Deutschland -

Baden, Wein-Anbaugebiet

 

 

 

Das Weinbaugebiet

 

Baden ist das drittgrößte Weinbaugebiet Deutschlands. Die 15'341 Hektar (Stand 2002) Ertragsrebfläche  werden von fast 30'000 Betrieben bewirtschaftet. Im Jahr 2004 stellten die badischen Winzer insgesamt 1' 322 '332 hl Wein her,  davon 785'009 hl Weisswein und 537'323 hl Rotwein. 

 

Das badische Anbaugebiet erstreckt sich etwa 400 Kilometer lang über die neun Bereiche

Tauberfranken (südlich der Taubermündung),

Badische Bergstraße und

Kraichgau (zwischen Weinheim, Heidelberg und Wiesloch),

Ortenau (zwischen Baden-Baden und Lahr) ,

Breisgau (Entlang den Schwarz-Waldhängen zwischen Lahr und Freiburg),

Kaiserstuhl (Vulkangebirge bei Freiburg und im Rheintal),

Tuniberg (kleinster Weinbaubereich Badens, südlich von Freiburg),

Markgräflerland (zwischen Freiburg und Basel) und

Bodensee (südlichste Anbauregion Deutschlands).

Das ganze Anbaugebiet ist in 16 Großlagen und 306 Einzellagen gegliedert.

 

(Wir danken der Weinwerbezentrale badischer Winzergenossenschaften e.G., Karlsruhe für die obenstehende "Badenkarte")

 

 

 

Die Anbaubereiche in einem Überblick

 

Bereiche

Landweingebiete

Tafelweinbaugebiete

Tafelwein-Untergebiete

Bodensee, Markgräflerland

Taubertäler Landwein

Oberrhein

Römertor

Kaiserstuhl, Tuniberg, Breisgau, Ortenau

Badischer Landwein

Oberrhein

Burgengau

Badische Bergstrasse, Kraichgau

 

Oberrhein

Burgengau

Tauberfranken

 

 

 

 

 

 

Hohe Qualitätsanforderungen

 

Baden ist auch das südlichste Anbaugebiet und gehört als einziges in Deutschland zur Weinbauzone B der EG - vergleichbar mit der Champagne, Savoyen, dem Loire-Tal oder dem Elsass gleich gegenüber auf der andern Seite des Rheins.

 

Die gesamte Rebfläche der EG-Länder ist in 7 Weinbauzonen eingeteilt, für die jeweils unterschiedliche Mindest- Anforderungen sowie Möglichkeiten des Anreicherns und der Entsäuerung bzw. Säuerung gelten. Es werden deshalb für Qualitäts- und Prädikatsweine aus der Weinregion Baden generell höhere Mindestanforderungen  gestellt, als im übrigen Deutschland.

 

 

Die Badischen Weine
 

So unterscheidet das Deutsche Weininstitut die Badischen Weine:

 

"Im Bereich Tauberfranken treffen wir überwiegend auf fränkische Merkmale, wie kalkreiche Böden, kontinental geprägtes Klima und auch den traditionellen Bocksbeutel. Während die Weine der Badischen Bergstrasse eher vorderpfälzer Merkmale zeigen, könnte man die kraichgauer Weine manchmal für Württemberger halten. Unverwechselbar badisch sind die nur sanft von der Säure geprägten Rieslinge der Ortenau, der säuremilde Gutedel im Markgräflerland und die kraftvollen Burgundersorten von Kaiserstuhl und Tuniberg, die hier ideale Wachstumsbedingungen vorfinden."

 

Besonders typisch sind die Weine aus Burgunder-Sorten. Die häufigste Rebsorte mit etwa einem Drittel der Rebfläche ist der Spätburgunder, also eine rote Sorte. Aus Spätburgunder wird auch die typische Spezialität Weißherbst und gemeinsam mit Grauburgunder-Trauben der Badisch-Rotgold erzeugt.

 

Der Weissherbst

 

Weissherbst ist ein Roséwein, der ausschliesslich aus hellgekelterten Rotweintrauben hergestellt wird. Weitere Bedingung ist zumindest die Qualitäts-Klasse QbA (häufig auch Beerenauslese), absolut sortenrein gekeltert und die Rebsorte muss auf dem Etikett angegeben werden. Nach deutschem Weingesetz ist keine Maische-Standzeit erlaubt. Der Weissherbst entspricht in etwa dem Gleichgepressten in Österreich, dem Süßdruck in der Schweiz und dem Vin gris in Frankreich.

 

Badisch Rotgold

 

Badisch Rotgold ist ein bekannter Rotling und muss eine blasse bis hellrote Farbe aufweisen. Er wird durch gemeinsame Kelterung von Rotwein- und Weissweintrauben oder deren Maische hergestellt. Für diesen Qualitätswein mit und ohne Prädikat werden Trauben von Spätburgunder (rot) und Grauburgunder (weiß) miteinander vermischt. Der Grauburgunder muss überwiegen (> 50%).

 

Baden Selection

 

Eine weitere Spezialität ist die Baden Selection, dies sind Weine aus zumindest 15 Jahre alten Reben. Der Höchstertrag darf 60 hl/ha nicht übersteigen. Alle Weine werden als Qualitätsstufe QbA definiert, auch wenn die Trauben ein höheres Mostgewicht erreicht hatten. Auf dem Etikett sind Lagennamen nicht zulässig. Es dürfen nur Bereichs- und Sortennamen ersichtlich sein. Weine der Baden Selection werden organoleptisch geprüft und kommen frühestens ein Jahr nach Abfüllung auf den Markt.

 

 

Der badische Winzerkeller in Breisach

 

Rund 75% der gesamten Ernte wird von Winzer-Genossenschaften verarbeitet. Der größte und modernste Erzeugerbetrieb Europas - der badische Winzerkeller in Breisach - ist der zentrale Verbundbetrieb der badischen Winzergenossenschaften (Bild links: Haupteingang). Mit einer Lagerkapazität von 125 Millionen Litern werden hier je nach Jahrgang ca. 25% der gesamten badischen Weinerzeugung erfaßt. Insgesamt sind in diesem Genossenschaftsverbund ca. 6.000 badische Winzerbetriebe eingeschlossen, die über eine Durchschnittsgröße von nur jeweils 0,5 ha verfügen (ca. 5.600 Flaschen à 0,75 l).

Seit 1980 ist die Erfassungsfläche des Badischen Winzerkellers (BWK) Breisach um 900 auf 2600 Hektar geschrumpft. Längst haben aber die konkurrierenden selbst vermarktenden Genossenschaften ihre Ertragskraft wieder steigern können. Sie schafften dies unter anderem dadurch, dass sie den Rotweinanteil steigerten, entsprechend der großen Nachfrage danach und der Bereitschaft der Konsumenten, dafür deutlich höhere Preise als für Weißweinsorten, wie Gutedel und Müller-Thurgau,  zu bezahlen. Begleitet war die Umstockung vom Bemühen der Kellermeister, Weine zu erzielen, die den Ansprüchen versierter Kenner entsprechen.
 
Auch der Badische Winzerkeller und seine Mitgliedsgenossenschaften haben diesen Wandel vollzogen. 40 Prozent der Anbaufläche sind heute mit Spätburgunder bestockt, und auch die Weine aus der Breisacher Kellerei erreichen hohe Bewertungen bei nationalen und internationalen Degustationen.


 

 

 

Rebsorten, Böden und Klima

 

Die Böden bestehen aus Moränen-Schotter am Bodensee, tertiären Kalk-, Ton- und Mergelböden, riesigen Lössablagerungen und vulkanischen Böden am Kaiserstuhl und im Markgräflerland sowie Muschelkalk und Keuper im Kraichgau und Taubergrund.

 

Das Klima ist sonnig und warm. Der Kaiserstuhl wird als wärmste Region Deutschlands geführt. Begünstigt vom Klima wächst hier ein Drittel des badischen Weins.

 

Der Rebsortenspiegel :

 

Rebsorte
 

Farbe
 

Hektar
ca.

%-Anteil
 

Pinot Noir

rot

5.290

33,3

Müller-Thurgau

weiß

3.779

23,8

Ruländer

weiß

1.466

9,2

Riesling

weiß

1.309

8,3

Chasselas

weiß

1.146

7,2

Pinot Blanc

weiß

1.046

6,6

Silvaner

weiß

297

1,9

Müllerrebe

rot

250

1,6

Traminer

weiß

203

1,3

Regent

rot

159

1,0

Kerner

weiß

137

0,9

Chardonnay

weiß

107

0,7

Dunkelfelder

rot

58

0,4

Bacchus

weiß

56

0,4

Scheurebe

weiß

45

0,3

Blauer Portugieser

rot

35

0,2

Dornfelder

rot

30

0,2

Blaufränkisch

rot

28

0,2

Trollinger

rot

7

0,1

Perle

weiß

2

0,1

weiße Sorten

 

9.847

62,1

rote Sorten

 

6.019

37,9

GESAMT

 

15.866

100

(Stand 2001)
 

 

 

Kulinarische Spezialitäten:

 

Badische Schneckensuppe, Flammkuchen, Schäufele, Ripple, Hechtklößchen, Spargel, Wildgerichte, Bibeleskäs, Walnussbrot, Leber-, Grieben-, Bratwurst, Schnäpse (z.B. Schwarzwälder Kirschwasser, Zwetschgenwasser, Williams).

 

 

 

Wir stellen Ihnen Winzer aus der Nachbarschaft vor:

 

Der Weinführer Baden

 

Hier finden Sie ein Winzerverzeichnis mit ausführlichen Porträts aus der Weinregion Baden. Nehmen Sie die Gelegenheit wahr, die süddeutschen "Weinmacher" persönlich kennen zu lernen. mehr...

(Bild rechts: Winzer Rainer Probst, Vogtsburg-Achkarren)

 

Hier geht es zu weitern Informationen auf der Homepage der Weinwerbezentrale badischer Winzergenossenschaften e.G., Karlsruhe, mehr...