Moldau / Moldawien -

der Weingigant wird flügge und

Cricova, der grösste Weinkeller der Welt

 

 

Ein gastfreundliches Volk in Europa

 

Moldova, Moldau, Moldavien - korrekter Name ist Republik Moldawien. Hauptstadt: Kischinau (Chisinau - siehe Bild) mit ca. 670'000 Einwohnern. Fläche 33'700 km2. Einwohner 4,5 Mio. Religionszugehörigkeit: 98,5 % Orthodoxe Christen. Währung: Moldau-Leu.

Moldawien besteht zum grössten Teil aus Hügellandschaft mit mässigen Erhebungen. Der Dnistèr und der Pruth sind die beiden grössten Flüsse. Alle Flüsse münden ins Schwarze Meer. Es herrscht ein kontinentales Klima, das durch das Schwarze Meer beeinflusst wird. Die Winter sind mit durchschnittlichen Tagestemperaturen zwischen -3 und -5 °C recht mild, die Sommer dagegen ziemlich warm. Die Tagestemperaturen im Juli steigen im Allgemeinen auf über 20 °C und erreichen gelegentlich bis zu 40 °C.

 

Traditionelle Gerichte sind Mamaliga (Maisbrei) mit Schafskäse, Mititei (Frikadellen) oder Brinza (Käse) und Placinte (gefüllter Blätterteig). Knoblauch, Zwiebeln und Kräuter werden in vielen Gerichten verwendet. Typische Gemüsesorten sind Auberginen, Paprika, Kohl, Kartoffeln und Tomaten. In der moldawischen Volksmusik wird viel improvisiert. Typische Instrumente sind Violine, Flöte, Akkordeon und Cembalo. Die mehrstimmige Musik in Moldawien zeigt den Einfluss des russischen und ukrainischen Chorgesangs. Eine Art dieses Stils findet man auch im volkstümlichen Taraf-Ensemble. Ausländische Besucher gelten als Ehrengäste und werden dementsprechend bewirtet.


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Aus der Geschichte

 

Das kleine Land rühmt sich einer reichen Geschichte, bestückt mit dramatischen und aufregenden Ereignissen. Im 14. Jahrhundert war ein Teil Moldaus ein Fürstentum, eingebettet zwischen den orientalischen Karpaten und dem Nistru Fluss, im Norden eingebunden von Hotin und durch die Donau und das Schwarze Meer im Süden. Nach dem in Bukarest 1812 erfolgten Frieden war ein Teil dieser Gegend dem Zaristischen Russland zugeordnet worden, man nannte ihn Basarabia.


Die Unabhängigkeit der demokratischen Republik von Moldau wurde im Januar 1918 proklamiert. Später, am 27. März 1918 wurde entschieden, sich mit Rumänien wieder zu vereinigen. Der Zusammenschluss fand 1940 statt und folgte dem Molotov - Ribbentrop Gipfel. Entsprechend diesem Entschluss wurde Basarabia ein Teil der UDSSR und als sowjetische sozialistische Republik Moldavia proklamiert. Es enthielt nur neun Basarabische Grafschaften und sechs Bezirke von der linken Bank des Nistru Flusses. Der verbleibende Rest von Moldau ist verglichen mit dem russischen Teil wesentlich kleiner, als der Teil der 1912 an die russischen Behörden überging.


Infolge des Umstrukturierungsprozesses, der in Zentral- und in Ost-Europa startete, proklamierte Moldau im Juni 1990 seine Souveränität, wonach im März 1992 die Unabhängigkeit Moldawiens fest stand. Seit dieser Zeit ist die Republik von Moldau Mitglied der Vereinten Nationen. Mehr über Moldawien, Tourismus etc. erfahren Sie hier...



Die Weinproduktion


Für die Einwohner des modernen Moldaviens ist die Kunst des Rebbaus eine alte Tradition. Vor langer Zeit wurden hier die «Thrazien» Reben kultiviert, die für andere Stämme die Geheimnisse des Weins bildeten (z.B. in Griechenland und Makkedonien). Ein Vers im «Iliad» (8. Jahrhundert v.Ch.) sagt, «der Grieche ging zu Thracia, um Wein zu finden» und Odysseus besiegte mit diesem Wein den einäugigen Zyklopen Polyphem.

 

Der römische Dichter Ovid (43 v. Chr. bis 8 n. Chr.) - eigentlich Publius Ovidius Naso - wurde durch Kaiser Augustus (63 v. bis 14 n. Chr.) ins Exil nach Moldavien verbannt um an Ort die Gewohnheiten des Konzentrierens des Weins durch Einfrieren zu ergründen. So trank das Volk der «Dacians» den Wein nicht nur, es ass ihn auch! Die Reben wuchsen in einem Ausmass, dass die Regierung von König «Burebista» (82-44 v.Ch.) die Stämme an der Fülle der Reben teilhaben liess. Später, nach Ansicht eines griechischen Historikers, wies Burebista seinen Hohepriester «Deceneu» an, alle Reben umzugraben. Aber ein Sprichwort sagt, «Reben leben immer». Und als die Römer die Gegend in der ersten Jahrhundertwende eingliederten, fanden Sie einen wieder erblühten Weinbau vor.

 

Zusammen mit Korn war Wein einer der wichtigsten Exportgüter Moldoviens. Erstmalige Erwähnungen von Dimitri Cantemir (1673-1723) in seinen Schilderungen über Moldavien deuteten darauf hin, dass im 18. Jahrhundert eine grosse Nachfrage nach Weinen aus Moldavien durch Kaufleute von Russland, Kazakhstan, Ungarn und Transylvania bestand. Der Wein wurde in Eichenfässern gelagert und verschickt. Für die Fässer war die moldavische Eiche wegen ihrer konservierenden Qualitäten hervorragend geeignet. Vor allem Ausländer bevorzugten sie, da sie gegen den «Klopfkäfer» beständig war. Die symbolische Verbindung zwischen der Rebe und der Eiche ist noch heute Grundlage. Normalerweise werden nur hundertjährige Eichen benutzt, da angenommen wird, dass dem Trinker durch den Wein die Qualitäten des Baumes übermittelt werden. Die Weinregionen in Moldawien sind wiefolgt aufgeteilt:

  • Central (Codru) zone
  • South-eastern or Purkari zone (Nistreana)
  • Southern zone (Cahul)
  • Northern zone (Balti)

 

Moldawien unter den Top-Ten der Welt

 

In der ehemaligen UdSSR war Moldawien mit rund einem Viertel der grösste Weinproduzent. Die geographischen und klimatischen Gegebenheiten sind für Weinbau sehr günstig, die 140'000 ha. Rebflächen liegen auf demselben Breitengrad wie im Burgund. Der Anteil an trocken oder halbtrocken ausgebauten Weinen ist relativ hoch, es gibt aber auch traditionelle süsse Dessert-Weine. Die europäischen Rebsorten Aligoté, Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Malbec, Merlot, Müller-Thurgau, verschiedene Muskat-Sorten, Pinot Gris, Pinot Noir, Riesling, Sauvignon Blanc und Traminer sind weit verbreitet. Von den einheimischen Sorten sind Saperavi, Plavai, Feteasca AlbaFeteasca Regala (Muscat), Feteasca Neagra, Rara Neagra und Rkatsiteli zu nennen.

 

Rund 15 % des Jahreseinkommens des Landes wird durch den Weinbau erzeugt. Die Republik Moldavien zählt heute zu den 10 grössten Weinbauländern der Welt. Es gibt gekühlte Speicherkapazität für ungefähr 5’000 Tonnen Tafeltrauben. Mit einer Gesamternte von 310’000t Trauben produziert Moldavien 1,2-1,5 Million Hektoliter der hervorragenden inländischen und europäischen Weine. Nur 15 % der gesamten Produktion wird innerhalb der Republik verbraucht, während 85 % in andere Länder exportiert wird. Der Wert der jährlichen Weinexporte beträgt ca. USD 130-150 Million. Dank verschiedenen Finanzierungsvereinbarungen und der internationalen finanziellen Organisationen, besonders EBRD, stehen jetzt modernste Abfüllanlagen in Chisinau und anderen Orten, die heute den höchsten Standards entsprechen.

 

 

Die Produzenten

 

Das beste Weinbaugebiet befindet sich im Südosten, wo auch die bekanntesten Produzenten angesiedelt sind. Die Kellerei PUKARY produziert hier den bekannten Negru de Purkari.  Der Rotwein stammt vom Unterlauf des Dnjestr in Moldawien und wird aus den Rebsorten Cabernet Sauvignon, Rara Njagre und Saperavi gekeltert. Der rubinrote, alkoholstarke (bis 14% vol) Wein besitzt ein Johannisbeeren-Bouquet und reift drei Jahre, bevor er in den Handel kommt. Es gibt auch einen roten "Rosu de Purcari" aus den Rebsorten Cabernet Sauvignon, Merlot und Malbec.

Das Weingut ROMANESTI Nähe der Hauptstadt Chisinau mit rund 600 Hektar Rebfläche wurde von der Zarenfamilie Romanow gegründet und stellt den bordeaux-ähnlichen, gleichnamigen Rotwein aus Cabernet Sauvignon (60%), Merlot und Malbec her. Hier wird auch der weisse Dessertwein Trandafirul Moldovei mit der Rebsorte Traminer Roz hergestellt.
 

Der Produzent VITIS HINCESTI ist einer der führenden Keltereien und Exporteuren in Moldawien , der das Recht erworben hat, die Bezeichnung seiner Weine mit VDO und VDOC zu ergänzen, neuen Kategorien in moldawischer Weinbereitung, die den französischen Standart AOC (Appellation d`Origine Controlee) entsprechen. Auf die hervorragende Qualität der Weine wurde mehrfach an den internationalen Weinmessen wie „Chardonnay Du Monde“ in France, „Bordeaux Expo“ in Bordeaux, France „Pro Wine“ Germany, „Expo Vin“ Moldova, hingewiesen. Weissweine des Jahrganges 2002, so wie Sauvignon Blanc und Chardonnay heben sich hervor durch die Reinheit des fruchtigen Aromas und ihre Eleganz. Die Linie der Rotweine ist auf den klassischen Weinsorten wie Cabernet, Merlot und Pinot aufgebaut. Der angebotene Wein Chateau Manuc ist eine ziemlich seltene, und deshalb interessante Kombination von Pinot und Merlot.

 

Die Weine des Unternehmens DIONIS CLUB AURVIN werden in neuen Produktionsstätten hergestellt, die mit der modernsten Technologie und westlicher Ausrüstung ausgestattet sind. Sorgfältige Auslese der Trauben, Kältebehandlung, Kontrolle des Gärungsprozess und schliesslich der kalte Ausschank in Flaschen gewährleisten eine hohe Qualität der Weine. Hoher Inhalt von natürlichen Alkohol gibt dem Wein Finesse, Sättigung und Gleichgewicht.

In die top-moderne Umrüstung der alten Kelterei AurVin wurden 6 Mio USD investiert (siehe Bilder unten). Die Produktionskapazität des Unternehmens beträgt 7000 Tonnen und 24 000 Flaschen pro Jahr. Es werden 45 Weinsorten hergestellt. Inzwischen exportiert Dionis Club nach Deutschland, England, USA und Israel.

 

 

Die Kelterei CRICOVA SA zeichnet sich durch einen in sich geschlossenen Herstellungs- Kreislauf aus. Die Firma besitzt ihre eigenen Rohstoffquellen wovon beinahe 98 ha im zentralen Gebiet (Dorf Cricova) und 60 ha im südlichen Gebiet liegen. (Dorf Lucesti, Cahul). Anfang 2001 wurden grosse Investitionen in neue Pflanzungen getätigt. Weitere Details finden Sie nachstehend im Bericht über den Schaumwein aus Moldawien.

 

Auch das Unternehmen Arcorex Cricova, nicht zu verwechseln mit Cricova SA, wurde kürzlich bei internationalen Weinwettbewerben mit Medaillen ausgezeichnet. Dieses Unternehmen ist aber weit jünger als Cricova und profitiert auch etwas vom Ruf der grossen Konkurrenz im eigenen Dorf. Mehr darüber erfahren sie hier...

 

Auch Dyonysos-Mereni kann mit internationalen Auszeichnungen aufwarten. Hier ein Direktlink zu der Homepage...


Bekannte moldawische Weissweine sind Dnestrowskoje, Gratijeschty und Trifeschty. Zur Zeit produziert Moldova auch hervorragende klassische Sekte, besonders das «nahe cuve» in vielen seiner Weinkellereien, einschliesslich Cricova, Chisinau (VISMOS - Aroma , das nationale Weinbau-  und  Weininstitut), Milestii Mici, Nisporeni, Stauceni (die 1842 zu Ehren des russischen Zaren Alexander II gegründete nationale Hochschule des Weinbaus und der Weinproduktion), Salcuta, Hincesti und Chirsova. Die Standorte finden Sie auf der nebenstehenden Karte.

 

Es existieren rund 180 Weinproduktionsbetriebe aber jeder Einwohner eines Dorfes in Moldavien hat alle notwendigen Gegenstände im Haus um seinen eigenen Wein herzustellen: Weinpresse, Bottich und Fässer.

 

Viele wertvolle Informationen über Wein aus Moldawien erhalten Sie hier...




Out für Chamapanskoje -

Der Cricova-Schaumwein ersetzt den Krim-Sekt


Das Herzstück der moldavischen Weinproduktion liegt tief unter dem Boden versteckt – in einem alten Kalk-Steinbruch. Ein unterirdisches Strassennetz in einem Tunnel-Labyrinth von über 60 Kilometern Länge verbindet die Produktions- und Lagerstätten der Staatskellerei. Viele Strassen tragen Namen berühmter Traubensorten, wie Aligote, Riesling, Codru, und (die lokale) Feteasca. Hier reifen in etwa 30 Millionen Liter Wein. Platz hätte es für die Lagerung von insgesamt 500 Millionen Litern!
 

In den Cricova-Kellern ruht übrigens der moldavische Staatsschatz und mit ihm über eine Million alter wertvoller Weinflaschen aus der Kriegsbeute von Hitlers Reichmarschall Göring. Sie stammen aus Italien und Frankreich und sind nach der Kapitulation Deutschlands der roten Armee in die Hände gefallen. Pompöse Repräsentationsräume aus guten alten Zeiten befinden sich ebenfalls 80 Meter unter dem Boden.

Bei Cricova legt man grossen Wert auf die Qualität der eigenen Schaumwein-Produktion. Der moldavischen Weine soll dem Standart des französisches Champagners entsprechen. Die Technik ist denn auch durchaus mit jener der Champagne vergleichbar.


Die Kellermeisterin lässt wieder von Hand arbeiten.
 

In den Kellern herrscht eine konstante Temperatur von 10 Grad C und eine Luftfeuchtigkeit von 98 Prozent. Cricova ist eine unterirdische Welt, die viele Kilometer Galerien, Höhlen und Nischen beherbergt und ein ideales Klima darstellt, in dem alle Arten von Schaumweinen reifen; weiss, rosé und rot. Letzterer entsteht aus einer Pinot-Cabernet Assemblage und mit einer Schlussdosage aus Zucker und Cognac.


Wie in andern Ländern wird auch hier der Wein von Hand gerüttelt – Lubovi Evstratiev, Kellermeisterin Cricova meint dazu: "Remuage ist eine schwere Arbeit und wir hätten dafür gerne Maschinen eingesetzt, um die Menschen zu schonen." Die speziell aus Frankreich importierte Rüttelmaschine steht, nach verschiedenen Testläufen, ungenutzt in einer Ecke. "Doch die Maschine arbeitet nicht so gut wie die Frauen, sie ist zu brüsk – das ist schlecht für den Schaumwein, denn die Sedimente in den Flaschen sind sehr unterschiedlich – jede Flasche ist wieder anders. Die Rüttlerinnen hier arbeiten sehr sorgfältig und fein, mit viel mehr Gefühl als die Maschinen. Deshalb machen wir’s immer noch von Hand - diese Art der Remuage ergibt eine viel bessere Weinqualität." Bei Cricova arbeiten ausschliesslich Frauen.
 

 

Der Markt für Cricova

Der Marketing-Chef ist auf der Suche nach einem neuen Markt für seine hervorragenden Schaumweine. "Einst waren unsere Produkte bestens bekannt, denn wir belieferten ganz Russland. Doch damals hiess unser Schaumwein Sowjetskja Champanskoje – sowjetischer Champagner. So hiess aller Schaumwein in der Sowjetunion, und er wurde unter diesem Namen auch exportiert. Auch Leute in Deutschland und im übrigen Europa tranken unsere Produkte – doch sie wussten nicht, dass dies unser Wein war. Allgemein bekannt war er unter einem anderen Namen, man nannte ihn Krimsekt." Heute darf sich nur noch Schaumwein aus der Ukraine Krimsekt nennen. Moldavien versucht jetzt gezwungenermassen seinen Schaumwein unter dem Label Cricova bekannt zu machen.

Die Cricova-Weine sind wesentlich billiger als Champagner, doch als Billig-Weine möchte man sie nicht vermarkten. Die neue prestigeträchtige Kristallflasche verschafft dabei dem Wein ein entsprechendes Image. Wie in der Champagne zeigt sich auch hier, dass Schaumwein mehr als ein edles Getränk ist.  Den Besuchern werden mit Charme und Nonchalance herausragende Jahrgänge der eigenen Kollektion präsentiert. Dabei kommt Geschichte und Mythos nie zu kurz.

 

Hier die Anschrift von Cricova:

 

Integrated Factory of Champagne and Fine Wines "CRICOVA"

Web site: www.cricova-wine.com

Address: str. Ungureanu 1, Cricova, Chisinau, MD-2084, Moldova,

Tel: (373)2444035, 2444253 (sales), fax: (373)2573725, email: info@cricova.com

 

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Möchten Sie mehr über Champagner erfahren? Dann schauen Sie in unseren Bericht über Moët&Chandon rein...

 

 

 

Moldawiens Wein in der Schweiz

 

Feraz Trade & Consulting GmbH wurde im 2003 in Bern gegründet. Das Unternehmen amtet als Importeur der moldawischen Weine in die Schweiz und vertritt exklusiv den besten Weinproduzenten Moldawiens.

Das Angebot beinhaltet eine Vielfalt an ausgewählten Spitzenweinen und spannenden Neuheiten aus dem Land des Weines Moldawien, die in der Schweiz nur wenig bekannt sind. Unter Kennern sind moldawische Weine berühmt und sehr gelobt für ihre hervorragende Qualität. Weitere Details erfahren Sie direkt auf der Feraz-Homepage....