Weingüter Frankreich -

Château Lafite - Rothschild

 

In Lafite hat die Zeit keine Bedeutung. Die Reben werden bis zu 80 Jahre alt.  Zeit vergeht, bis jede Parzelle heranreift, der Sud durchzieht und fermentiert, bis die Gerbstoffe ihr Gleichgewicht finden und sich der Wein langsam von seinem Satz trennt. Wochen, Monate, Jahre vergehen, bis sich die Aromen bilden von Mandel, Veilchen oder Blaubeere, von Holz und von Gewürzen; bis sich das mächtige Purpur zur einer Blume für den Gaumen und für die Augen verwandelt. (Aus Théatre des Saisons 1998, SOUPERS KRUG).

 

Betrug bei Lafite-Rothschild?

„Betrugsverdacht bei Château Lafite Rotschild“ titelte im Jahr 2002 das seriöse Düsseldorfer Handelblatt in seiner Online- Ausgabe und das Hamburger Abendblatt sah “Frankreichs beste Weinlagen im Zwielicht“. Was war geschehen? Die französische Polizei hatte auf Anordnung des Pariser Untersuchungsrichters Renaud Van Ruymbeke bei ca. 20 Châteaux in Bordeaux Proben älterer Jahrgänge beschlagnahmt. Sie sollen auf ihr tatsächliches Alter hin untersucht werden. Bei den betroffenen Gütern handelte es sich ausschliesslich um Topbetriebe darunter die Châteaux Pétrus, Margaux, Lafite-Rothschild, Haut-Brion und d´Yquem.  Der in Paris wegen Betrugsverdacht angeklagte belgische Weinhändler Khaled Rouabah hatte vor Gericht und in einem Zeitungsinterview die Bordelaiser Châteaux pauschal beschuldigt, sie würden ihre alten Weinbestände regelmässig mit neuen Weinen auffüllen. Tatsächlich werden die wertvollen alten Bestände von einigen Châteaux wie z.B. Lafite-Rothschild im Laufe von 100 Jahren ca. zwei- bis viermal neu verkorkt wenn dies der Zustand erfordert (Siehe auch unter Schwund). Dabei ist es üblich und gesetzlich auch vorgeschrieben die Flaschen mit Weinen des gleichen Jahrgangs aufzufüllen. Rouabah behauptete dagegen, die Châteaux würden dafür junge Weine benutzen, was sich schlussendlich als unwahr herausstellte.

 

Aus der Geschichte des Château Lafite-Rothschild

Seit dem 18. Jahrhundert als « Wein des Königs » serviert, kannte der Wein Château Lafite Rothschild im Laufe seiner Geschichte zwei grosse Familien : die Familie Ségur, die am Ursprung des Weinbergs und seines Rufes steht, und die Rothschilds, die seit nunmehr fünf Generationen Eigentümer des Hauses sind.

Mayer Amschel Rothschild war Kaufmann und lebte Ende des 18. Jahrhunderts im Frankfurter Ghetto. Er hatte fünf Söhne und entschloss sich im Jahr 1789 vier von Ihnen in die damals bekanntesten Städte Europas zu schicken. Salomon schickte er nach Wien, Nathan nach London, Carl nach Neapel und James nach Paris. Der fünfte Sohn, Amschel, blieb in Frankfurt.

Am 8. August 1868 erwarb der nach Paris ausgewanderte Baron James de Rothschild das Château Lafite, das im Rahmen der Erbfolge von Ignace-Joseph Vanlerberghe versteigert wurde. Er bezahlte dafür die damals unglaubliche Summe von 4,5 Millionen Francs. Als der Baron James 3 Monate nach dem Kauf stirbt, werden seine drei Söhne Alphonse, Gustave und Edmond Eigentümer des Gutes. Es umfasste zu dieser Zeit 74 Hektar. Verantwortlich waren vor allem sein Sohn Edmond de Rothschild (1845-1934), der übrigens im Jahre 1882 mit einer 60 Millionen Goldfrancs schweren Stiftung den Weinbau in Israel wieder belebte (er erhielt dafür den Ehrentitel Hanadiv = Wohltäter), und sein Enkel Elie de Rothschild (geb. 1917), der als erster der Familie das Gut auch selbst leitete. Heute wird das Château Lafite-Rothschild  von Charles Chevalier für den Besitzer Eric Rothschild geführt.

Das "Schwesterhaus" Château Mouton-Rothschild (ebenfalls Pauillac) gehört dem englischen Zweig der Familie.

Der erste schriftliche Hinweis auf Lafite reicht auf das Jahr 1234 zurück, und zwar ist dort von einem gewissen Gombaud de Lafite die Rede, Abt des Klosters von Vertheuil im Norden von Pauillac. Seit dem 14. Jahrhundert ist Lafite als Lehnsgut verzeichnet. Sein Name kommt von dem gaskognischen Begriff "la hite", was soviel wie Hügel bedeutet. Ein Weingut mit dem Namen ”Château Lafite” ist zumindest seit dem Jahre 1707 nachweisbar. Damaliger Besitzer war die französische Adelsfamilie Ségur, die auch die Châteaux Latour, Mouton und Calon besass.

 

Der Erfolg des Hauses Lafite-Rothschild

Schon König Ludwig XV. (1710–1774) und seine Mätresse Madame Pompadour (1721–1764) liessen gerne Lafite-Wein auftischen und machten ihn dadurch zum begehrtesten und teuersten Wein Frankreichs.

Anlässlich der Weltausstellung 1855 erstellte die Wirtschaftskammer des Bordeaux erstmals eine Klassierung der Provenienzen des Bordeaux (Bordeaux-Klassifizierung). Das Château Lafite-Rothschild wurde in die Elite der fünf (damals waren es nur vier) besten ”Premier Cru Classé” eingereiht. Das waren nebst Lafite-Rothschild (Pauillac) das Château Haut-Brion (Pessac in Graves), Château Latour (Pauillac) und Château Margaux (Margaux). Mouton-Rothschild (Pauillac) kam erst 1973 dazu.

 1985 wurde für eine Flasche ”Château Lafite-Rothschild 1787” bei einer Auktion der Firma Christie’s in London vom amerikanischen Verleger Forbes rund EUR 210.000 an den Besitzer Hardy Rodenstock bezahlt. Das Etikett trug die handschriftlichen Initialen des US-Präsidenten Thomas Jefferson (1743-1826).

Heute umfasst das Weingut etwa 100 Hektar nördlich von Pauillac an der Straße nach Saint-Estèphe in der Nähe des Gironde-Ufers.  Hier im Médoc produziert es seit Jahrhunderten in beeindruckender Beständigkeit einen der besten und teuersten Rotweine der Welt. Bei einer Degustation wurden 36 Jahrgänge bis zurück in das Jahr 1799 geprüft und verglichen. Das erstaunliche Resumée war eine gleichmässige Güte der Weine über einen Zeitraum von über 150 Jahren. Hier wird auch in Zukunft immer der eleganteste Pauillac erzeugt. Der Keller wurde in den letzten Jahren vollkommen renoviert und technisch auf den neuesten Stand gebracht.

Der Boden ist eines der Geheimnisse der herausragenden Qualität: tiefgründige Kiesbänke auf Kalkgestein. Wichtig ist auch die Berücksichtigung des Alters der Rebstöcke (im Durchschnitt 45 Jahre), Ertrags-Beschränkung (40 bis 45 hl/ha), richtiger Zeitpunkt der Weinlese unterschiedlich per Sorte, strenge Selektion des Traubengutes, vorsichtiges Abbeeren, Gärungs-Temperatur von nicht mehr als 30 °C und Überpumpen, um die Farbstoffe zu extrahieren. Nach der Gärung wird jedes einzelne Fass geprüft und nur die besten werden für den Erstwein verwendet.

Die zweite Qualität geht in den Zweitwein Carruades de Lafite und die dritte wird unter der AC Pauillac vermarktet. Der nächste Schritt ist die Assemblage, die übliche Cuvée ist Cabernet Sauvignon (70%), Merlot (20%) und Cabernet Franc (10%), mit gegebenenfalls kleinem Anteil Petit Verdot. Der Wein reift in zu 100% neuen Eichenfässern bis zu 24 Monaten, dazwischen erfolgt immer ein Auffüllen der Fässer, um den Schwund auszugleichen, sowie in diesem Zeitraum ein zwei- bis dreimaliges Umfüllen in saubere Fässer und ein Schönen mit geschlagenem Eiweiß. Nach dem Ausbau kommen jeweils sechs Fässer in einen Abfüllbehälter, um größere Mengen an gleichmäßige Qualitäten zu erreichen (siehe unter Egalisieren).

Im Besitz von Lafite-Rothschild sind weitere Bordeaux-Weingüter wie Château Duhart-Milon-Rothschild (Pauillac), Château L´Evangile (Pomerol) und Château Rieussec (Sauternes), sowie seit 1988 das Weingut Los Vascos in Chile. Seit den 1990er-Jahren wird auch ein Cognac mit der Qualitäts-Bezeichnung „Très Vieille Réserve“ aus 70 bis 90 Jahre lang gereiften Destillaten von Trauben aus dem Bereich Les Bordieres produziert. Die Domaines Barons de Rothschild wollen auch die kalifornische Chalone Wine Group komplett übernehmen. Das Unternehmen hält bereits 46 Prozent an Chalone. Zahlreiche hochklassige Weingüter und Marken gehören dazu wie z.B. Acacia Vineyard in Carneros, Provenance Vineyards, Hewitt Vineyard und Jade Mountain in Napa, Chalone Vineyard selbst in Monterey County sowie Moon Mountain Vineyard, DynamiteVineyards und Orogeny Vineyards in Sonoma County und Echelon Vineyards in San Miguel. In Washington State werden ausserdem Sagelands Vineyard und Canoe Ridge Vineyard von der Gruppe kontrolliert.
 

Hier ein Direkt-Link zur Homepage des Unternehmens...