Die "Hierarchie" der Rebe

 

 

 

Stellung der Rebe im Pflanzenreich

Es gibt mehr als 500'000 Pflanzenarten. Eurkaryota oder Eukaryoten bezieht sich auf Lebewesen deren Zellen Zellkerne aufweisen.

Reich

Eukaryota

Pflanzen mit echtem Zellkern

Unterreich

Cormobionta

Sprosspflanzen

Abteilung

Spermathopyta

Samenpflanzen

Unterabteilung

Angiospermae

Bedecktsamige

Klasse

Dicotiledonae

Zweikeimblättrige

Unterklasse

Rosidae

 

Ueberordnung

Celastranae

 

Ordnung

Rhamnales

Kreuzdorngewächse*

Familie

Vitaceae

Rebengewächse

Unterfamilie

Vitoideae

Rebenartige

Gattung

Vits

Rebe

Untergattung

Euvitis / Muscadinia

 

 

(*Beginn des untenstehenden Schemas)

 

 

 

Die Hierarchie der Rebe

 

Die Hierarchie ist wie folgt aufgebaut: Überordnung (Superordo), Ordnung (Ordo), Familie (Familia), Unterfamilie (Subfamilia), Gattung (Genus), Untergattung (Sectio), Artgruppe (Series), Art (Spezies), Unterart (Subspezies) und Sorte bzw. Varietät (Varietas).

 

Cabernet Sauvignon, Pinot Noir und Riesling z.B. sind Sorten. Die Weinrebe bzw. der Rebstock gehört zur Ordnung der Rhamnales, der Kreuzdorn-Gewächse und zählt darunter zur Familie der Vitaceae, der Reben-Gewächse. Darunter gibt es die Gattung Vitis, die Reben. Vitis teilt sich in die zwei Untergattungen Euvitis und Muscadinia.

 

Die für den Weinbau wichtige Untergattung ist Euvitis, die sich in einen europäischen, amerikanischen und asiatischen Zweig teilt. Durch eine Laune der Natur gibt es in Europa darunter nur eine Artgruppe, nämlich die Viniferae mit ebenfalls nur einer Spezies, der Vitis vinifera (weintragende Rebe). Diese teilt sich in die drei Unterarten (Subspezies) Vitis vinifera sativa (die Kultivierte = Kulturrebe), Vitis vinifera silvestris (die im Wald Lebende = europäische Wildrebe, auch rheinische Wildrebe) und Vitis vinifera caucasica (kaukasische Wildrebe, auch Donau-Wildrebe).

Die Europäer-Reben stammen vorwiegend von der Vitis vinifera sativa ab

 

 

 

Schematische Darstellung:

 

Das nachfolgende Schema ist nicht umfassend und möchte vor allem die Untergattung "EUVITIS" verdeutlichen.

 

In Amerika sind etwa 35 eingeständige Wildarten anerkannt - einige davon sind im Schema blau unterlegt.. Für den Weinbau wichtig sind Vitis aestivalis (Sommerrebe), Vitis acerifolia (ahornblättrige Rebe), Vitis cinerea, Vitis cinerea var. helleri (früher Vitis berlandieri = Kalkrebe), Vitis labrusca (Fuchsrebe), Vitis mustangensis (Mustangrebe), Vitis riparia (Uferrebe) und Vitis rupestris (Felsenrebe). All diese Spezies besitzen 19 Chromosomen-Paare (2n = 38) und werden in die Unter-Gattung Euvitis eingegliedert. Die eher unbedeutende Unter-Gattung Muscadinia (ist im Schema nicht enthalten - Haupt-Spezies Vitis rotundifolia) besitzt 20 Chromosomenpaare (2n = 40).

 

Die Asiaten-Reben (mit grüner Farbe unterlegt) umfassen rund 30 Spezies, so z.B.  Vitis amurensis, Vitis coignetiae und Vitis ficifolia. Sie sind vor allem in China, Japan und Korea zu Hause und für die Weinbereitung bisher kaum bedeutend.. Ihre hohe Resistenz gegen härtesten Frost machen sie aber für Neuzüchtungen zunehmend interessant. Alle Asiaten-Reben besitzen 19 Chromosomenpaare (2n = 38). Sie können somit problemlos mit Europäer-Reben gekreuzt werden.

 

Unter der Vitis-Art Vitis vinifera L. werden sämtliche wilden und domestizierten Sorten der europäischen Weinrebe zusammengefasst. Die Varietät Vitis vinifera L. ssp. vinifera oder auch Vitis vinifera ssp. sativa D.C. ist einhäusig (monözisch) mit zumeist zwittrigen Blüten. Weibliche und männliche Organe sind in einer Blüte vereinigt. Alle Europäer-Reben besitzen 19 Chromosomenpaare (2n = 38). Was viele Weinliebhaber nicht wissen: Die meisten unserer wohlschmeckenden Rebsorten stammen ursprünglich aus Vorderasien.