischen Küche kann man lernen, zu
welchen Speisen Rosmarin am besten passt: Lamm- und Hammelfleisch,
Kalbfleisch, Kalbshaxe, Schweinebraten, Kaninchenbraten, Gulasch, Wild-
und Geflügelragouts, Hackfleisch, geschmortes Hühnchen, Tomatensuppen
und -saucen, dicke Gemüsesuppen, zarte Erbsen, weisse Bohnen, Pizza, in
Eierkuchenteig, ausgebratene Fleisch- und Gemüsewürfel (Frittura mista).
Rosmarin gehört auch in die Fleisch- und Fischbeize,
in die Marinade, zu Kartoffelgerichten, in Salatsaucen, in den
Kochfischsud und zu den Grundgewürzen für Mirepoix.
Die Aromatisierungskomponente Mirepoix - benannt nach
dem Duc de Lévis-Mirepoix (1699-1757) - ist ein Röstgemüse als
würzende Zutat für Saucen (braune Grundfonds) und Fleischspeisen
(glasierte und geschmorte Fleischgerichte). Mirepoix ist oft für Gerichte
unterschiedlich (z.B. Mirepoix gras, mirepoix maigre), wird aber in der
Regel mit gewürfelten Zwiebeln, Karotten, Knollensellerie, etwas Knoblauch
und manchmal mit Lauch zubereitet.
Zurück
zu "Ernesto's Gewürzfibel"
Hinweis: Wir haben die Beiträge nach bestem Wissen
erstellt. Sollten Sie dennoch in unseren Beschreibungen Fehler finden, danken
wir für jeden Hinweis.
|
|