Spanien: DO Navarra, Hemmingway

und die Stierkämpfe in Pamplona

 

 

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Die Geschichte des alten Königreiches Navarra war stets von der Grenzlage zwischen Frankreich, Kastilien, Aragon und dem Baskenland geprägt.  Gegründet wurde es im Jahre 905 durch König Sancho I mit der Hauptstadt Pamplona.

 

Zahlreiche sehenswerte mittelalterliche Städte, wie das von Mauern umgebene Artajona, Estella, Olite, der frühere Sitz der Könige von Navarra, Tudela und Roncesvalles zeugen noch heute von den unterschiedlichen Einflüssen. Für den monumentalen Reichtum der Region mitverantwortlich ist auch die Tatsache, dass Navarra von dem nach Santiago de Compostela führenden berühmten Pilgerweg Camino de Santiago durchquert wird.

 

In seiner Blütezeit reichte das Königreich Navarra beiderseits der Pyrenäen von Barcelona bis Bordeaux. Thibaut I., Graf von Champagne, beerbte es im Jahre 1234. Im Jahre 1512 wurde der größere Teil Ober-Navarra südlich der Pyrenäen von Ferdinand II. von Aragonien annektiert und dadurch spanisch. Heinrich IV. (1553-1610) bestieg im Jahre 1589 den französischen Thron. Er war der Sohn der Königin von Navarra Johanna und gliederte den nördlichen Teil 1607 in das Königreich Frankreich ein.

 

Das Gebiet kann auf eine sehr alte Weinbautradition zurück schauen. Bei Ausgrabungen in der Nähe des Dorfes Funes hat man die ältesten Ruinen einer Weinkellerei in Spanien entdeckt. Deren Fassungsvermögen wird auf  75.000 Liter geschätzt. Sie wurde im zweiten Jahrhundert durch die Römer erbaut.

 

Der Weinbau und die Weinherstellung haben viele Jahrhunderte lang einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung dieser Gegend geleistet. Bereits im 15. Jahrhundert war Navarra für seine Roséweine (Rosados) berühmt. Nach der Entdeckung Amerikas im Jahre 1492 erlebte das Gebiet einen grossen Wein-Boom.

 

Die regionale Regierung unterhält heute in der Stadt Olite ein Forschungszentrum, EVENA. Es ist eines der bedeutendsten Forschungsinstitute auf dem Gebiete des Weinbaus und der Weinherstellung in Spanien.

 

 

Eine kleine Reise zurück ins Mittelalter

 

Beginnen wir diesen Ausflug in Tafalla, 35 km von Pamplona, wo es die Palaste des Marqués de Feria und des Conde de Guendulain, sowie den aussergewöhnlich schönen Renaissance-Altar in der Kirche Iglesia de Santa Maria zu besichtigen gibt. 7 km weiter erreichen wir Olite (Bild rechts), mit der wunderschönen und perfekt erhaltenen Burg der Könige von Navarra. Auch die befestigte Kleinstadt Ujué versetzt uns mit ihren romantischen engen Strassen und ihrer Wehrkirche, der besterhaltenen ganz Navarras, ins Mittelalter zurück. Von hier aus hat man auch einen herrlichen Überblick die gesamte Region.

 

Tudela, ist die zweitgrösste Stadt Navarras hinter Pamplona. Sie liegt in einer sehr fruchtbaren Zone nahe am Ebro und wird von einem weiteren Fluss, dem Quelles, durchquert. Interessant sind die Kathedrale aus dem 12. und 13. Jahrhundert sowie die engen Strassen maurischen Stils. In der Nähe der Stadt befindet sich der Naturpark Bardenas Reales mit einer bizarren, beinahe wüstenartigen Landschaft und einer Ausdehnung von rund 400 km2.

 

 

Pamplona, Ernest Hemmingway und der Stierkampf

 

Die gotische Kathedrale Pamplonas, errichtet zwischen 1397 und 1530, mit einer im 18. Jahrhundert von Ventura Rodriguez in neoklassischem Stil neugestalteten Fassade, zählt zu den bedeutendsten religiösen Bauwerken in Spanien. Besonders wertvoll ist das Klaustrum. Im mittleren Kirchenschiff befindet sich das Königs-Mausoleum aus Alabaster, errichtet 1415.

Wir gehen weiter zu der Plaza de Toros, der Stierkampfarena, an dem dem Fluss Arga zugewandten Ende der Stadtmauern Pamplonas. Hier finden einige der bedeutendsten Stierkämpfe in Spanien statt, vor allem während der Feierlichkeiten der Sanfermines, einem spektakulären Ereignis, das alljährlich tausende Besucher hierher lockt. Die Kampfstiere werden durch die abgesperrten Strassen der Stadt zur Arena getrieben. Hunderte junge Männer, meist in traditioneller weisser Kleidung mit rotem Gürtel, versuchen ihren Mut zu beweisen und laufen vor den Stieren her - ein Schauspiel, das häufig mit Blut und Tränen endet.

 

Hemingway war von den Sanfermines, so wie überhaupt vom Stierkampf, tief beeindruckt und schrieb darüber in mehreren seiner Romane. Ernest Hemingway gilt neben William Faulkner als der bekannteste und einflussreichste amerikanische Prosaschriftsteller der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

 

Obwohl die Sanfermines von Pamplona das berühmteste Ereignis dieser Art sind, gibt es in mehreren Orten in der Umgebung ähnliche Feierlichkeiten: in Tudela vom 24. bis 28. Juli, in Estella ab dem ersten Samstag im August, in Tafalla vom 15. bis 20. August und in Sanguesa vom 11. bis 17. September.

Hier ein Direktlink zu Sanfermines .... http://www.sanfermin.com/

 

 

Ablauf eines Stierkampfes

 

Nach dem vom Publikum umjubelten, feierlichen Einzug (paseo) aller Akteure in die Stierkampfarena (plaza del toros), läuft der Stierkampf in aller Regel in 3 Etappen (suertes) ab.

Bei der suerte de varas (1.) kommen berittene, mit Lanzen ausgestattete Kämpfer (picadores) in die Arena, durch gezielte Stiche der Lanzen in den Nacken des Tieres, versuchen die Reiter, das Tier zu schwächen. Damit die Pferde der picadores nicht scheuen sind die Augen der Tiere verbunden. Suerte de banderillas (2.), in diesem Akt werden von den unberittenen banderillas ca. 75 cm lange, geschmückte Holzstöcke mit Widerhaken in den Nacken des Stieres gestossen. Suerte de muleta (3.) ist der Höhepunkt der corrida bei der sich der torero, in dieser Phase auch matador genannt, und der bereits geschwächte Stier gegenübertreten. Der matador versucht den Stier mit der muleta, einem rotem Tuch das über einen Degen gelegt ist, zu Angriffsbewegungen zu bringen. In dem Moment, wenn der erschöpfte Stier mit gesenktem Kopf und zusammengepressten Vorderbeinen nach Atem ringt, versucht der matador, mit dem ca. 90 cm langen Stossdegen (espada) durch einen Hieb hinter das Schulterblatt das Herz des Tieres zu treffen um es zu töten. Der torero erhält als Trophäe den Schwanz und die Ohren des toten Tieres.

Einige spanische Städte, wie zum Beispiel Tossa del Mar (Katalonien) und Coslada (Madrid) haben sich auf Grund einer Initiative der spanischen Anti-Stierkampfbewegung zu Stierkampf-Freien Zonen erklärt.

 

Die DO Navarra

 

Geographisch wird das grosse Gebiet in die fünf Teilbereiche Tierra Estelba und Valdizarbe im Norden, Baja Montaña und Ribera Alta nördlich des Ebro im Zentrum und den mit 30% Anteil grössten Bereich Ribera Baja im Süden untergliedert. Eine Besonderheit ist, dass im Westen ein kleiner Teil der Region zur DO Rioja zählt. Die DO Navarra umfasst eine Rebfläche von rund 16.000 Hektar. Die durchschnittliche Jahresproduktion beträgt ca. 80 Millionen kg Trauben, aus denen rund 55 Millionen Liter Wein gekeltert werden. 40 Mio l davon Tinto, 11 Mio l Rosados und 3 Mio l blanco. Rund 290'000 l werden zu Moscatel verarbeitet.

 

Das Klima und die Bodenverhältnisse

Die drei nördlichsten Bezirke stehen bis zu einem gewissen Grad unter dem Einfluss der Pyrenäen und erfreuen sich eines warmen, trockenen Kontinentalklimas. Von der Ribera Alta an südwärts wird es zunehmend trockener. In der Ribera Baja gibt es recht karge Landstriche. Die vier nördlichen Bezirke haben praktisch den gleichen Boden:  Reiches, lehmhaltiges Erdreich auf Geröll und kalkhaltigem Untergrund. In der südlich gelegenen Ribera Baja, ist der Boden trockener und sandiger. Die Höhenlage der Rebfläche schwankt zwischen 250 m in der Ribera Baja und ca. 550 m im Norden.

 

Zugelassene Rebsorten

Weisse: Garnacha Blanca, Viura, Malvasia, Moscatel de Grano, Chardonnay.

Rote: Tempranillo, Graciano, Garnacha Tinta, Mazuela, Cabernet Sauvignon.

 

Die Weine

Trauben, wie Cabernet Sauvignon und Tempranillo haben sich in dem vorher fast ausschliesslich der Garnacha gewidmeten Gegend durchgesetzt. Die Rotweine aus Navarra - sowohl in der jungen, fruchtigen als auch in der volleren, festeren, eichenfassgereiften Version - wohlverdienten Anklang. Die seit langem hochangesehenen Rosés sind heute viel fruchtiger und ansprechender als früher.

Die Charakteristik der Weine


Blanco - Farbe: Goldgelb. Nase: Cremige oder rauchige Aromen, mit Frucht- und Sortencharakter verbunden. Moscatel-Süssweine traubig, mit feinem Honigaroma. Gaumen: Würzig, komplex, frisch.
Rosado - Farbe: Rosen- bis himbeerfarbig. Nase: Sehr frisch, fruchtig. Gaumen: Ausgeglichen, geschmackvoll.
Tinto - Tempranillo: Weine erinnern im Aroma an rote Früchte, frisch, höherer Säuregehalt. Garnacha: wärmere Weine, mit Noten reifer schwarzer Früchte, rund, mild am Gaumen. Weine wie Cabernet Sauvignon und Merlot mit ausgeprägtem Sortencharakter.
 

Bodegas Julián Chivite

Das älteste und zu den führenden zählende Weingut ist Julián Chivite, dessen Ursprung auf 1647 zurückgeht und das in der heutigen Form 1860 gegründet wurde.

Eine rasante Entwicklung begann in den 50er Jahren, als die französische Nachfrage nach offenen spanischen Weinen sprunghaft anstieg. Julian Chivite erkannte die Zeichen der Zeit und bot, neben Offenwein, 1955 erstmals Flaschenweine an. Beflügelt vom Erfolg investierte er inBarricas de roble francés y americano moderne Anlagen und umfangreiche Neuanpflanzungen, speziell in den Anbau von Tempranillo.

 

Die Entwicklung von Tischweinen zu Qualitätsweinen setzte sich in den 80er Jahren definitiv durch. Heute ist bereits die nächste Generation am Werk: Julian Chivite, der älteste Sohn, ist verantwortlich für die Kommerzialisierung der Weine, während Carlos die Finanzen und Verwaltung überwacht. Fernando, der Oenologe, ist zuständig für die Weinberge, Weinbereitung und die Kellerei. Mercedes Chivite einzige Frau und jüngste im Bunde, ist für den Exportsektor zuständig.

 

Das Weingut umfasst heute etwa 250 Hektar Rebfläche. Im Jahre 1985 wurde anlässlich der 125-Jahresfeier die Linie "125 Aniversario" kreiert, das sind unter anderem ein roter Gran Riserva aus Tempranillo und ein weißer "Chivite Coleción" aus Chardonnay.

 

Die Adresse lautet:

 

Chivite S.A.

Vía Romana, s/n
31520 CASCANTE
Oficinas: Ribera, 34
31592 CINTRUÉNIGO
Tel.: 948 811 000
Fax: 948 811 407

 

Homepage: www.chivite.com



 

Für weitere Fragen, die Adresse des Consejo Regulador:

 

Consejo Regulador D.O. Navarra
Rúa Romana, s/n € E 31390 Olite

Tel: +34 - 948 74 18 12 € Fax: +34 - 948 74 17 76
Mail: consejoregulador@vinonavarra.com
Homepage: www.vinonavarra.com

 

 

 

Hier die Links zu den einzelnen Bodegas (aus Homepage des Consejo Regulador):

 

Bodegas Abete, Máximo

Barricas en el interior de una bodega

Bodegas Aguirre, S.L.
Bodegas Aristu, S.L.
Bodegas Armedáriz (José Pueyo Granada)
Bodegas Asensio Viñedos y Bodegas, S.L.
Bodegas Ayerra
Bodegas Azpea (J. Andrés Pérez Fonseca)
Bodegas Bardón, S.A.
Bodegas Fernando Barrena Belzunegui
Bodegas Barrio Ascorbe ( Ana Mª Martínez Ramirez)
Bodegas Beramendi, S.L.
Bodegas Camilo Castilla, S.A.
Bodegas Camino del Villar S.L.
Bodegas Carlos Magaña, S.L.
Bodegas Castillo de Monjardín, S.A.
Bodegas Cirbonera Sdad. Coop.
Bodegas Coop. Ángel de la Guarda
Bodegas Coop. Cosecheros Reunidos
Bodegas Coop. La Cruz
Bodegas Coop. Nuestra Señora. del Rosario
Bodegas Coop. Olitense
Bodegas Coop. San Francisco Javier
Bodegas Coop. San Isidro
Bodegas Coop. San José
Bodegas Coop. San Miguel
Bodegas Coop. San Raimundo Abad.
Bodegas Coop. San Ramón
Bodegas Coop. San Salvador
Bodegas Coop. San Sebastián
Bodegas Coop. Santiago
Bodegas Coop. Santo Cristo del Amparo
Bodegas Coop. Vinícola de Cárcar
Bodegas Coop. Vinícola de Tafalla S.C.L.
Bodegas Vinícola Murchantina
Bodegas Corellanas, S.L.
Bodegas Chivite, S.A.
Bodegas de Sarría, S.A.
Bodegas Escalera
Bodegas Fernández de Arcaya, Jesús
Bodegas Garbayo Alduan, Dámaso
Bodegas García Burgos S.L.
Bodegas García Martínez, Luis
Bodegas Inurrieta S.L.
Bodegas Irache, S.L.
Bodegas Iturdaki (Pedro Iturgaiz Lacunza)
Bodegas Julian Chivite, S.L.
Bodegas Lezaun, S.L.
Bodegas Lorrein, S.L.
Bodegas Luis Carricas, S.A.
Bodegas Luis Gurpegui Muga, S.A.
Bodegas Macaya S.XXI, S.L.
Bodegas Malumbres ( Mª Rosario Martínez Azcona)
Bodegas Marco Real, S.A.
Bodegas Marino Pérez de Rada, Álvaro y Borja
Bodegas Mendiko S.L.
Bodegas Monasterio de la Oliva (PP. Cistercienses)
Bodegas Nekeas, Sdad. Coop
Bodegas Nuestra. Señora del Camino, Sdad. Coop.
Bodegas Nuestra Señora del Romero, Sdad. Coop
Bodegas Ochoa, S.A.
Bodegas Orvalaiz Sdad. Coop
Bodegas Palacio de Azcona, (Navayerri, S.L.)
Bodegas Palacio de la Vega, (Ambrosio Velasco, S.A.)
Bodegas Parraldea (Martínez Janáriz, Miguel A.)
Bodegas Pérez Lahera, Delfín
Bodegas Piedemonte, Sdad. Coop.
Bodegas Príncipe de Viana, S.A.
Bodegas San Benito (Aguirre, S.L.)
Bodegas San Cristóbal, Sdad. Coop.
Bodegas San Esteban, S.L.
Bodegas San Francisco Javier, Sdad. Coop.
Bodegas San Isidro, Sdad. Coop.
Bodegas San Martín, Sdad. Coop.
Bodegas Señorío de Otazu (Gabarbide, S.A.)
Bodegas Señorío de Urdaiz, S.A.
Bodegas Uriz Baztán, Pedro
Bodegas Valcarlos, S.L.
Bodegas Vega del Castillo, Sdad. Coop.
Bodegas Vega Linde (Coduvina, S.L.)
Bodegas Vinícola Corellana, S.A.
Bodegas Vinícola Navarra, S.A.
Bodegas Viña Magaña, S.L.
Bodegas Viña Valdorba, S.L.
Bodegas Viñedos de Calidad, S.S.
Bodegas Virgen Blanca, Sdad. Coop
Bodegas y Viñedos Alzania, S.L.
Bodegas y Viñedos Quaderna Vía, S.L.