

|
Kanton
Thurgau. Kantonshauptstadt: Frauenfeld. Fläche: 991 km2. Einwohner: ca. 230'000. Der Kanton
Thurgau liegt im Nordosten der Schweiz und grenzt im Norden an den Bodensee an.
Das Gebiet wird von den beiden Flüssen Thur und Murg durchschnitten und besitzt
äusserst fruchtbare Böden, die grossflächig für den Anbau von Kulturpflanzen und
Obst (vor allem Birnen und Äpfel) genutzt werden. In der Thurgauer
Landwirtschaft sind viele Betriebe, was das Einkommen betrifft, auf den
Betriebszweig „Obstbau" angewiesen. Zum Teil pflegen sie ihn auch als
Haupterwerb. Fast ausschliesslich handelt es sich dabei um bäuerliche
Familienbetriebe. Rund 700 Bauernbetriebe bewirtschaften niederstämmige
Obstkulturen für die Tafelobstproduktion. Weitere 1500 Betriebe pflegen
hochstämmige Obstbäume in traditioneller Art. Die reichen Ernteerträge werden zu
Most und Cidre (Apfelwein) weiterverarbeitet.
Mehr über das "Velo- und Wander-Ferienland" am Bodensee erfahren Sie hier... oder direkt bei: Thurgau Tourismus
Etwas Weinbaugeschichte aus dem Raum Bodensee Wie lange
es den Weinbau am Bodensee schon gibt, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden.
Erwiesen ist aber, dass prähistorische Reben schon während der Tertiärzeit in
Baden wuchsen und sie diese Eiszeit überstanden haben. Vorgeschichtliche Funde
auf der Halbinsel Höri oder in der Nähe von Steckborn in der Schweiz zeigen
jedoch, dass Wildreben schon lange vor Ankunft der Römer hier wuchsen. Auch im
Oberrheintal standen bereits einige Jahrtausende vor der Römerinvasion Wildreben
in beachtlicher Zahl. Sie rankten sich an mächtigen Baumstämmen empor, so dass
ihre Trauben in den Baumkronen von Menschen gepflückt werden mussten. Im
Zeitraum 5000 - 1800 vor Chr. wussten auch schon die Pfahlbauer am Bodensee wie
gut Trauben schmeckten. Einer der ersten, belegbaren Winzer war wohl der merowingische Hausmeier Karl Martell, der um das Jahr 724 Reben in Ermatingen anpflanzte. In einer Urkunde des Klosters St. Gallen ist um 779 n. Chr. erstmals die Rede von einer "vinea" (einem Weingarten) in Romanshorn. Nicht einmal hundert Jahre später, in seiner Amtszeit als Abt des Inselklosters Reichenau, liess Walahfried Strabo in den Jahren 842 - 849 den Weinbau erweitern, "indem er vom schweizer Steckborn her vierzig Rebleute auf die Insel berief".
Der Weinbau im Kanton Thurgau Was fällt einem spontan ein, wenn man das Wort Thurgau hört? Alles wie liebliche Landschaft, viel Grün, Mostindien, ein Land ohne Eigenschaften - nur nicht, dass der Kanton ein gedeihlicher Boden für guten Wein sei. Das erstere stimmt zwar bei oberflächlichem Blick, das letztere bei gründlichem Hinsehen aber auch. Der Weinbau am Bodensee war einst derart umfangreich, dass weit mehr Wein als Apfelsaft produziert wurde. Inzwischen hat der Weinbau dank ausgezeichneter Qualität wieder einen hohen Stellenwert erreicht. Die Thurgauer Weinbauern haben die Signale rechtzeitig erkannt, welche die in der Schweizer Landwirtschaft laufenden Veränderungprozesse aussenden. Die Produktion erfolgt mehrheitlich (82 Prozent der Rebflächen) nach den Richtlinien der integrierten Traubenproduktion. Diese ökologischen Grundsätzen sind mitverantwortlich für den guten Absatz der Thurgauer Weine. Im Thurgau sind es die beiden Sorten „Blauburgunder" und „Müller-Thurgau" (hier„Riesling x Silvaner"), die in allen Rebgemeinden angebaut werden und einen Produktionsanteil von immer noch über 90 % ausmachen. Diese beiden Sorten ermöglichen dem Weinsortiment eine grosse Vielfalt. Nebst den herkömmlichen roten und weissen Weinen werden aus diesen Sorten der spritzige „Ros‚", der fruchtige „Federweisser", der roséartige „Schiller", der elegante Strohwein, der körperreiche, schwere Barrique-Wein, der exklusive Eiswein und weitere mehr gekeltert. Nebst allen diesen Spezialitäten kommen Weine von neuen Traubensorten auf den Markt. Waren es vor zehn Jahren nur zwei bis vier Sorten, sind es heute über 20 Traubensorten, die den Thurgauer Rebberg und das Weinsortiment bereichern. Das oberste
Ziel der Thurgauer Weinproduktion ist die Qualität. Ein weiteres Ziel ist die
Erhaltung und Förderung der Trauben- und Weinproduktion in den bäuerlichen
Familienbetrieben. Es gibt rund 240 Rebbewirtschafter mit über 40
Selbstvermarktern. Die Trauben werden zu ungefähr je einem Drittel von
Selbsteinkellerern, Genossenschaften und Handel verarbeitet und verkauft.
Die Thurgauer Rebflächen sind auf 5 Regionen verteilt:
Als eine der besten Ostschweizer Lagen gilt die Trottenhalde bei Neunforn. Unternehmerisch sehr aktiv ist auch das Weingut Saxer in Nussbaumen. Hauptsächlich
werden Rotweine (69 %) produziert. Nebst der führenden Sorte Blauburgunder,
finden wir auch Regent, Garanoir und Cabernet-Sauvignon. Die Reben gedeihen vorwiegend auf Moränen- und Schieferböden. Hier geht es zum Winzer-Verzeichnis der Schweiz....
Weinkeller Felsenburg Adresse:
Weinkeller Felsenburg, Frauenfelderstrasse
4, 8570 Weinfelden Müller - Thurgau
In Tägerwilen wurde der
Schweizer Weinbau-Pionier Dr. Hermann Müller (1850-1927)
Die Rebe heisst nur in der Schweiz RieslingxSylvaner. Vor kurzem hat sich aber herausgestellt, dass die Vatertraube gar nicht Sylvaner, sondern eine Untersorte der Gutedel oder Chasselas war. Deshalb kommt es nun auch in der Schweiz zu einem Namenswechsel. Statement Gerold Egloff, Sammler: "Auf den Flaschen sind meistens beide Namen, Müller-Thurgau und RieslingxSylvaner. Viele Winzer haben für die Abfüllung von diesem Jahr einfach einen Fantasienamen gewählt, wie Margritli oder Ortsnamen oder so." Wädenswil am Zürichsee, die Forschungsanstalt für Obst- Wein- und Gartenbau, ist eine Gründung von Hermann Müller-Thurgau. Er war auch der erste Direktor. Seine Kreuzung wird hier immer noch angebaut.
Mehr über Müller-Thurgau
erfahren Sie hier...
Es gibt
nicht mehr viele Leute, die noch Bescheid wissen über die Sorten unserer Ahnen.
Doch ein Projektteam unter der Leitung der FAW Wädenswil wusste sich zu helfen:
Fünfzehn Baumwärter und Obstsortenkenner aus verschiedenen Regionen besuchten in
der Reifezeit viele Sortenbesitzer, die an einer Umfrage in der gesamten
Ostschweiz teilgenommen hatten, um vor Ort mehr über die gemeldeten Früchte zu
erfahren. Unzählige fast ausgestorbene Lokalsorten der Kantone Appenzell Ausser (AR)- und Innerrhoden (AI), St. Gallen (SG) und Thurgau (TG) werden in der Obstsortensammlung Roggwil (TG) zu neuem Leben erweckt. Der Thurgau ist der grösste Obstbaukanton der Schweiz. Mengen- und wertmässig überwiegt die Apfelproduktion stark. Jeder dritte Tafelapfel (nämlich 43’000 von 134’000 Tonnen), der in der Schweiz gegessen wird, stammt aus dem Kanton Thurgau. Fast die Hälfte der gesamten Produktion an Mostäpfeln (nämlich 53’000 von 124’000 Tonnen) stammt ebenfalls aus Mostindien. Nach dem Kanton Wallis ist der Thurgau der zweitgrösste Tafelbirnen-Lieferant. Von gesamtschweizerisch 22’000 Tonnen Tafelbirnen werde 2’000 Tonnen im Thurgau geerntet. Ebenso wächst ein Viertel der Mostbirnen (12’000 Tonnen von insgesamt 52’000 Tonnen) hier.
Süssmost,
Zitronensaft, Zucker zusammen aufkochen, Maizena mit etwas Calvados auflösen und
damit den Süssmost eindicken, vom Feuer nehmen und die verquirrlten Eier schnell
einrühren. Danach heiss und kalt schlagen, abkühlen lassen, 2dl geschlagenen
Rahm unterziehen, mit 1 dl Schlagrahm, Apfelschnitzen und Mandelsplitter
garnieren.
|