Reis
|
Herkunft
Reis ist nicht nur in China, sondern in ganz
Asien das wichtigste Grundnahrungsmittel. Wie bei uns das Brot wird dort der
Reis zu fast allen Mahlzeiten verzehrt. Nach Weizen ist der Reis die am
häufigsten angebaute Getreideart. 94 Prozent des weltweiten Ertrags wird in
China, Japan, Indien und Indonesien produziert. Der in Deutschland angebotene
Reis stammt aber zum größten Teil aus den USA und Europa. Rundkornreis ist 4-5 mm lang, hat eine kugelige Form, enthält einen hohen Anteil an Stärke und wird beim Kochen meist klebrig. Er eignet sich für süße Reisspeisen wie Milchreis zum Beispiel. Mittelkornreis ist 5-6 mm lang, hat ähnliche Eigenschaften wie der Rundkornreis, spielt in Italien als Avorio-Reis eine große Rolle und ist besonders geeignet für Risotto. Langkornreis (Patnareis) hat einen bis 7 mm langen, schlanken Körper; er besitzt einen hohen Klebergehalt und einen trockenen, glasigen Kern und bleibt beim Kochen körnig und locker. Er eignet sich als Hauptgericht, als Beilage oder zum Salat. Ca. 80 Prozent des Reisverbrauchs bei uns entfällt auf Langkornreis. Wildreis ist botanisch gesehen kein Reis, sondern ein in den USA und Canada wildwachsendes Wassergras. Ursprünglich wurde er an den amerikanischen Seen von Indianern "schlagend geerntet" und deshalb auch Indianerreis genannt. Die Reiskörner sind recht lang (bis 1,5 cm), tief dunkelbraun und schmecken gegart leicht nussig. Man kann reinen Wildreis als Beilage servieren oder wie es bei uns meist angeboten wird, gemischt mit weißem Reis. Er ist recht teuer. Naturreis wird nach dem Entspelzen nicht geschliffen, enthält noch das Silberhäutchen und den Keim. Enthält dadurch von allen Reissorten den höchsten Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen, Fettsäuren und Ballaststoffen. Aufgrund des höheren Fettgehaltes ist er nur begrenzt (ca. 1 Jahr) lagerfähig. Er hat einen würzigen, kräftigen Geschmack, allerdings auch eine lange Kochzeit (ca. 40 Minuten). Der schönste unter den Reissorten ist der Rote Reis aus der französischen Camargue. Es ist ein Naturreis mit einem roten Silberhäutchen, das nicht abgeschliffen wird. In seinem Inneren ist er weiss. Der weiße Reis hat eine geschliffene, glatte, polierte Oberfläche und ist im Geschmack neutral. Trocken und dunkel aufbewahrt ist er sehr lange lagerfähig (über 1 Jahr). Ein besonders edler weißer Langkornreis ist der Basmati-Reis, der in den Vorgebirgen des Himalayas (Indien und Pakistan) angebaut wird. Basmati heißt auf Hindi "Duft", denn der Basmati-Reis entfaltet beim Kochen einen zarten blumigen Duft. Parboild-Reis ist vom Nährwertgehalt ein Kompromiss zwischen Naturreis und weißem Reis. Er ist geschliffen und poliert. Doch vor dem Schleifen wird der Reis mit Wasserdampf und Druck behandelt. Vitamine und Mineralstoffe des Silberhäutchens wandern so zu einem großen Teil in das Reiskorn hinein und bleiben dann trotz Schälens dem Korn zu etwa 80 % erhalten. Der Ballaststoffgehalt ist allerdings sehr gering. Schnellkochender Reis (Quick- oder Minutenreis wird vorgegart und wieder getrocknet. Ist nach wenigen Minuten Ziehen in heißem Wasser verzehrsfertig. Er enthält nur noch sehr wenige Vitamine und Mineralstoffe. Kochbeutel-Reis gehört zu den Convenience-Produkten. Er gart recht schnell und kann weder ansetzen noch anbrennen, da er in viel kochendem Wasser auf einem Wasserpolster schwimmt. Allerdings verliert er durch dieses Zubereitungsverfahren viele Nährstoffe. Recht neu auf dem Markt ist vorgegarter Reis, der in der Mikrowelle innerhalb von 2 Minuten erwärmt wird.
Beim Kochen gehen viele Vitamine,
Mineralstoffe und lösliche Ballaststoffe ins Kochwasser über. Daher sollte das
Wasser nicht abgegossen werden, sondern Reis und Wasser so dosiert werden, dass
alles Wasser aufgesogen wird. Bis auf Wildreis muss der Reis nicht gewaschen
werden. Wenn, dann nur kurz abspülen. Reis in den Topf geben und mit Wasser
übergießen. Bei Langkornreis reichen meistens 2 Tassen Wasser auf 1 Tasse Reis,
bei Rundkorn eher 3 Tassen Wasser auf 1 Tasse Reis. Den Reis kurz aufkochen
lassen und bei niedriger Temperatur ziehen lassen. Je nach Reissorte und
Kochgeschirr kann der Herd auch zum Ausquellen ausgeschaltet werden. Eine
besondere Geschmacksnote bekommt der Reis, wenn man ihn in Gemüse-, Fleischbrühe
oder trockenem Wein ausquellen lässt. |