Kerner - Rebsorte

 

 

 

Die durch Kreuzung von Trollinger (rot) x Riesling (weiss) entstandene weisse Sorte hat in relativ kurzer Zeit eine enorme Verbreitung gefunden. Der deutsche Diplomlandwirt und Rebenzüchter August Herold (1902-1973) kreierte 1929 die neue Rebsorte.

 

Herold absolvierte in Hohenheim ein Agrarstudium. Nach Tätigkeiten an der Staatlichen Weinbau-Verwaltung und an der Biologischen Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Naumburg-Saale übernahm er im Jahre 1928 die Leitung der Württembergischen Anstalt für Rebenzüchtung und Rebenpfropfung in Weinsberg. Er schuf zahlreiche Zuchtstämme und neue Rebsorten wie zum Beispiel die Neuzüchtungen Dornfelder, Hegel, Helfensteiner, die nach ihm benannte Heroldrebe, Hölder, Juwel, Kerner, Ruling, Silcher und Sulmer.

 

"Getauft" wurde die Rebe nach dem schwäbischen Dichter Justinus Kerner (1786–1862), der in Weinsberg lebte und unter anderem Gedichte und Lieder über Wein verfasste.

Die Kernertraube reift etwas früher als der Riesling; in unseren Keuperböden findet sie hierfür die besten Voraussetzungen. Der Kerner bringt hohe Öchslegrade. Deshalb werden fast alljährlich Prädikatsweine geerntet. Der oft hellfarbene Wein ist durch ein unaufdringliches, angenehm feines, leichtes Muskatbukett gekennzeichnet. Bei hoher Reife kommt er mit seiner würzigen, vornehmen Frucht nahe an den Riesling heran. Vom Elternteil Riesling hat er die feinrassige Säure. Unsere harmonischen Kernerweine erfreuen sich wegen ihrer hohen Bekömmlichkeit großer Beliebtheit bei unseren Kunden. Kerner kann zu allen Anlässen gereicht werden, zu denen auch der Riesling angebracht ist (zu Fisch, hellem Fleisch, würzigem Käse).

Heute ist der Anbau stark rückläufig.