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Herkunft
Ursprünglich stammt die Heidelbeere aus Südeuropa, wächst aber inzwischen in
ganz Mittel- und Nordeuropa und kann in den Alpen bis auf 2500 m Höhe gefunden
werden.
Die Heidelbeere ist eine typische Wildfrucht,
d.h. sie meidet kultivierte Gärten, und fühlt sich besonders in Wäldern mit
saurem, torfigen Boden wohl. Ihre enge Verwandte, die Preiselbeere wächst wild
an immergrünen Sträuchern mit derben, dicklichen Blättern in torfhaltigem
Sumpfland. Sie reift später als die Heidelbeere und schmeckt wesentlich
säuerlicher. In den USA sind die Cranberries (Kranichbeeren) sehr beliebt.
Sorten
Die Waldheidelbeeren, die bei uns wachsen, sind dunkelblaue, mehr oder weniger
silbrig bereifte Beeren, die an niedrigen Halbsträuchern wachsen.
Charakteristisch ist ihr dunkelroter, stark färbender Saft. Sie reifen von Juni
bis September und lassen sich dann leicht von den Stielen streifen. Das
eigentliche Heidelbeerparadies ist jedoch die Neue Welt. Die amerikanische
Blaubeere, mit großen säurearmen, blauen Früchten wird inzwischen auch in Europa
kultiviert. Sie ist süßer als die wilde Heidelbeere und färbt auch nicht, da
Fruchtfleisch und Saft farblos sind. Die Farbstoffe stecken nur in der Schale.
Die Preiselbeere hat wenig, aber saftiges
Fruchtfleisch. Sie enthält mehr Zucker als die Heidelbeere, aber der Säuren
wegen wird die Süße überdeckt. Empfehlenswert sind deutsche Heidelbeeren aus der
Oberpfalz oder Mittelgebirgsregionen wie Harz oder Fichtelgebirge.
Inhaltsstoffe
Im Mittelalter war es die Äbtissin Hildegard von Bingen, welche die Heilwirkung
der Heidelbeere genauer beschrieb. Die blaue "Tinte" in den Heidelbeeren kommt
von den Pflanzenfarbstoffen (Anthozyane und Flavonoide), die sich als
Schutzstoffe besonders wichtig für unsere Gesundheit erwiesen haben. Auch
Gerbstoffe (Tannine) sind reichlich darin vorhanden. Bedingt durch diese
Inhaltsstoffe wirken die kleinen Beeren entzündungshemmend, helfen Blutfettwerte
senken und stärken das Immunsystem. Getrocknete Heidelbeeren helfen bei
Durchfallerkrankungen, besonders bei Kindern.
Die Preiselbeeren verdanken ihren herben
Geschmack den vielen organischen Säuren und Gerbstoffen. Zudem enthalten sie,
wie auch die Heidelbeeren, viele Mineralstoffe, Vitamine und Ballaststoffe.
Eingekochte Preiselbeeren wurden bei Erkältungskrankheiten besonders zur
Fiebersenkung gern verabreicht.
Mit der Zubereitung von Tee aus den Blättern
der Heidelbeere und Preiselbeere sollte vorsichtig umgegangen werden. In der
Volksmedizin werden die Heidelbeerblätter bei Blasenschwäche und
Magenbeschwerden sowohl frisch, als auch als Tee angewendet. Überdosierung und
Dauergebrauch kann zu Vergiftungen führen. Also nur in kleinen Mengen verwenden.
Einkauf und Verarbeitung
Ganz frische Heidelbeeren erkennt man am weißlichen Schimmer. Meistens werden
sie in Plastikschälchen angeboten. Achten sie darauf, dass die Früchte am Boden
nicht schon matschig sind. Bei beiden Beerenarten gilt schnelles Verarbeiten
oder schneller Verzehr. Nach dem Lesen, die Beeren sorgfältig waschen und dann
je nach Lust und Laune verarbeiten. Am besten ist es, die Heidelbeeren in eine
Schüssel zu geben und diese mit Wasser füllen; man kann die an der Oberfläche
sich sammelnden Verunreinigungen gut abgießen. Heidelbeeren lassen sich prima
einfrieren oder auch trocknen. Preiselbeeren kann man im eigenen Saft
aufbewahren, weil die Beeren alle nötigen natürlichen Säuren und Zucker
enthalten.
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