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Obst und Gemüse als Tiefkühlware
Ursprung der Tiefkühlmethode
Von den Eskimos hat die ganze Welt gelernt, dass Lebensmittel nicht verderben,
wenn sie in einen tiefen Kälteschlaf versetzt werden. Doch von den einfachen
Schnee-Iglus im ewigen Eis, in denen die Eskismos bereits vor Jahrtausenden ihre
Fang- und Jagdbeute aufbewahrten, bis zu den hochmodernen Tiefkühlanlagen war es
schon noch ein weiter Weg.
Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde die
Tiefkühl-Methode entwickelt. 1876 baute Karl von Linde die erste
Kälte-Kompressionsmaschine. 1880 wurden erstmals Kühlhäuser in Betrieb genommen
und die ersten Schiffe mit Tiefkühlladeräumen ausgestattet. 1925 dann startet in
Europa die Produktion von tiefgefrorenen Fischen und ein paar Jahre später
(1937) die Produktion von Tiefkühlobst und –Gemüse.
Seit den 50er Jahren werden in privaten Haushalten selbst Lebensmittel
eingefroren. Heute sind ca. 66 % der deutschen Haushalte mit einem Gefriergerät
ausgestattet und fast alle Haushalte haben einen Kühlschrank mit einem
integrierten Gefrierfach.
Tiefkühlmethode
Tiefgefrorene Lebensmittel werden aus hochwertigen, besonders ausgewählten
Rohprodukten hergestellt. In der Regel arbeiten Landwirte, Obstbauern und
Gärtner mit den Tiefkühlwerken zusammen. Der Wachstumsprozess wird genau
beobachtet, um den richtigen Erntezeitpunkt zu ermitteln. Die Frische und
natürliche Beschaffenheit der Lebensmittel bleibt umso besser erhalten, je
weniger Zeit zwischen Ernte und dem Tiefgefrieren liegt. Daher sind Obst und
Gemüse ca. 1 1/2 bis max. 5 Stunden nach der Ernte in den Gefrieranlagen. Die
geerntete Ware wird dann verlesen, gewaschen, geputzt, geschält und wenn nötig
zerkleinert. Danach werden manche Sorten blanchiert, um u.a. die appetitliche
Farbe von Obst und Gemüse sowie deren Vitamine zu erhalten. Im Gegensatz zu den
Privathaushalten können Tiefkühlkosthersteller unter verschiedenen
Tiefkühlverfahren wählen, d.h. abhängig vom Produkt gibt es unterschiedliche
Tiefgefrierverfahren. So werden manche Produkte verpackt tiefgefroren (Spinat)
und andere werden erst nach dem Tiefgefrieren verpackt (Erbsen). Bei allen
Systemen ist allerdings gleich, dass dem Gefriergut recht schnell die Wärme
entzogen wird, d.h. es findet eine blitzschnelle Schockfrostung statt, damit
sich möglichst feinkörnige Eiskristalle bilden. So können in der industriellen
Herstellung die Lebensmittel wesentlich schneller auf unter Minus 18 Grad
heruntergekühlt werden (4 bis 120 Minuten) als im Privathaushalt (15 bis 25
Stunden).
Inhaltsstoffe
Tiefgefrorene Lebensmittel (küchenfertige Rohprodukte, die geputzt und
zerkleinert sind) werden aufgrund der verbleibenden Inhaltsstoffe und des
Geschmacks als hochwertig eingestuft. Die größten Verluste an wichtigen
Inhaltsstoffen treten mehr bei der Vorverarbeitung auf, wie dem Lagern, Schälen
und Blanchieren. Bei einer Lagerzeit von bis zu 12 Monaten leidet natürlich auch
das sehr empfindliche Vitamin C (10-30 % Verluste), wobei feinstückige Ware wie
Erbsen und Blattgemüse größere Verluste erleiden als grossstückige Sorten wie
Blumenkohl und Spargel.
Beim Obst treten dagegen bei 12-monatiger
Lagerung kaum Verluste auf, da die enthaltenen Fruchtsäuren die Vitamine
schützen.
Allerdings werden durch den Blanchier- und
Tiefgefriervorgarng die in schwer verdaulichem Gemüse enthaltenen Kohlenhydrate
besser verdaulich, d.h. die blähende Wirkung von Kohl wird gemindert. Auch das
Protein wird besser verdaulich und der verfügbare Gehalt an Eisen und Vitamin B2
nimmt zu. Insgesamt wird die Nahrung leichter verdaulich, da der enge
Zellverband der Pflanzen aufgelockert wird. Sicherlich trägt auch das
Blanchieren dazu bei, dass die Tiefkühl-Ware eine ca. 50 % kürzere Garzeit hat
und somit auch wertvolle Inhaltsstoffe gut erhalten bleiben.
Fertiggerichte sind nicht so empfehlenswert,
da sie in der Regel viel Fett, Gewürze und zum Teil auch Zusatzstoffe wie
Geschmacksverstärker enthalten, die wir nicht brauchen.
Tiefkühlkost oder frische Ware?
Es gilt die Empfehlung, saisonal und regional frisches Obst und Gemüse zu
bevorzugen. Die Tiefkühlkost ist dann dem frischen Obst und Gemüse vorzuziehen,
wenn die frische Ware überlagert ist und eigentlich nicht mehr als frisch
verkauft werden sollte. Frischer Spinat z. B. verliert bei einem Tag Lagerung in
der Küche (bei 18 Grad) ca. 50 % seines Vitamin C-Gehaltes. Tiefgefrorener
Spinat hat bei 4-monatiger Lagerung in der Tiefkühltruhe nur einen Verlust von
ca. 15 % Vitamin C. Tiefkühlobst und -gemüse kann als ein Baustein für eine
gesunde Ernährung angesehen werden. Inzwischen gibt es auch tiefgefrorenes
Bio-Gemüse und –Obst.Tiefkühlware ist natürlich auch oft eine Frage des Preises.
Größere Packungen sind oft günstiger als kleinere. Beim Preisvergleich mit
frischen Produkten muss man allerdings auch immer beachten, dass die
Tiefkühlware geputzt ist und somit kein Abfall zurück bleibt.
Negativ diskutiert wird allerdings der hohe
Energieeinsatz bei der Herstellung von Tiefkühlprodukten und der weiteren
Tiefkühlkette.
Einkauf und Lagerung
Die Tiefkühlware sollte in der Tiefkühltruhe unterhalb der Stapelmarkierung
liegen. Nur so ist ein ausreichender Kälteschutz von Minus 18 Grad garantiert.
Verpackungen mit Gefrierbrand, d.h. starke Schneebildung an der Verpackung oder
weiße Verfärbungen sollte man nicht einkaufen; die Lebensmittel sind zwar nicht
verdorben, aber ausgetrocknet.
Wichtig ist auch, dass die Tiefkühlprodukte
nicht länger als 1 Stunde ungekühlt sind; auf jeden Fall sollte man sie auf dem
Nachhause-Weg in Zeitungspapier einschlagen. Und an heißen Tagen oder bei
längeren Transportzeiten sollte die Tiefkühlware besser noch in speziellen
Isoliertaschen (spezielle Einkaufstaschen, die in der Regel an der Tiefkühltruhe
hängen) oder Kühlbehältern nach Hause transportiert werden.
Wenn aufgetaute Produkte nicht gleich
zubereitet werden können, sollten sie aus hygienischer Sicht am besten gleich
wieder eingefroren werden. Das Wiedereinfrieren führt aber unter Umständen zu
gewissen Qualitätseinbußen. Bei der Zubereitung der Tiefkühlware sollte ich auch
immer daran denken, nur die tatsächlich benötigte Menge aus der Verpackung zu
entnehmen. Angebrochene Verpackungen sollten wieder fest verschlossen werden,
denn die Verpackung schützt vor Austrocknung, Verschmutzung, Geschmacks- und
Geruchsübertragungen.
Zubereitung
Bei der Zubereitung der Tiefkühlware sollte man daran denken, nur die
tatsächlich benötigte Menge aus der Verpackung zu nehmen. Angebrochene
Verpackungen sollten wieder fest verschlossen werden, denn die Verpackung
schützt vor Austrocknung, Verschmutzung, Geschmacks- und Geruchsübertragungen.
Da das Putzen und Kleinschneiden bei
Tiefkühl-Gemüse wegfällt, geht die Zubereitung natürlich wesentlich schneller.
Das Gemüse sollte in gefrorenem Zustand mit
etwas Flüssigkeit kurz gedünstet werden. So werden alle wichtigen Inhaltsstoffe
geschont.
Wenn das Tiefkühlobst roh verzehrt werden
soll, wird es aufgetaut bei Zimmertemperatur oder im Kühlschrank. Nur so
entfaltetet es sein volles Aroma. Zum Dünsten und Kochen oder auch für
Kuchenbeläge sollte es unaufgetaut weiter verarbeitet werden.
Hier geht es zur
Tiefkühltabelle mit Hinweisen auf weitere Produkte....
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