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Zwetschgen sind hervorragende Koch- und Dessertfrüchte. Die violette Steinfrucht mit dem gelblich-grünen Fruchtfleisch hat ab Ende Juli bis Mitte Oktober Saison.

In Kuchen, Knödeln oder als süss-pikante Beilage zu Schweinebraten und Wild sind sie kaum mehr wegzudenken. In der Schweiz äusserst bekannt ist die Bühler-Zwetschge. Sie zeichnet sich durch eine schöne Saftigkeit aus und verkocht gut, ohne dass sie auf dem Kuchen zu Mus wird.

Kenner schätzen die Zwetschge aber auch als Zwetschgenwasser (-Schnaps) oder edel und im Fass gereifter "Vieille Prûne".

 

Sinkender Verbrauch in der Schweiz

278 ha Zwetschgen werden heute in der Schweiz angebaut - das sind 60 % mehr als 1995 (172 ha). Beim Konsum hingegen sieht es anders aus: Herr und Frau Schweizer essen im Durchschnitt 1 kg Zwetschgen pro Jahr; 1990 waren es noch 1,4 kg. Und dies trotz den Bemühungen von Bund und Ernährungsorganisationen in den letzten Jahren, den Früchte- und Gemüsekonsum zu steigern.

Dafür gibt es viele Gründe. Einer davon ist, dass die Zwetschgenqualität bisher vorwiegend von Handels- und Produzentenorganisationen definiert wurde. "Was aus Sicht der Konsumenten eine gute Zwetschge ausmacht, hat man zu wenig beachtet", sagt Ernst Höhn, Lebensmittelingenieur an der Agroscope FAW Wädenswil mit einem scharfen Auge auf die Qualität von Obst und Gemüse. Er hat Konsumententests durchgeführt und dabei die Festigkeits- und Zuckerwerte der degustierten Zwetschgen bestimmt. Die Konsumenten bevorzugen essreife, etwas weichere Früchte. Auch die sehr reifen und weichen Zwetschgen schmecken ihnen immer noch mehr als die harten und unreif gepflückten. "Die Zwetschgen in den Ladenregalen sind den Konsumenten vermutlich oft zu hart und nicht reif genug", so Ernst Höhn.

Mit den Konsumententests ist aber erst die halbe Arbeit getan. Agroscope FAW Wädenswil gibt den Landwirten Empfehlungen ab, wie sie ihre Zwetschgen pflegen müssen, um die von den Konsumenten gewünschte Qualität zu produzieren. So hängt zum Beispiel der Zuckergehalt davon ab, wie viele Früchte ein Baum trägt. Damit die Zwetschgen schmecken, müssen sie mindestens 13,8 Brix Zucker enthalten. Die Fachleute ermitteln in Versuchen, wie viele Früchte die Landwirte pro Ast stehen lassen können, um den richtigen Fruchtbehang und damit die richtigen Zuckerwerte zu erreichen.

Anders als bei anderen Früchten werden zu früh gepflückte, zu wenig reife Zwetschgen auch nach vier Wochen Lagerung nicht schmackhaft. Der richtige Pflückzeitpunkt ist darum ganz entscheidend.



Transportfähigkeit versus Genuss

Oft werden die Zwetschgen zu früh gepflückt. Denn der Handel, der sich noch vorwiegend an den Eigenschaften alter Sorten orientiert, bevorzugt harte Früchte, weil diese besser transportierbar seien. In den letzten Jahren sind jedoch neue Zwetschgensorten auf den Markt gekommen, die beim Transport weniger anfällig sind.

Damit die Landwirte essreife, köstliche Zwetschgen abliefern können, prüft Judith Ladner, Steinobst-Expertin an der Agroscope FAW Wädenswil, zur Zeit ein portables und einfach zu bedienendes Festigkeitsmessgerät für die Anwendung bei Zwetschgen. Denn - so Ernst Höhn: "Wenn die Zwetschgen den Konsumenten wirklich schmecken, kaufen sie auch mehr davon."
 


Blaues Magenwunder

Zwetschgen sind gesund. Bereits im Altertum erkannte man die verdauungsfördernde Wirkung. Als Vitamin-Lieferant stellt die Zwetschge keine Rekorde auf, bemerkenswert ist aber das harmonische Gesamtangebot. Aufgrund der umfangreichen B-Vitamine gilt diese Steinobstart als Nervenstärker, Stresshelfer und Leistungsförderer. Auch die Spurenelemente Zink und Kupfer wirken nervöser Unruhe entgegen. Neuere Untersuchungen bestätigen, dass die Antioxidantien die Zellmembranen schützen. Wer viele Zwetschgen aber auch andere Früchte und Gemüse konsumiert, beugt damit Krebs und Herzkreislauf-Krankheiten vor. Und: Wer sich saisongerecht ernähren will, kann mit den Zwetschgen die Zeit nach den Kirschen und vor den Äpfeln abwechslungsreich ausfüllen.



So bewahren Sie Zwetschgen zu Hause richtig auf

Zwetschgen sollten im Kühlschrank aufbewahrt werden, im Plastiksäckchen oder einem feuchten Tuch, damit sie im trockenen Kühlschrank-Klima nicht zuviel Wasser verlieren. Ein kühler Keller, in dem es nicht wärmer als 10 Grad wird, eignet sich ebenso. Früchte und Gemüse nie im selben Behälter aufbewahren.

Sind die gekauften Zwetschgen zu hart, nützt es nichts, sie bei Zimmertemperatur liegen zu lassen. Im Gegensatz zu Aprikosen, Pfirsichen und Nektarinen reifen Zwetschgen nicht nach. Sie werden zwar weicher, aber nicht schmackhafter. Zu feste Zwetschgen können Sie einmachen; zusammen mit dem Einmach-Zucker erhalten sie einen besseren Geschmack.

Falls die Zwetschgen schon zu weich sind, eignen sie sich vorzüglich zum Dörren. Bei 45 bis 60 Grad im Ofen während 24 bis 30 Stunden trocknen lassen. Besonders gute Dörrzwetschgen erhalten Sie, wenn Sie die Zwetschgen zweimal über Nacht im Ofen trocknen und dazwischen einen Tag bei Zimmertemperatur stehen lassen.
 

Mehr über Zwetschgen, Pflaumen und Mirabellen erfahren Sie hier...


 

Hinweis: Wir haben die Beiträge nach bestem Wissen erstellt. Sollten Sie dennoch in unseren Beschreibungen Fehler finden, danken wir für jeden Hinweis.

 

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