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KIRSCHEN -

CHRIESI - LA CERISE


 

 

 

 

Herkunft:

Die Süßkirsche (prunus avium) stammt von der im Kaukasus wild vorkommenden Vogelkirsche ab. Kultiviert wurden sie in Kleinasien, in der Gegend rund um das Schwarze Meer. Daher stammt auch der Name der Kirsche, die nämlich auf persisch "keras" heißt. Unsere heute üblichen Sorten stammen von diesen frühen Exemplaren ab.

Auch bei den alten Ägyptern, Griechen und Römern waren Kirschen bekannt und beliebt. Der römischer Feldherr Lucullus brachte 74 v. Chr. die Kirschen von einem seiner Feldzüge aus der Türkei mit. Etwa 120 Jahre später, hatten römische Soldaten und Siedler die Pflanzen und Früchte bereits in Süd- und Westeuropa bis nach Südengland verbreitet, wo man allerdings Wildarten der Kirsche auch schon kannte.

Die Franzosen entdeckten ihre Passion für die Kirsche erst gegen Ende des Mittelalters, doch gelten die dort gezüchteten Varianten als die besten Kirschen. Besonders gut schmecken die aus der Languedoc. 4/5 der Weltproduktion von Kirschen stammen aus Europa, wobei Deutschland Rang drei hinter Italien und Frankreich einnimmt.


Süßkirschen und Sauerkirschen

Es gibt sogar noch eine dritte Kirschkategorie, die Bastardkirschen, zu denen süße und saure Sorten gekreuzt wurden. Sie sind unter Süssweichseln bekannt. Die Süßkirschen, die übrigens mit den Aprikosen, Pfirsichen und Pflaumen verwandt sind, unterteilen sich in die früher reifenden, weichfleischigen Herzkirschen und die festfleischigen knackigen Knorpelkirschen.

Die Knorpel- oder Knupperkirschen (hierzu gehört die Sorte "Napoleon", eine gelbe Kirsche) zeichnen sich durch ein bissfestes, geschmackvolles, etwas säurereiches Fruchtfleisch aus. Die Herzkirschen ( zu ihnen gehören auch die schwarzen Kirschen ) sind dagegen weichfleischig und eignen sich für längere Transporte weniger gut.

Die winterharten Sauerkirschen (prunus cerasus) wachsen an kleinwüchsigen Bäumen und sind wesentlich anspruchsloser, was Klima und Boden betrifft. Die bekannteste Sorte ist die Schattenmorelle, eine Verballhornung des franz. Schlosses Chateau Morel, in dessen Umgebung die feinsten Sauerkirschen noch gezüchtet werden. Ihr Geschmack ist mildsäuerlich bis herb, und das Aroma entfaltet sich erst richtig beim Garen.


Auf was sollte man beim Kirschverzehr achten

Die süßen Kugeln schmecken ja so süß und gut - man kann herrlich die Steine hinterher ausspucken. Aber Vorsicht - keine Steine verschlucken. Solch ein Stein kann sich doch auch einmal in einer Tasche (Ausbuchtung) im Darm festsetzen und dann zu Entzündungen führen. Außerdem enthalten Kirschkerne Blausäure, die sehr giftig ist. Niemals Kirschkerne zerbeissen.

Und zu viel Wasser nach Verzehr von Kirschen führt zu Bauchschmerzen und Blähungen. Das Pektin (die Cellulose) im Steinobst bindet besonders viel Flüssigkeit und quillt und macht dann die unangenehmen Beschwerden.


Gesundheit

Was die Inhaltsstoffe anbelangt, sind diese in der Sauerkirsche von deutlich geringerer Konzentration, nur Fruchtsäuren gibt es mehr. Generell sind die dunkleren Sorten für den Körper wertvoller. Sie enthalten mehr Pflanzenfarbstoffe (Anthozyane), die zur Gruppe der Flavonoide gehören. Ihre Fähigkeit zur Bekämpfung von freien Radikalen macht sie zum idealen Schutz gegen Arteriosklerose, Krebs und grauen Star. Zusätzlich lindern diese sekundären Pflanzenstoffe in der Süßkirsche Entzündungen.

Anthocyanin ist auch für seine schmerzlindernde Wirkung bekannt. 20 rote Sauerkirschen können durchaus eine Tablette Aspirin ohne Nebenwirkung ersetzen. Kirschen in größeren Mengen gegessen (250 g pro Tag) senken den Harnsäurespiegel und beugen damit der Gicht vor.

Die "Kirschmineralien" - Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Eisen und Kieselsäure machen die Kirschen zu einem idealen Kinderobst, da all diese Substanzen den Aufbau von Knochen und Zähnen unterstützen. Die wichtigsten Kirschvitamine sind ß-Karotin, B-Vitamine, und Vitamin C. Kirschsaft ist wirksam gegen Fieber. Sauerkirschen enthalten mehr Eisen.

Süsskirschen sollten möglichst roh verzehrt werden, denn die sekundären Pflanzestoffe und dadurch der antioxidative Schutz, werden durch Hitze zerstört.


Kirscheneinkauf

Man sollte vor allem heimische Ware bevorzugt kaufen, da sie weitgehend schadstofffrei sind. Da Kirschen nach der Ernte nicht nachreifen, sollten sie reif gepflückt werden. Qualitativ gute Früchte sind prall und fest; sie haben eine glänzende Fruchthaut mit intensiver Färbung und die Stiele sind nicht ausgetrocknet. Ungeeignet sind überreife, weiche Früchte mit bräunlichen Stellen oder Rissen, Druckstellen oder verschrumpelter Haut. Geplatzte Kirschen sollte man billiger bekommen, denn sie halten nicht mehr lange. Madige Kirschen haben wenig Glanz. Früh reifende Sorten sind übrigens fast immer madenfrei, denn die Kirschfruchtfliege startet erst später. Bei Verdacht sollte man die Kirschen ca. 15 Minuten in lauwarmes Wasser legen, dann kommen die Maden heraus.


Lagerung

Müssen Kirschen länger stehen, dann auf einem Tablett ausbreiten und kühl stellen. So sind sie auch ca. 2 Tage im Kühlschrank haltbar. Knorpelkirschen halten ein paar Tage länger als Herzkirschen. Kirschen vor dem Verzehr gut waschen, am besten in einer Schüssel mit kaltem Wasser, damit die Schale durch den harten Wasserstrahl nicht platzt. Sehr gut schmecken Kirschen, die kurz in Eiswasser waren.

Zum Einfrieren die Kirschen auf ein Tablett legen und eventuell mit Zucker bestreuen und anfrieren. Danach in Gefrierbeutel packen und in den Gefrierschrank legen. Vitaminverlust beim Einfrieren ca. 10 - 20 %.


Tipps

Zum Entsteinen z. B. für Kuchen oder Kompott gibt es im Haushaltswarengeschäft spezielle Kirschenentsteiner. Eine andere Möglichkeit, die jedoch etwas mühsamer ist, wäre das Herausholen der Kerne über den Stielansatz der Kirsche mit einer geknickten Büroklammer.

Einige in der Schweiz bekannte Sorten:
 

Name

Frucht

Essreife

'Basler Langstieler'

mittelgross, schwarzrot, mittelfest, zucker-säurereich

Anfang bis Mitte Juli

'Grosse Prinzessin'

sehr gross, herzförmig, gelblichweiss, sonnenseits rot, fest, süss-säuerlich

Mitte bis Ende Juli

'Hedelfinger'

sehr gross, glänzend, rotbraun, fest, süss-säuerlich

Mitte Juli bis Anfang August

'Kordia'

sehr gross, braun bis braunschwarz, glänzend, fest, knackend, sehr süss

Mitte bis Ende Juli

'Magda'

gross, braunschwarz, mittelfest, angenehmer Geschmack, wenig regenempfindlich

Anfang bis Mitte Juni

'Stella'

gross bis sehr gross, braunrot, fest, süss-säuerlich, selbstfruchtbar

Anfang bis Mitte Juli

'Schauenburger'

gross, rotbraun bis schwarzbraun, glänzend,mittelfest, süss-säuerlich

Anfang bis Mitte August

 


 

Hinweis: Wir haben die Beiträge nach bestem Wissen erstellt. Sollten Sie dennoch in unseren Beschreibungen Fehler finden, danken wir für jeden Hinweis.

 

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