Die Schweiz -

der Kanton Neuenburg

und seine Weingebiete

 

 

Kanton Neuenburg. Kantonshauptstadt: Neuenburg. Fläche: 803 km2. Einwohner: ca. 167'000.

Mit Hilfe der Waffen und Gerätschaften, die an den Ufern des Neuenburger Sees (Lac de Neuchâtel) entdeckt wurden, konnte die Geschichte der Region bis zu ihren ersten Bewohnern, die hier um 3000 v. Chr. sesshaft wurden, zurückverfolgt werden. Die Region blickt durch ständige Machtwechsel auf eine abwechslungsreiche und bewegte Geschichte zurück, die erst mit dem Beitritt zur Schweizerischen Eidgenossenschaft im Jahr 1815 beständiger wurde. Der französischsprachige Kanton Neuchâtel (Neuenburg) erlebte bis zum Jahr 1948 eine Epoche der politischen Doppelallianzen, die erst durch die Einführung einer republikähnlichen Form der Regierung beendet wurde.

Neuchâtel weist eine Gesamtfläche von 797 km² auf und grenzt im westlichen Teil der Schweiz an das Jura. Weinberge, Obstgärten und Viehzucht bilden die Grundlage der vorwiegend agrarwirtschaftlich geprägten Wirtschaft von Neuchâtel, die für ihren Wein und Käse bekannt ist.

Im Südosten grenzt der Kanton an den Neuenburger See, den größten See innerhalb der schweizerischen Grenzen. Er ist ungefähr 38 km lang und stellenweise zwischen 6 und 8 km breit.

Neuchâtel (Neuenburg) ist die Hauptstadt des Kantons. Hier befinden sich eine Universität (1838 gegründet) und mehrere international anerkannte Pensionate und Internate. Die Einwohner sprechen angeblich das reinste und beste Französisch in der gesamten Schweiz.

Der nach der gleichnamigen Hauptstadt benannte Kanton (fz. Neuchâtel) bzw. das Weinbaugebiet in der französischen Schweiz nahe der Grenze zu Frankreich umfasst 605 Hektar Rebfläche.

Der traditionsreiche Weinbau ist urkundlich bereits aus dem Jahre 998 belegt. Der Bereich Neuchâtel bildet den Grossteil des so genannten Drei-Seen-Gebietes mit Lâc de Neuchâtel (Neuenburger See), Bielersee und Lâc de Morat (Murtensee). Diese drei grossen Gewässer beeinflussen durch Sonnenreflektion das Klima positiv. Die Weingärten liegen in einem 40 Kilometer langen Band zwischen Le Landeron und Vaumarcus auf zumeist kalkhaltigem Boden auf Südhängen an den Ausläufern des Juras über dem See. Die wichtigsten Weinbauorte sind Auvernier, Bevaix, Boudry, Cormondrèche, Cortaillod, Cressier, Hauterive, Le Landeron, Neuchâtel (mit Vororten), Saint-Aubin und Vaumarcus, die (wie alle 18 Gemeinden) einen eigenen AOC-Status besitzen. Im Jahre 1993 wurde ein AOC-Statut erlassen und als erstem Schweizer Kanton eine Ertragsbeschränkung eingeführt.

Zu ca. 55 % werden Weissweine, zu ca. 45 % Rotweine produziert. Die weissen Sorten sind Chasselas und in kleinen Mengen Chardonnay, Gewürztraminer, Pinot Gris (Grauburgunder) und Müller-Thurgau (hier Riesling-Silvaner). Als einzige rote Sorte gibt es Pinot Noir (Blauburgunder) mit vorgegebenen Klonen, wie zum Beispiel Pinot Noir de Cortaillod.

Eine Spezialität ist der lachsfarbene Rosé Oeil de Perdrix, den es als Blanche auch weissgekeltert gibt. Er darf ausschliesslich aus der Pinot Noir - Traube gewonnen werden. Leider wurde der Begriff nie geschützt, sodass heute Roséweine aus der ganzen Schweiz mit dem gleichen Namen bezeichnet werden.

Der Neuchâtel Blanc ist ein frischer, perlender Weisswein aus Chasselas (auch als "Sternliwein" bezeichnet), der auch mit Hefesatzlagerung (frz. sur lie) produziert wird.

 

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