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Schweizerische Eidgenossenschaft. Hauptstadt: Bern,
Fläche 41'285 km2, Einwohner 7,5 Mio.
Die Schweiz ist eines der gebirgigsten Länder in
Europa. 70 Prozent ihrer Fläche werden in der Mitte und im Süden von den Alpen
und im Nordwesten vom Schweizer Jura
eingenommen. Die Schweizer Alpen sind Teil des größten Gebirgssystems in Europa.
In den Walliser Alpen erhebt sich mit 4 634 m Höhe der höchste Gipfel der
Schweiz, die Dufourspitze des Monte Rosa-Massivs. Der Schweizer Jura (keltisch
Wald) bleibt in seiner Höhe unter 1700 m.
Zwischen diesen beiden Gebirgen erstreckt sich das hügelige Schweizer
Mittelland. Es liegt im Durchschnitt etwa 400 m über dem Meeresspiegel. Dieses
Alpenvorland erstreckt sich vom Genfer See (Lac Léman) im Südwesten bis zum
Bodensee im Nordosten. Die Alpen sind von tiefen und teilweise auch breiten
Längstälern durchzogen.
Im
Schweizer Mittelland sowie in den tiefer gelegenen Tälern herrscht ein
gemäßigtes Klima bei einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von circa 10 °C.
Die Temperatur sinkt um circa 0,7 °C pro 100 Höhenmeter.
Die Römer pflanzten um die Zeitenwende Reben im Raum Basel Augst und Windisch und
begründeten bei uns den Weinbau. Im 6. Jahrhundert nach Christi gründeten
Mönche der Augustiner-Chorherren aus dem
Burgund das Kloster St. Maurice bei Aigle im Kanton Wallis und kultivierten
Rebberge. Mitte des 8. Jahrhunderts entstanden erste Rebgebiete im Churer Rheintal und am
Bodensee. Wie im übrigen Europa wurde der Weinbau im Mittelalter massgebend von
den Zisterziensern beeinflusst. Der Zisterzienserorden ist durch Reformen aus
der Tradition der Benediktinermönche entstanden. Diese gründeten das Kloster Dézaley
und legten ab dem
Jahr 1141 die ersten terrassierten Weinberge am Genfer See im Kanton Waadt an,
ein steiler Hang zwischen den Ortschaften Epesses und Rivaz unterhalb des Tour
de Marsens und des Rocher-de-la-Croix-de-Notre-Dame. Dieser zählt zu den besten Appellationen in der Schweiz. Ab Beginn
der Eidgenossenschaft anno 1291
bis in das 18. Jahrhundert nahm die Weinproduktion ständig zu. Um das Jahr 1850
umfassten die Rebflächen mit rund 35.000 Hektar mehr als das Doppelte der
heutigen Bestände. Im 19. Jahrhundert erlitt der Weinbau einen Rückschläge durch
ausländische Konkurrenz, durch die Reblaus und den Mehltau, die als einem der
letzten europäischen Länder auch die Schweiz erreichten. Nach dem Zweiten
Weltkrieg gab es wieder eine leichte Erholung.
Die Alpen
mit ihren Ausläufern prägen auch stark den Weinbau in der Schweiz. Die Rebflächen liegen vor
allem am Beginn der drei grossen Flusstäler Rhône im Westen, Rhein im Norden und
Po im Süden. In diesen Tälern und entlang der vielen Seen befinden sich viele
Rebflächen auf Gletschermoränen, zumeist steil und terrassiert. Die besten Weine
im grössten Rebbaugebiet der Deutschen Schweiz, dem Kanton Zürich, sind auf
ehemaligen Gletschermoränen kultiviert worden.
Im Weinbauort
Visperterminen im Kanton Wallis befinden sich
Rebgebiete in
1.100 Meter Seehöhe, damit zählen sie zu den höchstgelegenen Europas. Pikant
ist, dass der allerhöchste Rebberg der Welt sich in der Hand eines Schweizer
Unternehmens befindet.
Sprachlich
wird die Schweiz in die drei Weinbau-Regionen Westschweiz (französische Schweiz
mit etwa Dreiviertel der Rebfläche), Ostschweiz (deutsche Schweiz - das
"Blauburgunderland") und das Tessin im Süden (italienische Schweiz) aufgeteilt.
Die Anpassung der Rebfläche im Laufe der letzten Jahre ist bemerkenswert. Seit
1985 nahm diese um total 1'055 ha zu. Die mit roten Traubensorten
bestockten Flächen verzeichneten einen Anstieg von 2'231 ha, die Fläche
der weissen Sorten einen Rückgang von 1'182 ha. Der Nachfrage der Konsumenten
nach mehr Rotwein wird somit Rechnung getragen. Es gilt jedoch festzuhalten,
dass Neuanpflanzungen kostspielig sind, in den ersten drei Jahren keinen Ertrag
bringen und die Reben für eine Dauer von 30 bis 35 Jahren gesetzt werden. Eine
rasche Anpassung an den Markt ist aus ökonomischen Gründen kaum möglich.
Etwas mehr als die Hälfte der
Gesamtfläche belegen rote Rebsorten. Die häufigsten sind
Pinot Noir
(Blauburgunder) und Gamay, nur in der italienischen Schweiz (Tessin) dominiert
Merlot mit 85% der Fläche. Bei den weissen Sorten herrscht
eindeutig
Chasselas vor (auch Dorin, Fendant und Perlin genannt), gefolgt
von Müller-Thurgau (Riesling x Silvaner) - mit dem Namen wurde
dem Schweizer Weinbau-Pionier
Dr. Hermann Müller (1850-1927) ein Denkmal
gesetzt, das er sich nie gewünscht hatte. In der Ostschweiz, dem
Blauburgunderland (Deutschschweiz), dominiert die rote Sorte Pinot Noir mit rund 70% der Fläche. Die nach der
Reblaus-Katastrophe angepflanzten Americano (Amerikaner-Reben, wie Clinton,
Isabella und mit ganz geringen Beständen, die Noah) machen noch einen
Anteil von etwa 10% aus und werden im Tessin, nebst Wein für Tafeltrauben und Grappa verwendet.
Hier
eine Kurzübersicht:
Rebbaufläche in ha
In der Deutschschweiz
In der Romandie und der italienischen Schweiz |
15'056 (inkl. Grenzgebiet Genf)
17%
83% |
|
Anzahl Produzenten |
33'000 |
|
Anzahl Einkellerungen |
2'200 |
Anzahl Rebsorten
Weisse Rebsorten
Rote Rebsorten |
60
45%
55% |
Die
häufigsten Rebsorten nach der Rebfläche sind:
(mehr Informationen über die einzelnen Rebsorten erhalten Sie
beim Anklicken der Rebsorten-Namen)
*
Chasselas (weiss) mit 36%
* Pinot Noir
(rot) mit 31%
* Gamay
(rot) mit 13%
* Merlot
(rot) mit 6%
* Müller-Thurgau (weiss) mit 5%
* Chardonnay (weiss) mit 1,5%
* Silvaner (weiss) mit 1,4%
*
Ruländer (weiss) mit 1%
Im Jahre 2002 betrug die Rebfläche rund 15.000 Hektar, von der knapp 1,3
Millionen Hektoliter Wein erzeugt wurden. Die Schweiz produziert ausgezeichnete
Weine in vielen Varianten. Ein möglicher Grund, warum sie ausserhalb des Landes
nicht so bekannt sind, liegt daran, dass sie fast ausschliesslich im Land
konsumiert werden und bei Rotwein sogar noch doppelt so viel importiert werden muss. Zumeist
werden die Weine nach der Gemeinde benannt, in der sie erzeugt werden.
Die
wichtigsten Weinbau-Kantone mit ihren Rebflächen sind: (2004)
(Mehr Informationen über die einzelnen Weinbaukantone erhalten
Sie beim Anklicken des Titels)
Aargau mit 392 ha
Appenzell (beide) mit 4 ha
Region Basel mit 118 ha
(Kantone Basel-Stadt 5 ha, Baselland 106 ha, Solothurn 5 ha, Kt. Jura und Elsass)
Bern mit 383 ha
(davon Lac de Bienne 221 ha)
Freiburg mit 116 ha
Genf mit 1.397 ha
(davon 137 ha im französischen Grenzgebiet)
Glarus mit 1,8 ha
Graubünden mit 445 ha
(davon im Misox 29 ha)
Luzern mit 26 ha
Neuchâtel mit 600 ha
Schaffhausen mit 473 ha
Schwyz mit 35 ha
St. Gallen mit 219 ha
Tessin mit 1019 ha
Thurgau mit 266 ha
Uri mit 1,0 ha
Waadt mit 3.873 ha
Wallis mit 5.209 ha
Zug mit 1,7 ha
Zürich mit 644 ha
Das Wallis
ist nach wie vor der grösste Weinbaukanton der Schweiz, gefolgt von den Kantonen
Waadt, Genf und Tessin.
Das Weingesetz basiert auf der Schweizer Lebensmittelordnung. Es muss der
Begriff "Wein" genau definiert sein, zum Beispiel Perlwein, Schaumwein, Süßdruck
(Rosé) und Luxuswein. In den 1990er-Jahren beschlossen einige Kantone so
genannte AOC-Statute, die aber je Kanton unterschiedlich gehandhabt werden. Die
Vorgaben sind nicht sehr streng, der maximale Ertrag ist bei Weisswein mit 1,4
kg/m² und für Rotwein mit 1,2 kg/m² festgelegt. Das bedeutet zwischen 84 und 110
hl/ha. Ein Anreichern mit Trockenzucker ist üblich. Die Bezeichnung "leicht süß"
und "mit Restzucker" auf dem Etikett gilt für Weine, deren Gärung künstlich
gestoppt wurde und die mehr als 4 g/l Restzuckergehalt haben. Natürlich süße
Weine benötigen diese Bezeichnung nicht. Verschnitte sind in Grenzen möglich,
wobei Verbesserungs-Schnitt nur mit qualitativ höherwertigen Weinen bis maximal
20% erfolgen darf. Weißwein darf nur mit inländischen Weinen, Rotwein auch mit
ausländischen Weinen verschnitten werden. Übersteigt der Anteil 30%, dann muss
er als ausländischer Wein bezeichnet werden.
Die Angaben auf dem Flaschen-Etikett wie zum Beispiel Herkunft (geographische
Angabe größerer Regionen), Ursprung (Appellation wie Produktionsort, Lage oder
Weingut), Rebsorte (nicht obligatorisch), Jahrgang (nicht obligatorisch,
Beimischung eines anderen Jahrganges gleichen Ortes und Ursprunges ist bis 20%
erlaubt), Qualitäts-Beschreibung, Alkohol-Gehalt, Erzeuger etc. müssen
wahrheitsgetreu sein und jegliche Täuschung ausschließen. Je genauer die
Angaben, desto höher ist auch die Qualität. Perlwein muss einen Kohlensäuredruck
von 1,6 bis 2,5 atü bei 20 °C aufweisen. Als Schaumwein gilt ein Wein, der
infolge einer zweiten Gärung (Flasche oder Tank) einen Kohlensäuredruck von
zumindest 2,5 atü bei 20 °C bzw. einen Gehalt von zumindest 4 g/l Kohlensäure
aufweist, der Alkohol-Gehalt muss zumindest 8% vol betragen.
Der
Weinkonsum in der Schweiz ist leicht rückläufig (1998 = 2,91Mio hl, 2002 = 2,939
hl). Dafür hat sich eine positive Entwicklung bei Schaumwein ergeben
(1998 = 96'550 hl, 2002 = 124'448 hl). Die Schweizer sind beim Weintrinken
keine Patrioten. Sie konsumieren zwar mehr einheimischen als ausländischen
Weisswein, beim Rotwein werden aber nur 0,596 Mio hl Schweizer Produkte und
dagegen 1,4 Mio hl ausländische Erzeugnisse getrunken. Führend sind Importe aus
Frankreich und Italien.
In
Wädenswil am Zürichsee wurde im Jahre 1890 die angesehene und bedeutende
"Eidgenössische Forschungsanstalt für Obst-, Wein- und Gartenbau" gegründet. Das
Institut bewirtschaftet auch einige Rebanlagen. Der erste Direktor war Professor
Dr. Hermann Müller (1850-1927), der
hier die in Geisenheim (Rheingau) begonnene Arbeit an der nach ihm benannten
Neuzüchtung Müller-Thurgau fertig stellte. Der bekannte Biologe
Dr. Otto Schneider-Orelli (1880-1965)
war an diesem Institut Anfang des 20. Jahrhunderts in der Erforschung
pflanzenphysiologischer, entomologischer (Insekten) und mykologischer (Pilze)
Probleme tätig.
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