Tomaten 
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Liebesäpfel, vielseitig verwendbar
Wissenschaftlicher Name: Lycopersicon esculentum
Botanische Bezeichnung: Lycopersicon lycopersicum
Herkunft
„Die ganze Pflanze stinkt und ist von üblem Geschmacke“ - so ein Urteil von 1597. Die Tomate wurde unter "Poma amoris" (Liebesapfel) berüchtigt. Sie hatte den Ruf, giftig zu sein und »Liebeswahn« zu entfachen. Es dauerte weitere 200 Jahre, bis die Europäer die vermeintlich giftige Zier- zur Gemüsepflanze machten. Anfang des 19. Jahrhunderts waren Tomaten - ob roh, gekocht oder eingelegt - vor allem in Italien, Frankreich, Spanien und England schon unverzichtbar. Die Tomate ist nach der Kartoffel die weltweit bedeutendste Nutzpflanze aus der Familie der Nachtschatten-Gewächse. Tomaten haben im Sommer Hochsaison. In ihrem saftigen Fruchtfleisch speichern sie die ganze Wärme der vergangenen Sonnentage - ob roh oder gekocht, ob als Salat, Sauce, als Vor oder Hauptspeise - Tomaten passen immer. Wichtige Lieferanten sind Spanien inklusive Kanarische Inseln mit über 2.200 t pro Jahr, Italien mit ca. 1.300 t, Frankreich mit ca. 550 t und die Niederlande mit ca. 530 t pro Jahr.
Es sind einige tausend Tomatensorten bekannt, darunter so ungewöhnliche, wie "Andenhorn" - grosse Früchte, die wie eine Paprika aussehen, "Banana Legs" (Bild links) - lang und gelb, "Garden Peach" - sehen aus wie kleine gelbe Pfirsiche oder die elfenbeinfarbige Kirschtomate "Snow white". Deshalb
gliedern wir die Sorten grob in folgende "Handelstypen": Fleischtomaten sind mehr oder weniger gerippt und können bis zu 300 g schwer werden. Sie besitzen mehr als vier Fruchtkammern, mehr Fruchtfleisch und weniger Samen und sind besonders schnittfest. Flaschentomaten sind leuchtend rot, haben eine harte Schale und wenig Kerne. Sie sind süßer als ihre Verwandten und zeichnen sich durch ihr intensives Aroma aus. Sie lassen sich am leichtesten schälen. Strauchtomaten werden mit grünen Zweigen angeboten und signalisieren deshalb Frische. Ihr Duft und ihr Aroma lassen sie immer stärker auf den Markt kommen. Sie werden vor allem in der Türkei und in Italien angebaut. Kirsch- oder Cocktailtomaten: Die kleinen roten, gelben oder orangefarbenen Früchte sind entsprechend klein im Wuchs. Ihre maximale Größe von 2,5 cm kommt angeblich der Urform der Tomate am nächsten. Die Tomatillo oder grüne Tomate ist eine beliebte mexikanische Beerenfrucht, aber nicht mit der Tomate verwandt. Sie wird in Mexiko für Salsas und Suppen verwendet. Sie kann im Gegensatz zu den Tomaten unreif verarbeitet werden.
Die rote Saftfrucht ist auch reich an Kalium, das entwässernd und harntreibend wirkt und enthält Zink und Ballaststoffe in Form der vielen kleinen Kernchen in der Haut. Auf 100 g Tomate entfallen 94 g Wasser, 0,9 g Eiweiss, 0,2 g Fett, 2,6 g Kohlenhydrate und 17 kcal Energie.
Auf Druck muss die Tomate leicht nachgeben. So lassen sich reif gepflückte Früchte am ehesten erkennen. Die Tomate möglichst mit Stiel kaufen, das reduziert Fäulnisbefall. Legen Sie die Früchte nicht in den Kühlschrank, sie verlieren sonst an Aroma und werden hart. Empfohlene Lagertemperatur ist 8 - 10 oC.
Tomaten enthalten so viel Saft, dass man sie nicht im Ganzen einfrieren sollte.
Am besten Küchenfertig vorbereiten - also häuten, entkernen, in Stücke schneiden
und in Gefrierdosen gefüllt einfrieren. Oder als rohes Püree bzw. als fertig
gekochten Sugo oder Sauce einfrieren.
Wenn man die Tomaten schälen will, ritzt man sie kreuzweise am Blütenansatz ein, legt sie in kochendes Wasser, bis sich die Haut etwas löst, schreckt sie dann mit kaltem Wasser ab, um sie zu häuten. Weiche Tomaten kann man vor dem Schneiden ungefähr 30 Minuten in kaltes Wasser legen. Dann lassen sie sich viel sauberer zerteilen und sind sozusagen schnittfest. Ein ganz besonderer Genuss ist folgende Zubereitung: Man tränkt das Innere eines Brötchens mit etwas Wein und Olivenöl, reibt es mit Knoblauch ein und legt sonnengereifte Tomatenscheiben zwischen beide Brötchenhälften. Tomatensaft: Mit rund 94 % Wasseranteil ist die Tomate prädestiniert für die Zubereitung von Saft. Da sie jedoch während der Winterzeit geschmacklich nicht das Aroma sonnengereifter Sommerfrüchte erreichen, kann als Alternative auch fixfertiger Saft verwendet werden. Er wird in der Regel aus vollreifen Früchten gewonnen und ohne Konservierungsmittel abgefüllt.
In Deutschland werden pro Kopf und Jahr rund 19 kg Tomaten gegessen, davon 7 kg frisch und 12 kg in verarbeiteter Form. Die Spanier führen in Europa mit einem Verbrauch von knapp 34 kg pro Jahr und Kopf.
Gentechnisch veränderte Tomaten?
In Deutschland beispielsweise ist die Herstellung
gentechnisch veränderter Tomaten bislang verboten. Durch genetische Veränderung
sollen zum Beispiel längere Haltbarkeit, höhere Widerstandskraft gegen Insekten
und Chemikalien erzielt werden ...
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