Diabetikerweine

 

 

In Diabetikerweinen darf nur ein geringes Mass an Glucose enthalten sein, da zum Traubenzuckerabbau im Körper Insulin notwendig ist. Insulin wird aber bei Diabetikern nicht oder nur mangehalft gebildet. Wein ist zum Verzehr für Diabetiker geeignet, wenn er in einem Liter

höchstens 4 g Glucose
höchstens 20 g Gesamtzucker (als Invertzucker berechnet*)
höchstens 150 mg gesamte schweflige Säure
höchstens einen Alkoholgehalt von 12 Volumenprozent


enthält. * (Für Diabetiker geeignet sind aber auch Weine mit bis zu 20 g/l Zucker, wenn die Differenz aus Fructose besteht.)

 

Demnach können auch halbtrockene und sogar liebliche Weine für „Diabetiker geeignet“ sein, weil entsprechende Kreszenzen heute in erster Linie durch den Gehalt an insulinabhängiger Glukose (Traubenzucker) und nicht über ihren Gesamtzuckergehalt definiert sind. Noch vor fünf Jahren war dies anders: lediglich „trockene“ Weine bis maximal 4 g/l Gesamtzucker galten als „Diabetikerweine“. Weinmost enthält Fruktose (Fruchtzucker) und die für Diabetiker kritische Glukose zu gleichen Teilen. Studien haben gezeigt, dass die meisten Weinhefen Glukose schneller, d.h. bevorzugt zu Alkohol umwandeln. Mit moderner Kellertechnik kann der Kellermeister heute die Gärung so steuern, dass Weine mit weniger Glukose, dafür aber mit mehr diabetikerfreundlicher Fruktose entstehen. Letztere hat zudem noch eine höhere Süsskraft als der Traubenzucker. Das Resultat: halbtrockene und sogar liebliche Weine, die dem Diabetiker nicht schaden.
 

Herstellung:

Da in Diabetikerweinen der Glucosegehalt möglichst niedrig sein soll, ist es am besten den Wein durchzugären, also die Hefetätigkeit solange aufrecht zu erhalten, bis kein vergärbarer Zucker mehr vorhanden ist. Es besteht auch die Möglichkeit, halbtrockene Diabetikerweine zu erzeugen. Die Hefe ist glucophil, das bedeutet sie baut zuerst Glucose und dann etwas zeitverzögert Fructose ab. Wenn der Glucosegehalt unter 4g/l fällt, stoppt man die Gärung ab und dann liegt noch mehr als 4 g/l Fructose vor. Die sonstige Weinbereitung ist wie bei Weiss-, bzw. Rotwein. Details dazu finden Sie hier....
 

Wichtig:

Der Diabetiker sollte immer mit seinem Arzt besprechen, ob aus ärztlicher Sicht nach sorgfältiger Überprüfung von eventuellen Kontraindikationen (Verbot des Alkohols wegen anderer Erkrankungen (z.B. Lebererkrankungen) oder der Einnahme bestimmter Medikamente), moderater Weingenuss erlaubt ist.

Alkohol sollte bei Behandlung mit Sulfonylharnstoffen bzw. mit Insulin nie auf „leeren Magen“, sondern immer zusammen mit einer kohlenhydratreichen Mahlzeit oder Zwischenmahlzeit getrunken werden (Unterzuckergefahr).