Die Schweiz -

der Kanton Thurgau

und seine Weingebiete

 

 

Kanton Thurgau. Kantonshauptstadt: Frauenfeld. Fläche: 991 km2. Einwohner: ca. 230'000.

Der Kanton Thurgau liegt im Nordosten der Schweiz und grenzt im Norden an den Bodensee an. Das Gebiet wird von den beiden Flüssen Thur und Murg durchschnitten und besitzt äusserst fruchtbare Böden, die grossflächig für den Anbau von Kulturpflanzen und Obst (vor allem Birnen und Äpfel) genutzt werden.  In der Thurgauer Landwirtschaft sind viele Betriebe, was das Einkommen betrifft, auf den Betriebszweig „Obstbau" angewiesen. Zum Teil pflegen sie ihn auch als Haupterwerb. Fast ausschliesslich handelt es sich dabei um bäuerliche Familienbetriebe. Rund 700 Bauernbetriebe bewirtschaften niederstämmige Obstkulturen für die Tafelobstproduktion. Weitere 1500 Betriebe pflegen hochstämmige Obstbäume in traditioneller Art. Die reichen Ernteerträge werden zu Most und Cidre (Apfelwein) weiterverarbeitet.

Das Gebiet des heutigen Kantons gehörte den Habsburgern bis zum Jahr 1460, als es durch die schweizerischen Eidgenossen erobert wurde. Es wurde Ende des 18. Jahrhunderts ein Mitgliedskanton der Helvetischen Republik. Die Restrukturierung der Republik im Jahr 1803 durch Napoleon begründete den Status des Thurgau als vollwertiges und selbständiges Mitglied der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

Die sanfte, weitgehend intakte natürliche Landschaft mit über 60 Schlössern und Burgen eignet sich ganz besonders zum Radfahren und Wandern. Oder wie wäre es mit einer Schifffahrt, einer Ballon- oder Kutschenfahrt oder mit Inline-Skating entlang des Bodensees. Die Schifffahrt ab Schaffhausen über Diessenhofen nach Kreuzlingen auf dem Rhein gilt als eine der schönsten Stromfahrten Europas.

Mehr über das "Velo- und Wander-Ferienland" am Bodensee erfahren Sie hier... oder direkt bei:

Thurgau Tourismus
Gemeindehaus
CH-8580 Amriswil
Telefon +41 (0)71 411 81 81
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Etwas Weinbaugeschichte aus dem Raum Bodensee

Wie lange es den Weinbau am Bodensee schon gibt, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Erwiesen ist aber, dass prähistorische Reben schon während der Tertiärzeit in Baden wuchsen und sie diese Eiszeit überstanden haben. Vorgeschichtliche Funde auf der Halbinsel Höri oder in der Nähe von Steckborn in der Schweiz zeigen jedoch, dass Wildreben schon lange vor Ankunft der Römer hier wuchsen. Auch im Oberrheintal standen bereits einige Jahrtausende vor der Römerinvasion Wildreben in beachtlicher Zahl. Sie rankten sich an mächtigen Baumstämmen empor, so dass ihre Trauben in den Baumkronen von Menschen gepflückt werden mussten. Im Zeitraum 5000 - 1800 vor Chr. wussten auch schon die Pfahlbauer am Bodensee wie gut Trauben schmeckten.

So konnten allmählich mehrere Sorten an Kulturreben aus einheimischen Wildreben entwickelt werden. Römer und Gallier haben den Weinbau in unserer Region also keineswegs gegründet, sondern nur ausgeweitet und mit besseren Rebsorten und einer ausgereiften Technik belebt.

Einer der ersten, belegbaren Winzer war wohl der merowingische Hausmeier Karl Martell, der um das Jahr 724 Reben in Ermatingen anpflanzte. In einer Urkunde des Klosters St. Gallen ist um 779 n. Chr. erstmals die Rede von einer "vinea" (einem Weingarten) in Romanshorn. Nicht einmal hundert Jahre später, in seiner Amtszeit als Abt des Inselklosters Reichenau, liess Walahfried Strabo in den Jahren 842 - 849 den Weinbau erweitern, "indem er vom schweizer Steckborn her vierzig Rebleute auf die Insel berief".

 

Der Weinbau im Kanton Thurgau

Was fällt einem spontan ein, wenn man das Wort Thurgau hört? Alles wie liebliche Landschaft, viel Grün, Mostindien, ein Land ohne Eigenschaften - nur nicht, dass der Kanton ein gedeihlicher Boden für guten Wein sei. Das erstere stimmt zwar bei oberflächlichem Blick, das letztere bei gründlichem Hinsehen aber auch.

Der Weinbau am Bodensee war einst derart umfangreich, dass weit mehr Wein als Apfelsaft produziert wurde. Inzwischen hat der Weinbau dank ausgezeichneter Qualität wieder einen hohen Stellenwert erreicht. Die Thurgauer Weinbauern haben die Signale rechtzeitig erkannt, welche die in der Schweizer Landwirtschaft laufenden Veränderungprozesse aussenden. Die Produktion erfolgt mehrheitlich (82 Prozent der Rebflächen) nach den Richtlinien der integrierten Traubenproduktion. Diese ökologischen Grundsätzen sind mitverantwortlich für den guten Absatz der Thurgauer Weine.

Im Thurgau sind es die beiden Sorten „Blauburgunder" und „Müller-Thurgau" (hier„Riesling x Silvaner"), die in allen Rebgemeinden angebaut werden und einen Produktionsanteil von immer noch über 90 % ausmachen. Diese beiden Sorten ermöglichen dem Weinsortiment eine grosse Vielfalt. Nebst den herkömmlichen roten und weissen Weinen werden aus diesen Sorten der spritzige „Ros‚", der fruchtige „Federweisser", der roséartige „Schiller", der elegante Strohwein, der körperreiche, schwere Barrique-Wein, der exklusive Eiswein und weitere mehr gekeltert. Nebst allen diesen Spezialitäten kommen Weine von neuen Traubensorten auf den Markt. Waren es vor zehn Jahren nur zwei bis vier Sorten, sind es heute über 20 Traubensorten, die den Thurgauer Rebberg und das Weinsortiment bereichern.

Das oberste Ziel der Thurgauer Weinproduktion ist die Qualität. Ein weiteres Ziel ist die Erhaltung und Förderung der Trauben- und Weinproduktion in den bäuerlichen Familienbetrieben. Es gibt rund 240 Rebbewirtschafter mit über 40 Selbstvermarktern. Die Trauben werden zu ungefähr je einem Drittel von Selbsteinkellerern, Genossenschaften und Handel verarbeitet und verkauft.

Das Weinbaugebiet des Kanton Thurgau in der deutschen Schweiz umfasst ca. 274 Hektar Rebfläche. Der Grossteil der zumeist nach Süden ausgerichteten Weingärten liegt im Thurtal (um Iselisberg) sowie in der weiteren Umgebung von Weinfelden.

 

Die Thurgauer Rebflächen sind auf 5 Regionen verteilt:

Das Lauchental im Süden von Frauenfeld:

 

Mit 11ha ist es das kleinste Produktionsgebiet im Thurgau. Doch die sonnigen Hänge südlich der Thur bringen beliebte Weine hervor. Anbaugebiete sind Stettfurt mit dem Schloss Sonnenberg, Frauenfeld und Ettenhausen (Aadorf).

 

Die zwei Gebiete des Thurtals:

 

Mit 114 ha ist die Region unteres Thurtal die grösste Anbaufläche im Thurgau. Sie umfasst die Gemeinden Neunforn, Warth/Weiningen und Uesslingen mit Dietingen und Iselisberg. Uesslingen ist zudem mit 51 ha die grösste Rebbaugemeinde im ganzen Thurgau.

 

Im Zentrum des oberen Thurtals liegt das Anbaugebiet von Weinfelden und Märstetten/Ottoberg. Hier hat der Ottenberger seine Wurzeln, eine Bezeichnung, die für alle Reben am Thurberg und Ottenberg gilt. Zum Oberen Thurtal gehören aber auch die kleineren Rebbgebiete von Schloss Hagenwil, Amlikon, Götighofen, Sulgen, Buchackern, und Mauren.

 

Das Seebachtal:

 

Auch hier herrscht dank der drei Seen ein ausgeglichenes Klima. Auf 37 ha werden in den Gemeinden Dettighofen, Nussbaumen, Hüttwilen und Herden Weine produziert.

 

Das Rheingebiet:

 

Am Rheinufer entlang in der Nähe von Schlattingen, Basadingen und Diessenhofen werden auf rund 10 ha Reben kultiviert .

 

Der Untersee und die Insel Reichenau:

 

Das Rebgebiet am Untersee wird bevorzugt durch ein ausgeglichenes und mildes Klima. Trotz den teilweise nördlich oder westlich abfallenden Hängen bringen die Weindörfer Eschenz, Mammern, Steckborn, Berlingen, Salenstein (Arenenberg), Ermatingen und Tägerwilen mehrheitlich fruchtige, bukettreiche Müller-Thurgau Weine hervor. Insgesamt werden hier auf 30 ha Reben angebaut.
 

Weitere Informationen finden sie auf der Homepage des Thurgauer Weinverbandes.

Hier die Adresse:

TWV Sekretariat Arenenberg
CH-8268 Salenstein

Tel. 663 33 03
Fax 071 663 33 19
info@thurgauweine.ch
 

 

Als eine der besten Ostschweizer Lagen gilt die Trottenhalde bei Neunforn. Unternehmerisch sehr aktiv ist auch das Weingut Saxer in Nussbaumen.

Hauptsächlich werden Rotweine (69 %) produziert. Nebst der führenden Sorte Blauburgunder, finden wir auch Regent, Garanoir und Cabernet-Sauvignon.
RieslingxSylvaner, Pinot gris, Gewürztraminer, Chardonnay, Seyval blanc, Kerner, Pinot blanc sind die weissen Rebsorten im Thurgau.

Die Reben gedeihen vorwiegend auf Moränen- und Schieferböden.

Hier geht es zum Winzer-Verzeichnis der Schweiz....

 

Weinkeller Felsenburg


Über 200 verschiedene Thurgauer Weine – aus allen Regionen des Kantons – lagern hier und können konsumiert, degustiert und gekauft werden. Hier bietet sich auch die einzigartige Gelegenheit, neue Thurgauer Weine kennen zu lernen. Zudem eignet sich der Felsenkeller ausgezeichnet für gemütliche Stunden, aber auch für Sitzungen oder spezielle Anlässe.
Er hat zudem weit über die Kantonsgrenzen hinaus den Ruf eines kleinen aber feinen Zentrums für kulturelle Anlässe.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag ab 17.00 Uhr bis 24.00 Uhr

Adresse: Weinkeller Felsenburg, Frauenfelderstrasse 4, 8570 Weinfelden
071/622 83 86

 

Müller - Thurgau

 

In Tägerwilen wurde der Schweizer Weinbau-Pionier Dr. Hermann Müller (1850-1927) geboren, der sich nach seiner Herkunft Müller-Thurgau nannte und nach dem die von ihm kreierte weisse Rebsorte benannt wurde. Im Geburtsort von Hermann Müller-Thurgau, in Tägerwilen am Bodensee, baut der pensionierte Zollbeamte Gerold Egloff ein kleines Museum auf. Einige hundert Flaschen RieslingxSylvaner und Müller-Thurgau hat er bereits gesammelt.

Die Rebe heisst nur in der Schweiz RieslingxSylvaner. Vor kurzem hat sich aber herausgestellt, dass die Vatertraube gar nicht Sylvaner, sondern eine Untersorte der Gutedel oder Chasselas war. Deshalb kommt es nun auch in der Schweiz zu einem Namenswechsel.

Statement Gerold Egloff, Sammler: "Auf den Flaschen sind meistens beide Namen, Müller-Thurgau und RieslingxSylvaner. Viele Winzer haben für die Abfüllung von diesem Jahr einfach einen Fantasienamen gewählt, wie Margritli oder Ortsnamen oder so." Wädenswil am Zürichsee, die Forschungsanstalt für Obst- Wein- und Gartenbau, ist eine Gründung von Hermann Müller-Thurgau. Er war auch der erste Direktor. Seine Kreuzung wird hier immer noch angebaut.

Mehr über Müller-Thurgau erfahren Sie hier...
 


Thurgau war früher ein Birnenparadies


Insgesamt dominieren in «Mostindien» - so wird der Thurgau liebevoll in der Schweiz auch genannt - Äpfel und Birnen, darunter besonders das Mostobst. Dabei fällt auf, dass die Äpfel mehr als doppelt so häufig vertreten sind wie die Birnen. Das war nicht immer so: Laut der Thurgauer Obstbaustatistik von 1861 gab es früher im Thurgau doppelt so viele Birnbäume wie Apfelbäume. Es scheint, dass mit dem Aufkommen des Zuckers und der Veränderung der Ernährungsgewohnheiten die Birne ihre Bedeutung verloren hat. Früher wurde viel Obst gedörrt und diente als zuckerreicher Wintervorrat, in schweren Zeiten auch als Brotersatz. Zeitweise haben die Thurgauer ihr Dörrobst auch exportiert.

Der grösste Teil des Obstes wurde früher gemostet und vergoren, eine einfache Form der Haltbarmachung. Mit einzelnen Sorten stellte man eine Art Champagner oder einen speziellen Birnenwein her.

Es gibt nicht mehr viele Leute, die noch Bescheid wissen über die Sorten unserer Ahnen. Doch ein Projektteam unter der Leitung der FAW Wädenswil wusste sich zu helfen: Fünfzehn Baumwärter und Obstsortenkenner aus verschiedenen Regionen besuchten in der Reifezeit viele Sortenbesitzer, die an einer Umfrage in der gesamten Ostschweiz teilgenommen hatten, um vor Ort mehr über die gemeldeten Früchte zu erfahren. Spannende Geschichten trugen sie so zusammen und nicht selten stiessen sie auf weitere, noch nicht gemeldete Sortenfunde, wie eine schwarz gestreifte Hedelfingerkirsche in Fruthwilen oder die verschollen geglaubte Speerbirne in Grabs. Eine Tafel- und Sterilisierbirne mit köstlichem Aroma ist die Maseron-Birne aus Reute (Kanton AR - Bild rechts), von der nur noch zwei Bäume bekannt sind. Gab eine Sorte besondere Rätsel auf, wurden die Früchte mit alter Literatur verglichen, zum Beispiel mit den exakten Beschreibungen in Text und Bild, wie sie der wichtigste Schweizer Pomologe und Thurgauer Gustav Pfau-Schellenberg (1815 – 1881) in seinem Werk überliefert hat.

Unzählige fast ausgestorbene Lokalsorten der Kantone Appenzell Ausser (AR)- und Innerrhoden (AI), St. Gallen (SG) und Thurgau (TG) werden in der Obstsortensammlung Roggwil (TG) zu neuem Leben erweckt.

Der Thurgau ist der grösste Obstbaukanton der Schweiz. Mengen- und wertmässig überwiegt die Apfelproduktion stark. Jeder dritte Tafelapfel (nämlich 43’000 von 134’000 Tonnen), der in der Schweiz gegessen wird, stammt aus dem Kanton Thurgau. Fast die Hälfte der gesamten Produktion an Mostäpfeln (nämlich 53’000 von 124’000 Tonnen) stammt ebenfalls aus Mostindien. Nach dem Kanton Wallis ist der Thurgau der zweitgrösste Tafelbirnen-Lieferant. Von gesamtschweizerisch 22’000 Tonnen Tafelbirnen werde 2’000 Tonnen im Thurgau geerntet. Ebenso wächst ein Viertel der Mostbirnen (12’000 Tonnen von insgesamt 52’000 Tonnen) hier.


Kochen wie im Thurgau



Böllewegge  (Zwiebel-Käse-Wecken)

Zutaten:

Teig:
600 g Mehl,
1 TL Salz,
80 g Butter (weiche),
20 g Hefe,
150 ml Milch,
200 ml Wasser

Füllung:
400 g Zwiebeln (fein gehackt),
200 g pikanter Tilsiter- oder Appenzeller Käse (gerieben),
2 EL Mehl,
4 EL Sahne,
Salz,
Pfeffer,
1 TL Kümmel


Zubereitung:

Für den Teig Mehl und Salz mischen und in die Mitte eine Mulde drücken. Die Butter in kleinen Stücken dazugeben.
Hefe mit Milch und Wasser auflösen und in die Mehlmulde gießen. Alles zu einem Teig vermischen und ca. 10 Minuten kneten. Schüssel mit einem feuchten, warmen Tuch abdecken und den Teig an einem warmen Ort gehen lassen bis der Teig sich verdoppelt hat.

In der Zwischenzeit die Füllung herstellen. Zwiebeln, Käse, Mehl und Sahne gut vermischen. Mit Salz, Pfeffer und Kümmel abschmecken.

Den gegangenen Teig ca. 3 mm dick auswallen und in ca. 12 Rechtecke schneiden. In die Mitte eines jeden Rechtecks 1 EL Füllung geben. Die schmalen Seiten einschlagen und längs satt aufrollen. Die Enden andrücken und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Mit der Gabel einstechen und nochmals 30 Minuten gehen lassen. Die „Bölleweggen" vor dem Backen mit Wasser befeuchten. In dem auf 200 Grad vorgeheizten Backofen ca. 30 Minuten backen.

Die Zwiebel-Käse-Wecken noch warm servieren, am besten zusammen mit einem Glas Weisswein aus dem Thurgau.



Thurgauer Süssmostcreme  - Creme mit Apfelsaft


Zutaten für 4 Personen
4 dl Süssmost
1 StückZitrone
80 gr Zucker
4 Eier
2dl Rahm
1 Apfel
etwas Mandelsplitter
Schlagrahm zum Garnieren

Zubereitung:

Süssmost, Zitronensaft, Zucker zusammen aufkochen, Maizena mit etwas Calvados auflösen und damit den Süssmost eindicken, vom Feuer nehmen und die verquirrlten Eier schnell einrühren. Danach heiss und kalt schlagen, abkühlen lassen, 2dl geschlagenen Rahm unterziehen, mit 1 dl Schlagrahm, Apfelschnitzen und Mandelsplitter garnieren.

P.S. Machen Sie lieber grosszügige Portionen, von dieser Creme können Schleckmäuler nicht genug bekommen.