|
Hauptstadt:
Brüssel. Fläche: 30'528 km2. Bevölkerung: 11 Mio Einwohner.
Belgien
lässt sich in drei Landschaftsräume gliedern: das Tiefland im Norden und Westen,
das Hügelland in der Landesmitte und das Mittelgebirge der Ardennen im Südosten
des Landes. In der Küstenregion ist das Klima stark ozeanisch geprägt und somit
feucht und mild. Weiter im Landesinneren und damit von den mäßigenden maritimen
Einflüssen entfernt, sind größere Temperaturschwankungen vorherrschend. Im
raueren Klima der Ardennen wechseln sich warme Sommer und kühle Winter ab.
Besonders niederschlagsreiche Monate sind April und November. Die mittlere
Jahrestemperatur in Brüssel beträgt 10 °C, im Januar sind es 2 °C und im Juli 18
°C.
Im 9. Jahrhundert wurde unter Kaiser Karl dem Großen
(742-814) von Mönchen im heutigem südlichen Belgien Weinbau betrieben. An der
Maas (die auch ein wichtiger Verkehrsweg war) gab es Weingärten um die Orte
Antwerpen, Brabant, Hennegau, Lüttich und Naumur. Noch im frühen Mittelalter
waren Weine aus Flandern (heute die zwei belgischen Provinzen Ost- und
West-Flandern, der restliche Teil liegt in Frankreich) hochgeschätzt und das
Zentrum des nordeuropäischen Weinhandels. Im 15. Jahrhundert wurde dann auf
Grund von Klima-Veränderungen und der Konkurrenz aus dem französischem Burgund
der Weinbau aufgegeben. Die heutigen Rebflächen umfassen nur mehr etwa 300
Hektar und wurden in den 1970er-Jahren (um die Hauptstadt Brüssel) angelegt. Als
Rebsorten sind Müller-Thurgau, Auxerrois, Pinot-Sorten, deutsche Neuzüchtungen
und einige autochthone Sorten wie Leopold III., Maréchal Joffre und Loonse
Vroege vertreten. Jährlich werden nur 2.000 Hektoliter Wein (vorwiegend
trockener Weißwein) und Tafeltrauben in Gewächshäusern produziert. Der
Weinbedarf wird hauptsächlich durch Import aus Frankreich gedeckt.
 
|