Toskana:

Brunello di Montalcino

 

 

DOCG für trockenen Rotwein in der italienischen Region Toskana. Die Zone mit rund 1.000 Hektar Rebfläche umfasst die Hänge rund um die malerisch auf einem Hügel liegende Stadt Montalcino - 40 Kilometer südlich von Siena in der gleichnamigen Provinz. Der Wein wird zu 100 Prozent sortenrein aus der Sangiovese-Varietät Brunello gewonnen, die ab dem Jahre 1870 auf dem Weingut Il Greppo der Familie Biondi-Santi selektioniert wurde. Ein Wein daraus wurde von Clemente Santi erstmals 1865 unter der Bezeichnung „Vino Rosso Scelto“ produziert. Ferruccio Biondi-Santi - der Enkel des „Erfinders“ – betrieb die Selektion weiter und bestockte damit einen Großteil seiner Weinberge. In den Jahren 1888 und 1891 kelterte er erstmals einen als „Brunello“ bezeichneten Wein (dieser Name wurde aber Dokumenten zufolge schon im 14. Jahrhundert verwendet). Er ließ ihn mehrere Jahre in großen Fässern aus slawonischer Eiche reifen. Von diesen legendären Jahrgängen gibt es im Keller des Weingutes (20 ha) heute noch Flaschen. Die zwei nächsten Generationen (Feruccios Sohn Tancredi und dessen Sohn Franco) machten dann den Wein in aller Welt berühmt – durch die Qualität und auch durch die exorbitant hohen Preise. Die Familie besaß ein ausschließliches Produktions-Privileg, bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Name Brunello alleine von der Familie Biondi-Santi verwendet. Noch bis in die 1980er-Jahre stammte der Großteil der Produktion von diesem Weingut. Heute wird der Wein vielen Weingütern erzeugt, unter anderem von Altesino, Banfi, Biondi-Santi (der Erfinder), Caparzo, Casanova di Neri, Castel Giocondo (in Besitz von Frescobaldi) und Val di Suga.

Mit dem Vino Nobile di Montepulciano (ebenfalls Toskana) zählt er zu den zwei Weinen, die in Italien im Jahre 1980 als erste die DOCG-Klassifikation erhielten. Der Brunello zählt zu den gefeiertsten und berühmtesten Rotweinen Italiens. Ein wichtiger Aspekt der Qualität liegt im ganz besonderen Klima, denn es ist wärmer und trockener als in den nahen Chianti-Bereichen und die Nächte sind kühler. Die Mindest-Lagerzeit betrug früher fünf und beim Riserva sechs Jahre (davon ein bzw. zwei Jahre in der Flasche). Diese Bestimmungen wurden Mitte der 1990er-Jahre gelockert. Der Wein muss nun nur mehr zwei Jahre in Eiche ausgebaut werden und vier Monate in der Flasche lagern; der Alkohol-Gehalt muss 12,5% vol. betragen. Beim Riserva sind dies zwei Jahre im Fass und sechs Monate Flaschen-Reifung. Auch der früher verbotene Barrique-Ausbau wurde erlaubt. Der intensiv rubinrote Wein hat einen trockenen, tanninbetonten Geschmack mit einem Bouquet von aromatischen Hölzern, Früchten, Vanille und Marmelade. In der Jugend ist der Wein noch hart und unzugänglich und entwickelt sich erst nach Jahren. Er ist extrem langlebig, besonders beim Riserva wird der Höhepunkt oft erst nach 25 Jahren erreicht. Ein Rotwein mit weniger strengen Bestimmungen ist als DOC Rosso di Montalcino klassifiziert. Weiters gibt es hier einen weißen DOC Moscadello di Montalcino.