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Die gegen
6000 im Inventar des Römermuseums Augst bei Basel (Schweiz) bis 1979
registrierten Amphoren und Amphorenfragmente bilden zur Zeit nördlich der Alpen
den grössten publizierten Bestand. Sie wurde durch Mitfunde datiert; damit sind
die Importe in der römischen Stadt und ihren Quartieren zeitlich sowie in sich
quantitativ und qualitativ zu bewerten.
Amphoren
als Transportmittel
Amphoren dienten für den Transport von Lebensmitteln aus dem Mittelmeerraum
(Olivenöl, Wein, Fischsauce, seltener Südfrüchte). Oft waren die etwa 15 bis 80
Liter fassenden Einwegverpackungen der Antike beschriftet: Ware, Herkunft,
Transportfirma, Kontrollvermerke usw. wurden angegeben. Daneben kannte man,
insbesondere für Wein, auch (die im Boden nur selten erhaltenen) Fässer mit bis
zu 1300 Liter Inhalt. Beschriftungen, erhaltene Reste des Inhalts und Vergleiche
der Amphorenformen ermöglichen es vielfach, bestimmte Verpackungsformen einem
spezifischen Inhalt zuzuweisen. Einige Formen oder/und Tonarten sind für
bestimmte Exportgebiete typisch und lassen so das Herkunftsgebiet bestimmen.
Sie zeigen, dass in die römische Koloniestadt und in das spätantike Kastell in
Amphoren vor allem Olivenöl aus Südspanien, zuweilen auch aus Nordafrika,
Fischsaucen aus Spanien und Portugal, aus Nordafrika, aus Südfrankreich,
insbesondere aber Wein unterschiedlichster Provenienz importiert wurde. Beim
Wein verändert sich das Angebot im Laufe der Zeit am meisten, was teilweise mit
der Erschliessung neuer Rebgebiete, mit politischen Veränderungen, teilweise
auch mit modischen Trinkgewohnheiten zusammenhängt. In Augst wurden wie in
anderen Städten des westlichen Römerreiches in unterschiedlicher Menge Weine aus
Italien (bis hin zum Falerner), aus Spanien, sehr viel aus Frankreich, aber auch
Spezialitäten aus dem Osten des Mittelmeerraumes getrunken. Interessant ist in
spätrömischer Zeit der auch aus den schriftlichen Quellen wohlbekannte Wein aus
Gaza im Heiligen Land.
In der Zeit vor Caesar und Augustus kannte und schätzte die einheimische
Bevölkerung nördlich der Alpen als Südimport von seltenen Ausnahmen abgesehen
nur Wein aus Italien. Die von Beginn der Römerzeit an importierten Lebensmittel
illustrieren einerseits, wie rasch und stark die über verschiedene Kanäle als
Vorbild wirkende römische Kultur bis ins tägliche Leben eingriff, und
andererseits, welch interessanten Markt zivile Siedlungen für den Handel boten.
Zur immer wieder erstaunenden Dynamik des römischen Weltreiches gehört auch die
Entwicklung und Organisation regelrechter Grossbetriebe, ja Fabriken, unter
anderem in der Lebensmittelbranche. Nicht nur für die Lebensmittelversorgung der
Millionenstadt Rom, sondern auch die anderer Grossstädte, des Heeres und - nicht
zu unterschätzen - für den freien Markt produzierten landwirtschaftliche
Betriebe und transportierten Schifffahrtsunternehmer Lebensmittel über Hunderte
wenn nicht Tausende von Kilometern. In erster Linie kamen diese Güter aus dem
Mittelmeerraum, auch in das Gebiet der heutigen Schweiz.
Was wurde in Amphoren transportiert?
Aus den römischen Texten und Inschriften erfahren wir Vieles über Handel und
Transport. Von den transportierten Gütern selbst blieb allerdings im Boden nur
selten etwas erhalten. Von den ja in der Regel konsumierten Lebensmitteln kennen
wir aber glücklicherweise verschiedene Verpackungen für den Transport, in erster
Linie zweihenklige Tonbehälter, die Amphoren.
Oft waren diese etwa 25 bis 80 Liter fassenden Einwegverpackungen der Antike
beschriftet: Die Ware und ihre Herkunft wurde deklariert, manchmal auch mit dem
Namen der Transportfirma. Olivenöl, Wein, Fischsauce, seltener Südfrüchte aus
dem Mittelmeerraum waren die am häufigsten in Amphoren importierten
Lebensmittel. Daneben kannte man - insbesondere für Wein aus Frankreich und
Oberitalien - auch Fässer mit bis zu 1300 Liter Inhalt. Da sich Holzfässer im
Boden aber nur selten erhalten, Tonbehälter - wenn auch oft zu Scherben
zerschlagen - jedoch sehr wohl, bilden die Amphoren die wichtigsten Zeugen für
diesen während der ganzen Römerzeit florierenden Fernhandel.
Durch die Beschriftungen, durch erhaltene Reste des Inhalts und durch Vergleiche
der Amphorenformen wissen wir, dass bestimmte Verpackungsformen für einen
spezifischen Inhalt dienten. Darüber hinaus sind einige Formen für bestimmte
Exportgebiete typisch, oder lassen charakteristische Tone die Herkunft des
Behälters erkennen. So ist es heute möglich, die Herkunft der meisten Behälter
und damit ihres Inhalts recht genau zu ermitteln.
Im Falle der fast 6000 im Inventar des Römermuseums Augst bis 1979 registrierten
Amphoren und Amphorenfragmente zeigte sich, dass in die römische Koloniestadt
und später in das spätrömische Kastell in Amphoren Olivenöl aus Südspanien,
zuweilen auch aus Nordafrika, Fischsaucen aus Spanien und Portugal, aus
Nordafrika, aus Südfrankreich, insbesondere aber Wein unterschiedlichster
Provenienz importiert wurde. Die Südfrüchte - etwa Oliven aus Südspanien und
Südfrankreich, Datteln und eingelegte Weintrauben wahrscheinlich aus Syrien und
Aegypten - spielten eine geringere Rolle.
Veränderte Trinkgewohnheiten bei Wein
Beim Wein finden wir im Laufe der Zeit auch stärkere Veränderungen im
Angebot, was teilweise mit der Erschliessung neuer Rebgebiete, mit politischen
Veränderungen, teilweise auch wie heute mit modischen Trinkgewohnheiten
zusammenhängt. In Augst wurden wie in anderen Städten des westlichen
Römerreiches in unterschiedlicher Menge Weine aus Italien, aus Spanien, sehr
viel aus Frankreich, aber auch Spezialitäten aus dem Osten des Mittelmeerraumes
getrunken. Interessant ist in spätrömischer Zeit der auch aus den schriftlichen
Quellen wohl bekannte Wein aus Gaza im Heiligen Land, der für die bereits
christianisierten Bewohner der Castrum Rauracense sicher einen besonderen
Stellenwert besass.
Wenn man bedenkt, dass die einheimische Bevölkerung vor der Eroberung unseres
Gebietes durch die Römer zu Caesars Zeit als Südimport nur den Wein aus Italien
kennen und schätzen gelernt hatte, aber keine anderen südliche Lebensmittel,
beeindruckt die Umstellung vieler (aber natürlich nicht aller!) Essgewohnheiten
und Zubereitungsarten von Speisen nach südlicher Art. Die importierten
Lebensmittel illustrieren, wie rasch und stark die als Vorbild empfundene
römische Kultur bis in die Bereiche des täglichen Lebens hinein wirkte.
Weinfreunden empfehlen wir einen Besuch im Römermuseum Augst sehr und danken
für die oben stehenden Informationen.
 
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