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Kanton
Aargau. Kantonshauptstadt: Aarau. Fläche: 1'404 km2. Einwohner: ca. 540'000.
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Politische
Karte Kanton Aargau |
Der Kanton
Aargau liegt im nördlichen, überwiegend deutschsprachigen Teil der Schweiz und
grenzt im Norden an Deutschland, im Osten an den Kanton Zürich. Der Kanton
Aargau, der erst durch die Vereinigung von Teilen der beiden Kantone Bern und
Baden entstand, wurde im Jahr 1803 in die Schweizerische Eidgenossenschaft
aufgenommen. Kantonshauptstadt ist Aarau.
Der Aargau ist der am wenigsten gebirgige Kanton der Schweiz und besteht
grösstenteils aus fruchtbaren Flusstälern, in denen vor allem Obst und Getreide
angebaut werden.
Der
Kanton Aargau und der Weinbau früher
Die ersten
Funde der Weinkultur stammen aus den Römerlagern von Windisch,
Augst und
Zurzach. Hier wurden Vasen, Schalen und Trinkgefässe gefunden, deren
Abbildungen auf Weinbau in der Gegend schliessen lassen. Aber auch der Ursprung
einiger Begriffe wie «Wein», «Kelter», «Torkel» usw. geht auf die Römer zurück.
Es ist den
Klöstern und adeligen Schichten zu verdanken, dass unser Weinbau im Mittelalter
nicht unterging. Die Rebflächen wurden sogar laufend ausgedehnt und erreichten
Ende des 19. Jahrhunderts einen Höchststand. Haben Sie gewusst, dass im Jahr
1860 der Aargau mit einer Rebfläche von rund 2700 Hektaren eine um 500 Hektaren
grössere Fläche bewirtschaftete als das Wallis zur damaligen Zeit? Ende des
vorigen Jahrhunderts führten
aus Übersee
eingeschleppte Krankheiten und Schädlinge zu einem massiven Rückgang der
Rebfläche. Besonders die Reblaus zerstörte den weitaus grössten Teil unserer
Rebberge. Gleichzeitig gerieten unsere Weine als Folge des zunehmenden Handels
durch billigere und oftmals alkoholreichere ausländische Produkte immer mehr
unter Druck. Der nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzende Bauboom führte ausserdem
dazu, dass manch schöner Rebberg an sonniger Südlage einem schmucken
Einfamilienhaus weichen musste. So verschwand der Rebbau in diesem Gebiet fast völlig.
Der
Weinbau im Kanton Aargau heute
Das kleine Weinbaugebiet in der deutschen Schweiz umfasst knapp unter 400 ha
Rebfläche (Jahr 2004 = 392 ha). Die Weingärten sind wie in der Ostschweiz üblich auf viele Gemeinden,
Lagen und Parzellen verteilt. Rund 750 Winzer und Winzerinnen bewirtschaften in
den 7 Weinbau-regionen die Reben in 72 Rebbaugemeinden. Der Wein wird in 11 Genossenschaften, 11
Weinhandlungen und in ca. 57 Selbstkelter-betriebe verarbeitet.
Der
Rebsortenspiegel für den Kanton Aargau
Es sind
zur Zeit ca. 46 verschiedene Rebsorten zugelassen. Noch ist der Kanton Aargau zu
zwei Dritteln mit blauen Sorten bestockt. Ein Drittel entfällt auf die weissen
Sorten.
Mit rund 234 ha Rebfläche nimmt der
Blauburgunder (Pinot noir) bei den roten
Weinen eine Spitzenposition ein. Seine besten Weine stammen von den Steilhängen an den Flüssen Aare und Limmat und
aus kleinen Seitentälern des Tafeljuras. An zweiter Stelle dürfte die Rebsorte
GxR (Gamay x Reichensteiner) liegen (ca. 74 ha), gefolgt von
Regent (ca. 36,4 ha), und
Diolinoir (16,9 ha).
Bei den
Weissen ist der Riesling x
Silvaner (Müller-Thurgau) mit ca. 107 ha führend vor
Pinot gris (ca. 49,8 ha),
Chardonnay
(ca. 47,3 ha), Sauvignon
blanc (c. 45 ha), Kerner
(ca. 19 ha) und
Gewürztraminer (ca. 14 ha). Der populäre
Räuschling ist massiv
zurückgefallen von rund 84,5 ha im Jahr 1999 zu 11,4 ha im Jahr 2003.
Alle
Daten basieren auf Erhebungen des Jahres 2003.
Die
Weingebiete des Kanton Aargaus
Haben Sie
gewusst, dass der
Kanton Aargau auf gleichem geographischem Breitengrad liegt wie das
prestigeträchtige Burgund und dass die Niederschlagsmenge im Aargau sogar
geringer ist als in der südschweizer Sonnenstube Tessin?
In vielen
Haupt- und Seitentälern des Kantons sind an exponierten Südhängen wieder
neue Rebberge entstanden, die ihren wertvollen Beitrag zur Aargauer Weinvielfalt
leisten.
In der Gemeinde Mandach befinden sich die höchstgelegenen Rebflächen
des Kantons Aargau auf ca. 600 m.
Die Gemeinden Tegerfelden (ca. 36,5 ha), Döttingen (ca. 17,7 ha) und Klingnau
(ca. 9,9 ha) verfügen über das grösste zusammenhängende
Weinbaugebiet des Kantons. Die fünf grössten Rebbaugemeinden sind Tegerfelden
(ca. 36,5 ha), Schinznach Dorf (ca. 29,1 ha), Remigen (ca. 24,4 ha) und
Döttingen (ca. 17,7 ha).
In Frick
befindet sich der Sitz der Kantonalen Zentralstelle für Weinbau und des
Forschungsinstituts für Biologischen Landbau (FIBL) und in Tegerfelden das
attraktive aargauische Weinmuseum,
sowie die
einzige Fassküferei im Kanton, die Firma Siegfried
ANNER
Dorfstr. 9, 5306 Tegerfelden. Sie wurde schon im Jahr 1907 gegründet. Möchten
Sie ausführlich über den Fassbau und die Küferei informiert werden, bieten wir
Ihnen eine umfangreiche Information an,
mehr...
Der
aargauische Weinbaukommissar Peter Rey hat an der GV 2006 des kantonalen
Weinbauverbandes die Teilnehmer aufgefordert, Anmeldungen für AOC-Lagen und
-Bezeichnungen einzugeben, damit er diese schützen lassen kann.
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Die Weinregion Aargau ist in 7 Bereiche mit 72
Rebbaugemeinden aufgeteilt: |
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Bereich |
Einige
Rebbaugemeinden |
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Das Fricktal
Das Fricktal ist die grösste Aargauer Weinregion.
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Die
Weinregion Fricktal erstreckt sich vom Kanton Baselland bis zum
Bözberg und der Staffelegg.
Orte und Lagen:
Sulz (ca. 4,6 ha); Kaisten (ca. 4,6 ha); Obermumpf (ca. 5,3 ha), «Fluh»; Zeinin-
gen (ca, 4,4 ha); Magden (ca. 9,1 ha); Oeschgen (ca, 7,8 ha); Frick (ca. 4,3
ha); Wittnau (ca, 7,0 ha); Hornussen (ca. 7,9 ha); Bözen (ca. 10,4 ha) ; Effingen
(ca. 3,7 ha); Elfingen (ca. 12,3 ha); Ueken (ca. 4,8 ha); Herznach (ca, 7,3
ha)
Böden:
Schwere, tonreiche Jurakalkböden
Weine:
Weiss- und Rotweine in ziemlich ausgewogenem Verhältnis. Die vorhandenen
Bodenstrukturen unterstreichen den attraktiven, floral-mineralischen
Charakter des Riesling x Sylvaners, während die Rotweine von mittlerem
Volumen, aber ausgewogen und
harmonisch abgerundet erscheinen.
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Limmattal
Am Fuss der Lägern und entlang der Limmat erstrecken sich die Rebhänge des
Produktionsgebiets Limmattal. |
Orte und Lagen:
Würenlos (ca. 3,7 ha), «Bick»; Wettingen (ca. 14,9 ha), «Herrenberg»; Ennetbaden
(ca. 9,4 ha) mit der berühmten «Goldwand»;
Kirchdorf (ca. 1,3 ha); Untersiggenthal (ca 3,0 ha).
Böden:
Jurakalkbasis mit Mergel; Moränenböden sowie Schuttablagerungen von
Gletschern und Flüssen
Weine:
Überwiegend Rotweine; die Blauburgunder dieser Region sind oft besonders
kompakt und kräftig strukturiert. |
| Reusstal
Gebenstorf und Birmenstorf sind als zuverlässige Lieferanten kraftvoller
Blauburgunder bekannt. |
Orte und Lagen:
Gebenstorf (ca. 1,9 ha); Birmenstorf (ca. 9,5 ha); Niederrohrdorf (ca, 0,8
ha); Zufikon (ca. 2,15 ha); Muri (ca. 1,1 ha)
Böden:
Kalkreiche Juraböden, gebietsweise mit Lössauflage, Moränen
Weine:
Rotweine fallen mengenmässig bedeutend mehr ins Gewicht, die Vielfalt reicht
von
verspielt und fruchtig-leicht bis kernig und
extraktreich. |
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Das Schenkenbergertal und die Umgebung von Aarau |
In Auenstein, Schinznach, Villnachern, Oberflachs und Thalheim wachsen
überwiegend rassige, bouquetbetonte Weissweine, vorwiegend Riesling x
Silvaner (Müller-Thurgau).
Orte und Lagen:
Erlinsbach (ca. 2 ha); Küttigen (ca. 4,4 ha), «Hasenberg»; Biberstein (ca.
0,9 ha); Auenstein (ca. 8,9 ha); Schinznach (ca. 29 ha);
Villnachern (ca. 7 ha); Oberflachs (ca. 19ha); Thalheim (ca, 5,1 ha); Habsburg
(ca. 0,3 ha); Wildegg
Böden:
Zum Teil kieshaltige und nicht allzu tiefgründige Juraböden
Weine:
Prägten früher überwiegend Weissweine das Angebot, wird heute immer mehr auf
Rotwein und Spezialitäten gesetzt. Der Riesling x Sylvaner dieser Gegend ist
sehr bouquetbetont und ausdrucksvoll und besticht durch seinen
erfrischend-süffigen Geschmack.
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Seetal / Wildegg
Seengen und Meisterschwanden sind die grössten
Weinbaugemeinden dieser Region. |
Orte und Lagen:
Möriken-Wildegg; Lenzburg, «Goffersberg»; Seengen (ca. 10 ha), «Brestenberg»;
Meisterschwanden
Böden:
Überwiegend Moränenböden, die gebietsweise sehr sandhaltig sind
Weine:
Die zum Teil tiefgründigen Böden in einzelnen Gemeinden sind wie geschaffen
für Blauburgunder. Entsprechend werden dort verspielte, fruchtbetonte
Tropfen gekeltert. |
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Geissberg
Auch Mönthal,
etwas weiter westlich von Remigen gelegen, darf noch zum Gebiet des
Geissbergs gezählt werden. |
Orte und Lagen:
Böttstein; Villigen (ca. 16,7 ha), «Steinbruch»; Remigen (ca. 24,4 ha), «Rütiberg»; Mönthal; Mandach
(ca,. 4,8 ha);
Hottwil,
«Wessenberg»; Wil (ca. 6,8 ha); Mettau
Böden:
Schwere, tonhaltige Böden auf Jurakalkgrundlage
Weine:
Etwa zu gleichen Teilen Weiss- und Rotweine. Die stark kalkhaltigen Böden
prägen die Frucht des Riesling x Sylvaners und sorgen wie bei den Rotweinen
für delikate, feingliedrige Körper. |
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Unteres Aaretal |
Sitz einer
landesweit bedeutenden Rebschule in Würenlingen.
Orte und Lagen:
Würenlingen; Endingen; Tegerfelden (ca. 36,5 ha); Döttingen (ca. 17,7 ha), «Sännenloch»; Klingnau
(ca. 9,9 ha),
«Kloster Sion»
Böden:
Tiefgründige, schwere Tonböden mit hohem Kalkanteil; zum Teil Löss auf
Nagelfluh
Weine:
Die Weiss- und Rotweine weisen einen ausgeprägten Sortencharakter auf, sind
kräftig und haben gut gepufferte Säuren. Der Rotweinanbau überwiegt.
(Einige Informationen stammen teilweise aus
der Homepage des Weinbauverbandes /sämtliche Zahlen ohne Gewähr) |
Übersicht Weinproduktion im Kanton Aargau
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Jahr |
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Fläche
(ha) |
|
Ertrag
(hl) |
|
Erntewert
(Fr.) |
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1993 |
|
382 |
|
17'100 |
|
9'690'920.-- |
|
1994 |
|
386 |
|
23'280 |
|
13'061'510.-- |
|
1995 |
|
390 |
|
20'980 |
|
11'763'421.-- |
|
1996 |
|
390 |
|
18'585 |
|
10'593'600.-- |
|
1997
|
|
390 |
|
15'077 |
|
8'629'320.-- |
|
1998 |
|
390 |
|
19'565 |
|
10'952'570.-- |
|
1999 |
|
394 |
|
27'202 |
|
15'227'794.-- |
|
2000 |
|
402 |
|
24'930 |
|
13'955'918.-- |
|
2001 |
|
402 |
|
22'740 |
|
12'814'315.-- |
|
2002 |
|
403 |
|
20'550 |
|
11'580'220.-- |
Bekannte Winzer aus
dem Kanton Aargau
FIBL (ehemalige
Aargauische Staatstrotte) in Frick,
Büchli-Weine - Effingen,
Chalmberger
Weinbau - Oberflachs, Werner Frey - Rheinfelden,
Gebr. Nauer AG -
Bremgarten, Rebgut Hörnli,
Meinrad Steimer - Wettingen,
Voser AG -
Wettingen mit dem bekannten Goldwändler, Weinbaugenossenschaft
Wettingen,
Weinbaugenossenschaft Schinznach, Weingut Umbricht -
Untersiggenthal,
Weingut zum Sternen - Würenlingen,
Zweifel Weine -
Zürich mit Weinen aus Remigen. Nelly Zweifels Familie stammt aus Remigen
und hat dort immer Weinbau betrieben.
Hier
geht es zu den Winzer-Adressen des Kantons Aargau....
Der Aargauer
Staatswein
Früher wurde der
Aargauer Staatswein in der Aargauer Staatstrotte in Frick gewonnen. Im
Jahre 2004 hat das Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL)
Reben und die Staatstrotte in Frick übernommen. Der Aargau hatte somit
seinen Staatswein "verloren", zumindest vorübergehend. Man beschloss,
jährlich einen Wettbewerb auszuschreiben. Jedes Jahr soll ein anderer
Betrieb den Staatswein liefern können, der von hoher Qualität und von
einem Degustations-gremium ausgesucht werden muss.
Eine 11-köpfige Jury
bewertete im Jahr 2006 die blind degustierten Weine nach einem
20-Punkte-Schema und rief anschliessend die Sieger in folgenden
Kategorien aus:
Riesling x Sylvaner: Schinznacher Riesling x Sylvaner 2005,
Weinbau-genossenschaft Schinznach
Blauburgunder: Magdener
Blauburgunder Barrique 2004, Werner Frey, Rheinfelden
Spezialitäten:
Schinznacher Sauvignon blanc 2005, Weinbau-genossenschaft Schinznach
Die ausgezeichneten
Winzer werden die Siegerweine ab Mitte Juli mit dem Zusatzkleber
«Aargauer Staatswein 2006» versehen.
Hier erfahren Sie mehr über die
Trinkgewohnheiten der Römer bei Augst - Augusta Raurica und woher zu dieser Zeit
der Wein importiert worden ist...
Möchten Sie Kontakt zu
einem Weinhändler im Kanton Aargau? Hier ist die Liste,
mehr...
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weitere Informationen über das Weinland SCHWEIZ:
Hinweis: Wir haben die Beiträge nach bestem Wissen
erstellt. Sollten Sie dennoch in unseren Beschreibungen Fehler finden, danken
wir für jeden Hinweis.
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und Winzerführer Schweiz.
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