Aus der Geschichte des Weins

 

 

Frühe Weinkulturen

Schon vor Jahrtausenden betrieben die orientalischen Völker Weinbau. Der erste Wein der Welt wurde offenbar doch nicht in Persien, sondern in China gekeltert. Darauf deuten jedenfalls neueste Funde hin. Wissenschaftler entdeckten in 9000 Jahre alten Tongefässen der chinesichen Provinz Henan Reste eines vergorenen Getränks, das nicht nur Reis und Honig, sondern auch Traubenrückstände enthielt.
Tontafeln und Wandreliefs zeigen, dass im alten Aegypten bereits vor 6'000 Jahren der Wein bekannt war. Aus Babylon ist uns ein Gesetz über den Weinausschank überliefert, das vor 3'000 Jahren seine Gültigkeit hatte. Darin heisst es, dass der Wirt keine lärmenden Gäste zu dulden hat. ausserdem waren die Weinpreise dem Wirt vom Staat vorgeschrieben.

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Erste Hinweise in der Bibel

Das erste Mal erfahren wir vom Weinbau in der Genesis 9,20. Hier pflanzt Noah einen Weinberg und macht auch Wein. Diesen trinkt er und liegt dann anschliessend nackt im Zelt, wo ihn sein jüngster Sohn Ham sieht, aber nichts dagegen unternimmt. Jafet und Sem hingegen, decken die Blösse ihres Vaters zu. Als Noah erwacht und davon erfährt, spricht er den Fluch über Kanaan.

Das ist nicht gerade ein glorreicher Anfang. 10 Kapital später geht es ähnlich weiter:

Lot lebt mit seinen Töchtern nach der Zerstörung von Sodom und Gomorra in einer Höhle. Die Töchter geben ihrem Vater Wein, damit sie bei ihm liegen können und von ihm Kinder bekommen. Denn es wahr ihrer Meinung nach kein Mann da, ausser ihm. Daraus entstehen die Moabiter und Ammoniter.

Aus den ersten Berichten des alten Testamentes gibt es aber auch Positives über Wein.

So träumt, in der Geschichte von Josef, der Oberste der Mundschenke von einem Weinstock, von dem er eine Traube nimmt und in den Becher des Pharaos ausdrückt. Für ihn bedeutete das, dass er in drei Tagen aus dem Gefängnis kommen und wieder Mundschenk sein wird.

 

Lagerung, Transport und Handel

Der Wein wurde bei den Juden in Schläuchen aufbewahrt. Dabei handelte es sich um einen einfachen Behälter aus einer Tierhaut. Der Hals und drei der Beine wurden zugenäht und das vierte diente als Ausschank. Die Form des Tieres war meist deutlich zu erkennen.

Für Reisende eignete sich der Weinschlauch vorzüglich wegen seines geringen Eigengewichts und fehlte deshalb auf keiner Reise.

Erst durch den Einfluss der Griechen verwendeten sie immer mehr auch die handelsüblichen Amphoren. Diese schlanken, unten in eine Spitze zulaufenden Tongefässe fassten einen Inhalt von ca. 20-26 Litern und waren knapp einen Meter hoch. Die Innenseite war mit Harz abgedichtet.

Amphoren waren besonders für die Lagerung von Wein geeignet. Man konnte sie im Keller mit der Spitze tief in Sand oder Erde drücken, wodurch der Wein gut kühl gehalten wurde. .


Wein als Medizin in der Vergangenheit

Die heilende Kraft des Weines ist schon sehr lange bekannt. Das älteste medizinische Dokument, in dem Wein erwähnt wird, ist eine aus Sumerien stammende Tontafel aus der Zeit um 2200 v.Chr. In Keilschrift hat hier ein Arzt eine Rezeptur aufgeschrieben, die unter anderem auch Wein beinhaltet.

Der Wein wurde oft als Lösungsmittel für die in den Kräutern enthaltenen Wirkstoffe verwendet.

Im griechischen Kos praktizierte schon Hippokrates (ca. 460-377 v.Chr) mit Wein. Er setzte ihn als Schlaf- und Beruhigungsmittel ein, aber auch für Augenkrankheiten, Schmerzmittel, Wundbehandlung und bakteriell oder toxisch bedingte Darmerkrankungen.

Galenos (129-199 n.Chr.), ein griechischer Arzt, wendete Wein vorwiegend äusserlich an, bei Entzündungen, Wunden und Verbrennungen. Wein war in der Antike das einzige Antiseptikum, ds bei Wundinfektionen zur Verfügung stand.

Schon früh wurde dem Wein Pflanzen zugesetzt, um seine Wirkung zu verstärken. Die Inhaltstoffe lösten sich im Wein und wurden schneller resorbiert. Auch Hildegard von Bingen (1098-1179) war das bekannt und schrieb diverse Rezepte nieder.

Im 18. Jahrhundert war das Heilen mit Wein sehr populär. Friedrich Hoffman (1660-1742), der Leibarzt des preussischen Königs Friedrich 1, erfand die "Wein-Cur". 1753 wurde der über 100-seitige "Weinarzt" herausgegeben. In ihm gibt es für alles ein Rezept, Von Verstopfung über Firber bis zu Mitteln, die das Gedächtnis stärken sollen.

Auch die Bibel berichtet über diese Heilkraft. Der barmherzige Samariter verband die Wunden des Verletzten und goss Wein und Öl darüber. Auch Paulus kannte schon die wohltuende Wirkung für den Magen.

Heute wird im Trend zu natürlichen Heilmitteln und Hausrezepten auch der Wein als Heilmittel wieder entdeckt.


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