Radieschen
|
Herkunft und Sorten Das Radieschen ist nicht nur eine kleine Spielart des Rettich, sondern ein entfernter Verwandter, der zu unterschiedlichen Zeit entstand und auch von unterschiedlichen Vorfahren abstammt. Der lateinische Name leitet sich vom griechischen "raphanos", was das" leicht Wachsende" bedeutet, ab. Radieschen sind meist kugelig rund, können aber auch langoval, zylindrisch oder rübenartig halblang gestreckt sein, wie z.B. die beliebten Eiszapfen Die Farbe variiert von weiß über rosa, rot und violett bis zweifarbig weißrot gestreift, je nach Sorte und Anbaugebiet. Innen sind Radieschen aber immer weiss. Radieschen sind vom Anbau sehr unkompliziert, gedeihen auf allen Böden in nahezu allen Klimalagen, wenn sie nur genügend Wasser bekommen. Man kann sie schon 4-6 Wochen nach der Aussaat ernten. Über den Winter beziehen wir sie aus dem Gewächshaus, vorwiegend aus Italien und Holland, aber nicht zu übertreffen sind die Radieschen aus dem heimischen Freiland, die jetzt ab Mitte Mai bis in den Herbst angeboten werden. Vielleicht haben sie ja ein kleines Stückchen Land oder einen großen Pflanztopf auf dem Balkon und dann sollten sie einfach mal selber diese leckeren roten Kugeln anbauen. Der Geschmack der Radieschen ist aber nicht von der Farbe, sondern weitgehend vom Anbau abhängig. Radieschen aus dem Freiland sind meist kleiner und auch schärfer, als die Treibhausware. Da sie langsamer wachsen, bilden sich in der Frucht mehr Senföle, die für den typischen, scharfen Rettichgeschmack verantwortlich sind. Ja, und wenn wir einen ausgesprochen trockenen Sommer haben, dann werden die Radieschen noch eine Idee schärfer!
Auch bakterienhemmende Wirkung werden den Senfölen zugeschrieben und sie wirken günstig auf die Schleimhäute in Nase, Nebenhöhlen und Rachen. Diese Wirkstoffe im Radieschen regenerieren unsere Schleimhäute und helfen beim Abhusten. Radieschen sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen, die aus dem Freiland mehr als Treibhausware. An Mineralien sind das Eisen (Bestandteil vom Blutfarbstoff, für den Sauerstofftransport im Körper verantwortlich) und das Kalium nennenswert (regelt unseren Wasserhaushalt). Aber Vorsicht beim Salzen von Radieschen, das oft gegen die Schärfe vorgenommen wird. Man schwemmt dadurch leider das wichtige Kalium aus, zerstört dadurch auch Senföle und damit die als Heilmittel wertvollen Komponenten. Also Radieschen besser pur essen. Für manche Menschen sind die Radieschen schwer verdaulich und sollten dann in geringen Mengen verzehrt werden.
Große Exemplare können leider oft holzig oder auch schwammig sein. Drücken sie doch mal auf die Knolle, ob sie nachgibt. Um die Radieschen noch ein oder zwei Tage frisch zu halten, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder schneiden sie das Grün ab, damit sich die Säfte nicht in den Blättern sammeln, und schlagen die abgeschnittenen Radieschen in ein feuchtes Tuch ein, oder legen sie in eine luftdicht verschlossene Dose in den Kühlschrank. Man kann die Radieschen aber auch mit den Blättern nach unten in eine Schüssel mit Wasser legen. So halten sie sich am besten frisch, da die Knollen weiter mit Flüssigkeit versorgt werden. Je länger sie gelagert werden, um so mehr leidet der Geschmack und der Vitalstoffgehalt. Auch die frischen Blätter kann man wie Kräuter im Salat oder in anderen Gerichten verwenden. Besonders lecker schmecken sie auch wie Spinat zubereitet oder in der Suppe, die ich heute auch zubereitet habe. In Asien werden Radieschen häufig in Wok-Gerichten verwendet, sogar sauer-süß eingelegt, jedoch verlieren sie in gedünsteter Form sowohl die Farbe als auch das scharfe, typische Aroma.
Man kann auch kleine Käfer aus den Radieschen schneiden, die sich vortrefflich zu Dekoration eignen, oder auch Kinder zum Verzehr dieser roten Kugeln animieren.
Für die Käfer: Zwei blattförmige Umrisse vom
Stielende nach oben (Blattansatz) schneiden. Dann die Flügel ausschneiden. Mit
einem kleinem Messer die Flügel mit Punkten verzieren. |