Weinbau:

PHYSIOLOGISCHE STÖRUNGEN, MANGELKRANKHEITEN

 

Chlorose

Die während der Hauptwachstumszeit der Reben auftretenden Chlorosen (Schlecht- wetter-, Verdichtungs- und Schwäche- Chlorosen) werden hauptsächlich durch die Bodenverdichtung verursacht. Wichtigster auslösender Faktor ist ein zu hoher Bodenwassergehalt. Durch die frühzeitige Einsaat von 250 g Ölrettich pro Are kann der Wassergehalt des Untergrundes vermindert werden. Gleichzeitig wird mit dieser Massnahme eine langfristige Struktur- verbesserung im Untergrund erreicht.

Magnesiummangel

Früher Herbstverfärbung, bewirkt durch Magnesiummangel, kann im Folgejahr durch Zusatz von 1% Bittersalz (Magnesiumsulfat) zu den Fungizidspritzungen vorgebeugt

 

 

Kalimangel

Tritt manchmal nach Umbruch von Mager- wiesen auf. Eine Düngung mit Kalisalz, kombiniert mit tiefwurzelnden Einsaaten, führt zu langfristiger Abhilfe. Blattspritzungen mit 0,5% iger Kalisulfatlösung helfen kurzfristig.

 

 

Stiellähme  

Die genaue Ursache der Stiellähme ist noch nicht bekannt. Die Stiellähme könnte das Resultat vieler Krankheiten sein, welche das Stielgerüst angreifen. Die Beeren werden durch das erschlaffen der Stiele von der Wasserversorgung abgetrennt und reifen nicht weiter.

Als stiellähmeanfällige Sorten gelten: Riesling u Silvaner, weisser und roter Gutedel, Gewürztraminer und Räuschling.

Die Sorte Blauburgunder, mit Ausnahme der Mariafeld-Klone, ist allgemein weniger anfällig, so dass meist auf eine Stiellähmebehandlung verzichtet werden kann.

Einsaaten, permanente Grünbedeckung und reduzierte Stickstoffdüngung vermindern das Auftreten der Stiellähme, reichen jedoch als vorbeugende Massnahmen in Jahren mit erhöhter Befallserwartung nicht aus, um Ertrags- und Qualitätseinbussen zu verhindern