Spanien: DO La Mancha und

die Abenteuer Don Quijote's

 

 

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Immer noch ist La Mancha das El Dorado für den nach preiswürdigen Qualitäten schnüffelnden Weinimporteur. Hier, im grössten Weinbaugebiet der Welt, haben die Rebstöcke so richtig Stress. Das extreme Klima ist von brütend heissen Sommern mit über 45 oC und kalten WinternMolino de Viento bis unter 15 oC geprägt, trotzdem wird in riesigen Mengen Wein produziert.

 

Der maurische Name "Manxa = gedörrtes Land" ist sehr treffend - auf spanisch bedeutet es aber etwas abschätzig "der Fleck".

Die DO La Mancha umfasst insgesamt 182 Gemeinden in den Provinzen Albacete, Cuidad Real, Cuenca und Toledo, 12 davon in der Provinz Albacete, 58 in Ciudad Real, 66 in Cuenca und 46 in Toledo. Hier eine Adressliste der Bodegas...

Die historische Landschaft wird geographisch korrekt als Kastilien-La Mancha oder auch als Neu-Kastilien bezeichnet. Die Region ist mit knapp 80.000 km² nach dem nördlichen Kastilien-León (Alt-Kastilien) und dem südlichen Andalusien die drittgrößte Spaniens. La Mancha und die in der östlichen Nachbarschaft liegende Region Extremadura zählen zur riesigen Plateaulandschaft Meseta im Inneren der iberischen Halbinsel. Die wird von den drei Flüssen Duero, Tajo und Guadiana durchschnitten. Das Flussbett des Guadiana verläuft übrigens streckenweise unterirdisch. Die Meseta bildet Spaniens Mitte, die beiden Bergketten Sierra de Guadarrama und Serranía de Cuenca teilen das Gebiet in zwei Hälften.

 

Don Quijote

Berühmt wurde La Mancha vor allem durch den Schriftsteller Miguel de Cervantes Saavedra (1547-1616) mit den Abenteuern des Don Quixote, des Helden  seines Romans "Don Quijote de la Mancha". Der sinnreiche Junker Don Quijote ist das bekannteste Werk der spanisch-sprachigen Literatur und einer der bedeutendsten Romane der Weltliteratur. Er erzählt die Geschichte eines verarmten Junkers, der durch die Lektüre unzähliger Ritterromane den Verstand verliert und beschliesst, nun selbst als Ritter auszuziehen, "um Abenteuer zu suchen und all das zu üben, was, wie er gelesen, die fahrenden Ritter übten, das heißt jegliche Art von Unbill wiedergutzumachen und sich in Gelegenheiten und Gefahren zu begeben, durch deren Überwindung er ewigen Namen und Ruhm gewinnen würde."

Don Quijote holt seinen alten Klepper aus dem Stall, gibt ihm den klangvollen Namen Rosinante, stellt sich notdürftig eine Rüstung zusammen und bricht auf. Dieser erste Versuch scheitert kläglich: Der vermeintliche Ritter wird von Maultiertreibern zusammengeschlagen, halbtot von einem Nachbarn aufgefunden und nach Hause gebracht. Aber Don Quijote lässt sich nicht entmutigen. Nach seiner Genesung kann er einen Bauern des Dorfes, Sancho Pansa, als Knappen gewinnen und bricht gemeinsam mit ihm erneut auf. Die Windmühlen, denen sie bald darauf begegnen, hält Don Quijote trotz Sanchos Einwänden für Riesen und liefert sich mit ihnen seinen berühmtesten Kampf. Immer wieder führt Cervantes im Don Quijote auf diese Weise vor, was passiert, wenn man die Regeln der phantastischen Ritterwelt auf die profane Wirklichkeit anwendet. Am Ende des ersten Teils kehrt Don Quijote nach vielen Abenteuern, bei denen er zumeist reichlich Prügel bezogen hat, erschöpft in sein Dorf zurück.

Hier können Sie die Geschichten in amüsanter Comic-Form durchblättern...

 

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Durchschnittlich gibt es täglich mehr als acht Stunden Sonnenschein und das 365 Tage im Jahr. Die Niederschlags-Menge ist mit 300 bis 400 mm im Jahr sehr niedrig. Der Boden besteht zum grössten Teil aus rotbraunem Sand und Lehm mit kleineren Kalkinseln.

Das Weinbaugebiet La Mancha deckt nur einen Teil des riesigen Gebietes ab, ist aber dennoch die weitaus grösste DO Spaniens und auch der grösste Weinbaubereich Europas. Die Region reicht unterhalb von Madrid fast 200 Kilometer tief in den Süden bis an die Grenze Andalusiens. Hier wirken über 22'000 Winzer und beinahe 300 Bodegas.

Es gab immer wieder Pläne, das riesige Gebiet in mehrere DOs (nach Rebsorten und Weinstilen) aufzuteilen. Die DO La Mancha und die zur gleichen Region zählenden DOs Almansa, Manchuela, Méntrida, Mondéjar und Valdepeñas belegen insgesamt 450.000 Hektar, das ist fast die Hälfte der Rebfläche Spaniens. Die Bestockungs-Dichte ist jedoch sehr gering (2,5 Meter Abstand) und die Kulturen sind niedrig gehalten, damit jeder Rebstock in diesem trockenen Gebiet genügend Wasser findet. Auffallend ist das eigenartige, schachbrettartige Muster der Weingärten. Man nennt es übrigens Marco real.
 

Airén, die meistangebaute Rebe der Welt ?

Mehr als drei Viertel der Rebfläche ist mit der weissen Airén bestockt. Die weisse Rebsorte  (auch LAIREN; MANTUO LAEREN; VALDEPENAS; VALDEPENERO; LAEREN DEL REY; AIDEN; MANCHEGA; FORCALLADA; FORCALLAT; FORCALLAT BLANCO; LAYREN; VALDEPENERA BLANCA) ist mit über 390.000 ha die meistangebaute Spaniens und auch der Welt - aber nur für Weinbau. Gemäss dem bekannten Oenologen Galet liegt mit rund 400.000 ha die weisse Rebe Sultanina blanche an erster Stelle. Diese wird aber vorwiegend als Tafeltraube und für die Rosinenherstellung eingesetzt.

Die Anbaufläche der Airèn beträgt mehr als die doppelte Rebfläche von Deutschland, der Schweiz und Österreich zusammen... Aber auch hier muss nochmals auf die geringe Bestockungsdichte hingewiesen werden (siehe oben).

In den Gebieten La Mancha und Valdepenas dominiert sie wegen ihrer aussergewöhnlichen Resistenz gegen Dürre.

Die Farbe der Triebspitze ist weisslichgrün und starkwollig bis filzig. Das Blatt ist mittelgross und schwach fünflappig. Die Traube ist gross, länglich , mittelkompakt und geschultert. Die Beeren sind dickschalig und gelblichgrün. Die Airén erbringt hellgelbe, neutral schmeckende, alkoholstarke Weine, ist aber hauptsächlich die Grundlage für Brennwein in der Produktion von spanischem Branntwein. 

Die genehmigten Rebsorten der DO La Mancha sind
Weiss: Airén, Macabeo, Pardilla, Chardonnay, Sauvignon Blanc
Rot: Cabernet Sauvignon, Cencíbel/Tempranillo, Garnacha Tinta, Merlot, Moravia, Syrah

Die besten Weine sind Rotweine.

Die Charakteristik der Weine:
Weiss - Farbe: Blass- bis Strohgelb. Nase: Frisch, fruchtig, oft mit Noten tropischer Früchte (Melone, Ananas). Gaumen: ausgeglichen, frisch, süffig.
Rosé - Farbe: Zwiebel- bis Rosenfarbig. Nase: Frisch und fruchtig. Gaumen: Mild und sehr leicht.
Rot - Farbe: Kirsch- bis Sauerkirschrot. Nase: Frisch, fruchtig, mit Sortencharakter. Gaumen: Körperreich und würzig. Reservas und Gran Reservas gehen in Richtung der Riojas. Reine Cabernet Sauvignon fügen zu den Sortencharakteristika - bedingt durch die hohe Sonneneinstrahlung - warme Töne hinzu.

 

Aus der Weinbaugeschichte

Für den Export lag La Mancha früher zu weit vom Meer entfernt und es fehlte auch an lokalen Absatzmärkten. Hergestellt wurde in der Vergangenheit einfacher Wein für die umliegende Landbevölkerung. Im Jahr 1561 wurde Madrid gegründet, ein idealer Absatzmarkt, denn die Stadt war nur einen Tagesritt von hier entfernt. Doch im Verlauf der Zeit kamen neue Anbaugebiete dazu, die näher an Madrid lagen. Erst ab Mitte der 1980er-Jahre trat ein Wandel hin zu Qualitätsweinen ein. Die modernsten europäischen Weinkellereien hatten es geschafft, die ’rustikalen’ Trauben aus der Hochebene in Weine zu verwandeln, die im Ausland guten Anklang fanden. Heute werden 70% der gesamten Weinproduktion aus La Mancha exportiert. Der Übereifer von Trauben- und Weinerzeugern liess allerdings auf höchst unvernünftige Weise in den letzten Jahrzehnten riesige Weinsilos wie Pilze aus den Boden schiessen.

 

Marqués de Griñón

Eine Besonderheit stellt die Bodega Marqués de Griñón nahe Toledo dar, deren Tafelweine die Bezeichnung "Vino de Mesa de Toledo" mit Jahrgangsangabe tragen durften, obwohl es keine diesbezügliche DO gibt.  Ende 2002 endlich verlieh der Präsident der Region Castilla-La Mancha, José Bono, erstmalig den beiden Weingütern "Dominio de Valdepusa" (Marqués de Griñón) und "Finca Elez" gemäss dem Decreto 127/2000 die Bewilligung zur Verwendung der Bezeichnung " denominación de origen" (D.O.) als Lagenwein einer einzigen Bodega.

Carlos Falcó - Präsident Bono - Alejandro Fernández (Finca Elez)

Die Bodega umfasst rund 50 Hektar Rebfläche und ist nach dem gleichnamigen, aristokratischen (Vor-) Besitzer (bürgerlicher Name: Carlos Falcó y Fernández de Córdova) benannt. Die Bodega besteht seit dem 13. Jahrhundert, wurde aber 1989 modernisiert.

Carlos Falcó produziert zusammen mit den berühmten Önologen Michel Rolland und Emile Peynaud Weine aus besten internationalen Edelreben (Syrah, Cabernet Sauvignon, Petit Verdot, Merlot und Chardonnay). Diese wurden in den 70er Jahren zunächst illegal angepflanzt. Heute werden jährlich etwa 150'000 Flaschen verkauft.

Es war Robert M. Parker, der durch seine euphorischen Bewertungen den edlen Saft international berühmt gemacht hat. Die ausgezeichneten Weine werden unter der Marke "Dominio de Valdepusa" erzeugt, das Spitzenerzeugnis ist die Cuvée "Eméritus" (51% CS, 35% Syrah, 14% Petit Verdot). Marqués de Griñón soll jetzt in Besitz von "Bodegas Unido Arco" sein. Diese Information ist aber noch nicht abgesichert.

Hier die Anschrift:

Dominio Valdepusa

Ctra. San Marín de Pusa, km. 6,5 - Finca Casadevacas
45692 Malpica de Tajo (Toledo)

Telefon: +34 925 59 72 22
Telefax: +34 925 78 94 16

E-Mail: arco@arcobu.com


 

 

Die aktuelle Übersicht der DO La Mancha

(aus der Homepage des consejo regulador)

 

LA MANCHA DO 2002/2003

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Number of hectares

193.133 hectares.

Maximum permitted white grape yield per hectare

85 hectolitres

Maximum permitted red grape yield per hectare

75 hectolitres

Average white grape yield per hectare

4.500/5.000 kilos

Average red grape yield per hectare

3.500/4.000

No. of registered vine growers

21.904

No. of registered bodegas

295 bodegas

Total production 2002

1.175.000 hectolitres

Total exports (hectolitres) 2002

245.632 hectolitres

White grape varieties

Airén, Viura or Macabeo, Chardonnay and Sauvignon Blanc

Red grape varieties

Cencibel o Tempranillo, Garnacha, Moravia, Cabernet Sauvignon, Merlot y Syrah

Harvesting period

First fortnight of August to first fortnight of October

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Climate

Continental

Temperature range

- 15 º min/ 45 º max.

Rainfall

300/400 mm.



...und hier die Anschrift des Consejo für weitere Rückfragen:


Consejo Regulador D.O. La Mancha
Avda. de Criptana, 73
E 13600 Alcázar de San Juan/Ciudad Real
Tel: + 34 - 926 541 523 + 926 541 592
Fax: +34 - 926 588 040
Mail: consejo@lamanchado.es

Homepage: www.lamanchado.es

 

 

Für Sie die wesentlichen Anschriften der Bodegas aus der DO La Mancha...

 

 

 

...und hier der Lageplan