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Veneto,
Verwaltungsgebiet in Italien, 18'379 km2, ca. 4,6 Mio Einwohner, Hauptstadt
Venedig.
Das
Veneto - Venetien
Das Veneto,
auf deutsch Region Venetien, liegt im Nordosten Italiens direkt an der
nördlichen Adriaküste. Venetien wird im Osten von Friaul-Julisch Venetien, im
Nordwesten von Südtirol-Trentino, im Westen von der Lombardei und dem Gardasee
sowie im Süden von Emilia-Romagna begrenzt. Die Region gliedert sich in die
Provinzen Belluno, Padua, Rovigo, Treviso, Venedig, Verona und Vicenza, die alle
nach ihren Hauptstädten benannt sind.
Venetien
besteht aus zwei gegensätzlichen Landschaftseinheiten: den Karnischen Alpen,
Dolomiten und Venezianer Alpen sowie der Venetischen Ebene.
Eine politische Karte Italiens
finden Sie hier...
Die
Lagunenstadt Venedig
Die
Hauptstadt Venedig
zählt bloss etwa 300.000 Einwohner und liegt in der Lagune zwischen den Mündungen der
Flüsse Po und Piave am nördlichen Ende des Adriatischen Meeres. Sie wurde auf
120 Inseln erbaut, die von 177 Kanälen durchzogen werden und die durch rund 400
Brücken miteinander verbunden sind. Der am Festland gelegene Hafen von Venedig
ist der fünftgrößte von Italien.
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Rialto - Brücke in Venedig |
Wichtigstes
Verkehrsmittel waren jahrhundertelang die Gondeln und sie sind heute noch bei
den Touristen sehr beliebt. Venedig gilt als eine der schönsten Städte der Welt.
Der Mittelpunkt und der meistbesuchte Ort der Stadt ist der Markusplatz (Piazza
San Marco) mit der Markuskirche (Basilica di San Marco) und die daneben liegende
Piazetta mit dem Dogenpalast (Palazzo Ducale).
Die Stadt
ist nicht nur dank seiner zahllosen Baudenkmäler und Kunstschätze ein
kulturelles Zentrum ersten Ranges. Venedig ist zudem Sitz einer Universität,
dreier Hochschulen (Für Architektur, Musik und Fremdsprachen), einer
Kunstakademie und der Akademie der Wissenschaften sowie eines ozeanographischen
Instituts. Ausserdem beheimatet die Stadt zahlreiche Museen und Galerien, die
Markusbibliothek, verschiedene Theater und Opernhäuser.
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Aus der Geschichte
Das Gebiet des heutigen Venedig wurde wahrscheinlich erst ab dem 5. Jahrhundert
besiedelt, als die Bewohner des venetischen Festlandes vor den Invasionen
verschiedener germanischer Stämme auf die Inseln flohen.
Die Inseln
unterstanden zunächst dem Byzantinischen Reich. Ab 697 übernahm ein von den
Venezianern gewählter Dux (der spätere Doge) die Führung. Ab dem 9. Jahrhundert
begann der Aufstieg Venedigs als Handelsmacht. Ab dem 10. Jahrhundert setzte
sich Venedig an der gegenüberliegenden Adriaküste, in Dalmatien und Istrien,
fest und erwarb außerdem Handelsstützpunkte an den Küsten der Levante. 1204
eroberten und plünderten die Kreuzritter auf Betreiben Venedigs Konstantinopel.
Im Inneren verfestigte sich Venedig unter Beibehaltung seiner republikanischen
Strukturen zu einer starren Oligarchie der wohlhabenden Aristokraten. Im 14. und
15. Jahrhundert war Venedig in eine Reihe von Kriegen mit Genua, der zweiten
großen Handelsmacht in Oberitalien, verwickelt, an deren Ende Genua schließlich
die Vorherrschaft Venedigs anerkennen musste und Venedig ein geschlossenes
Gebiet im östlichen Oberitalien erobert hatte. Im späten 15. Jahrhundert war
Venedig zu einer der führenden Seemächte des christlichen Abendlandes
aufgestiegen. 1797 wurde Venedig von französischen Truppen besetzt, der Doge
abgesetzt, und der Stadtstaat an Österreich übergeben. 1805 musste Österreich
Venedig wieder an das von Napoleon errichtete Königreich Italien abtreten; 1814
kam es als Teil des habsburgischen Königreiches Lombardo-Venetien an Österreich
zurück, um 1866 definitiv in das Königreich Italien eingegliedert zu werden.
Die
Venezianische Küche und "vialone nano"
Charakteristisch für die eigentliche venezianische Küche sind die Vielfalt der
Gerichte und die verschiedene Herkunft der diversen Zutaten. Vier Grundelemente
beherrschen die venetische Ernährung: Polenta, Reis, Bohnen und baccalà.
Noch
heute produziert man im Gebiet um Verona die interessante Reissorte vialone nano,
die von dem Markenzeichen DOP (denominazione di origine protetta) geschützt
wird. Wegen seiner organoleptischen Eigenschaften und der bissfesten Konsistenz
wird er von namhaften Köchen der Welt empfohlen. Die Reiskörner der Sorte
Vialone Nano sind mittelfein, sie nehmen beim Garen bis zu 30 Prozent mehr
Flüssigkeit auf als andere Sorten. Das typische Produktionsgebiet liegt ganz um die Gemeinde Isola della
Scala und umfasst auch das Gebiet von an die zwanzig anderen Gemeinden. Die
berühmtesten Reisgerichte heissen risi e bisi und risi e figadini. Es handelt
sich dabei nicht um trockene Speisen, wohl aber um eine Art dickflüssige Suppen,
wobei die erste durch die Verwendung von frischen Erbsen typisch für den
Frühling ist und die zweite mit Hühnerleber zubereitet wird. Zahlreich sind die
risotti: mit Fisch, mit rovinassi (Hühnerreste nach der Teilung von Brust und
Schenkeln), mit Bohnen aus Lamon, mit bruscandoli, mit Schnecken. Bemerkenswert
ist das levantinische Gericht risi in cavroman, bei dem der Reis in einer Sosse
aus Hammelfleisch gekocht und mit Zimt und Gewürznelken verfeinert wird.
Die
Weinregion Veneto (Venetien)
Die Wein-Region
Veneto ist mit 75.314 Hektar Rebfläche die Nummer drei Italiens. Es handelt sich um eine üppige
Weinlandschaft.
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Weinberge im Veneto |
Die Ebenen an der Adriaküste, am Po und die Berge am Rande der
Alpen vom Gardasee (Bild im Titel ganz oben) bis Vittorio Veneto bieten der Rebe eine beliebte Heimat. Die
Gegend wurde schon von den Etruskern bewirtschaftet. Die Römer schätzten
anschliessend den von Plinius dem Älteren (23-79) beschriebenen antiken
Wein Raeticum, der angeblich ein Vorläufer der heutigen Recioto-Weine (Amarone und Recioto)
gewesen sein soll.
Zur Zeit der "Serenissima" ("die Durchlauchtigste") - so nannte sich
stolz die Republik Venedig im 15. Jahrhundert - erlebte der Weinbau hier eine Blütezeit. Die dominierende
Rebsorte ist die weisse Garganega, gefolgt von
Pinot Bianco und
Trebbiano.
Andere Weissweinsorten, wie Tocai,
Verduzzo und
Durella halten sich gut. Bei
den roten Sorten sind Corvina Veronese, Corvinone,
Rondinella und
Molinara
führend. Französische Sorten wie die Cabernets, Merlot und Chardonnay gewinnen
immer mehr an Boden.
Die Reben werden noch häufig auf "Pergola Veronese" erzogen. In den Bergen nach
Osten kommen einfachere Lauben und Pfähle als Wuchshilfen vor. Die extreme
Vielfältigkeit beweisen über 115.000 Weingüter, deren Rebfläche im Durchschnitt
weniger als ein Hektar beträgt und die knapp 90
verschiedene Weintypen erzeugen. Der Trend geht zu kleinen, seriösen Erzeugern
mit Weinen aus Einzellagen.
Einer der bekanntesten und grössten Produzenten
ist der Familienbetrieb Masi, der in Verona mit Amarone und Recioto in den 80er
Jahren neue Massstäbe setzte.
Rund ein Viertel der Weine haben DOC-Status und
mit knapp 20% der italienischen DOC-Produktion liegt es auch an der Spitze.
Valpolicella, Bardolino und Soave sind die wichtigsten Weine für den Export.
Alle stammen aus der Gegend um Vernona, wo es insgesamt
sechs DOC-Zonen beim Garda-See gibt. Die Stadt Verona gilt auch als das
Weinzentrum Italiens, hier findet jährlich die berühmte Weinmesse Vinitaly
statt.
In den 1970er-Jahren erreichten die venetischen Weine weltweit eine grosse
Popularität. In den USA verdrängte der Soave den Chianti (Toskana) vom Platz
eins des meistverkauften DOC und in England setzte sich der Valpolicella durch.
Der Soave ist auch der bedeutendste und bekannteste Wein
der Region. Der Prosecco aus der gleichnamigen, spätreifenden, weissen Rebsorte zählt zu den beliebtesten
italienischen Schaumweinen. Er wird entweder als schwach schäumender Frizzante
oder als Spumante meist in den Bergen von Treviso produziert.
Conegliano
Veneto ist die venetische Hauptstadt des Weines. Seit 1877 hat dort das
Agrarwissenschaftliche Institut (Istituto di Viticoltura di Conegliano Veneto)
seinen Sitz, das Önologen und Kellermeister von internationalem Rang ausbildet.
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Rathausturm Serravalle |
Es ist das älteste önologische Institut Italiens. Die Weinbau-Forschungsanstalt
hat sich sehr zur Hebung der Qualität der örtlichen Weine eingesetzt. Von
Conegliano führt die so genannten Strada del vino bianco, die Weissweinstrasse,
bis nach Vittorio Veneto.
Vittorio
Veneto entstand 1866 aus dem Zusammenschluss der Ortschaften Ceneda und
Serravalle. In Serravalle sollte man die Kathedrale Santa Maria Nova mit dem
Gemälde von Tizian und den Rathausturm mit den zwei Uhren besichtigen. Die
untere Uhr stammt aus dem Jahr 1487 und ist mit ihren 24 Stundenzeichen in
gotischer Schrift und arabischen Ziffern eine absolute Seltenheit.
Die DOC-Bereiche sind:
* Arcole
* Bagnoli di Sopra oder Bagnoli
* Bardolino
* Bardolino Superiore und Classico (DOCG)
* Bianco di Custoza
* Breganze
* Colli Berici
* Colli di Conegliano
* Colli Euganei
* Conegliano-Valdobbiadene
* Gambellara
* Garda (auch Lombardei)
* Lessini oder Monti Lessini
* Lison-Pramaggiore (auch Friaul-Julisch-Venetien)
* Lugana (auch Lombardei)
* Merlara
* Montello e Colli Asolani
* Piave oder Vini del Piave
* Recioto di Soave (DOCG)
* San Martino della Battaglia (auch Lombardei)
* Soave Superiore (DOCG)
* Valdadige oder Etschtaler (auch Trentino-Südtirol)
* Valpolicella und Recioto della Valpolicella
* Vicenza
Soave Superiore ist neue
DOCG
Nachfolgend die wichtigsten
Punkte der neuen DOCG.
Die Rebsortenzusammensetzung bleibt unverändert die des Soave mit mindestens 70%
Garganega. Es können bis zu
maximal 30% Trebbiano di
Soave, Chardonnay und Pinot Bianco zugefügt werden, während der Trebbiano
Toscano, zuvor bis zu 15% gestattet, nun ausgeschlossen bleibt. (aus der
Homepage "soave consorzio")
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