Ernesto Pauli's

Weinlexikon

 

 

 

Tokajer (Wein).

 

Nicht zu verwechseln mit dem Tokay d'Alsace = Pinot gris.

 

Der wohl berühmteste ungarische Wein (die Ungarn nennen ihn Tokaji) ist der nach der gleichnamigen Stadt benannt. Die Tokajer Weine werden einerseits nach jahrhundertealten Traditionen, andererseits nach geltendem Weingesetz hergestellt. Da beide Möglichkeiten den Kellermeistern bei der Weinherstellung offenstehen, schmeckt der mit demselben Namen gekennzeichnete Wein aus zwei verschiedenen Weinkellern nie gleich. Bezüglich einer Weinsorte muss also immer der konkrete Jahrgang eines einzelnen Kellers getestet und eingeschätzt werden.


Die Weinsorten kommen fast ausschliesslich rein, nach Sorten in den Handel (Tokajer Furmint, Tokajer Lindenblättriger, Tokajer Muskateller), aber auch die Cuvées werden immer beliebter. Im Allgemeinen werden diese Weinsorten der Qualitätsklasse zugeordnet, darunter sind aber auch besondere Qualitätsweine. Diese sind zum Beispiel die aus "ausgedorrten Beeren" hergestellten, "erlesenen" oder "spät geernteten" halbsüssen oder süssen Weine.


Der Szamorodni, der Fordítás, der Máslás und die Aszuweine gehören zu diesen besonderen Qualitätsweinen.
 

Das Wort "Tokaj" ist wahrscheinlich hunnisch-türkischen Ursprungs und bedeutet soviel wie "Wald am Fluss" (erstmals Ende des 11. Jahrhundert in einer Chronik erwähnt, wo der Übergang eines kumanischen Heeres über die Theiss bei "Thocoyd" beschrieben wird).

 

 

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