Die FAW Wädenswil -

ein Kurzportrait der

Eidg. Forschungsanstalt

 

 

 

Gesunde Lebensmittel aus einer intakten Umwelt

und einer wettbewerbsfähigen Landwirtschaft

 

Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Obst-, Wein- und Gartenbau Wädenswil (FAW) ist ein Forschungsinstitut des Bundesamts für Landwirtschaft. Die Forschungsanstalten Wädenswil und Changins bilden zusammen das Kompetenzzentrum für Obst-, Gemüse- und Weinbau, die so genannten Spezialkulturen. Die FAW ist national federführend im Obst- und Gemüsebau und bearbeitet im Reb- und Beerenbau wichtige regionale Aspekte für die Deutschschweiz.

An der FAW arbeiten 163 Personen, die sich 139 Stellen teilen. 25 FAW-MitarbeiterInnen sind drittfinanziert, das heisst, sie arbeiten an Projekten, die mit nationalen und europäischen Forschungsgeldern (z.B. Schweizerischer Nationalfonds, EU-Projekte, COST-Projekte), von der Privatwirtschaft, Verbänden oder Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) bezahlt werden.

Die FAW betreibt in Güttingen/TG einen Versuchsbetrieb für Obstbau, in Wintersingen/BL mit Partnern das Steinobstzentrum Breitenhof, eine Versuchsanlage in Grabs/SG und in Wädenswil einen Versuchsbetrieb für Obst-, Gemüse- und Beerenbau. Sie besitzt Rebberge in Stäfa und Wädenswil.

Im Rahmen von New Public Management passt sich die FAW den neuen Begebenheiten in Landwirtschaft und Gesellschaft an. Sie ist eine nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen geführte FLAG-Dienststelle (Führung mit Leistungsauftrag und Globalbudget).

 

 

Unsere Kunden

 

Für Politik und Verwaltung liefern wir wissenschaftlich-technische Grundlagen für die Gesetzgebung und erfüllen gesetzliche Vollzugs- und Kontroll-Aufgaben. Unsere Forschungsresultate stellen wir der landwirtschaftlichen Praxis zur Verfügung, damit diese ihre Arbeit optimieren und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern kann. Im Dienste der Konsumenten setzen wir uns für gesunde Früchte, Gemüse und Getränke ein.

 

 

Unsere Leistungen

 

Gesetzliche Aufgaben – Wir bieten Sicherheit

 

Pflanzenschutz

Wir liefern dem Bundesamt für Landwirtschaft das für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln notwendige wissenschaftlich-technische Know-how und koordinieren das Expertensystem der Forschungsanstalten. Mit der Prüfung von Pflanzenschutzmitteln sorgen wir dafür, dass nur Produkte zugelassen werden, die wirksam sind und keine nachteiligen Auswirkungen auf Menschen, Tiere, Pflanzen und die Umwelt haben.

 

Eingeschleppte Krankheiten

Wir erarbeiten Massnahmen gegen die Einschleppung und Ausbreitung besonders gefährlicher Schadorganismen, die unsere landwirtschaftlichen Kulturen bedrohen, zum Beispiel den Feuerbrand.

 

Sortenschutz

Bevor ein Züchter für eine Sorte Sortenschutz erhält, und damit von den Benützern seiner Züchtung eine Lizenzgebühr erheben kann, muss die Sorte geprüft und beschrieben werden. Für das Büro für Sortenschutz des Bundesamts für Landwirtschaft überprüfen wir die Sortenschutz-Anträge für Obst und Gemüse.

Düngungsrichtlinien

Wir erarbeiten Richtlinien für die Düngung von Obst und Gemüse, die von den Produzenten für den ökologischen Leistungsnachweis nicht überschritten werden dürfen und eine optimale Qualität gewährleisten.

 

 

Kerngeschäfte in Extension und Forschung – Wissen für unsere Kunden

 

Die FAW ist die erste Forschungsanstalt, die eine konsequent kundenorientierte Zusammenarbeit in der angewandten Forschung einführt (Extension). In Forschungsforen organisiert, priorisieren die Obst-, Gemüse- und Wein-Branchen jährlich die von der FAW zu bearbeitenden Themen. Die Praxis ist so direkt in die Steuerung der Arbeiten und in den Wissenstransfer eingebunden.

In der Forschung bearbeiten wir diejenigen Themen, die für alle drei Kundengruppen Priorität haben. Unser Wissen vermitteln wir den kantonalen Beratungsstellen, Hochschulen und Fachhochschulen, Verbänden und weiteren Organisationen.

 

Wirtschaftlichkeit – Ökologie – Qualität

Im Bereich Forschung analysieren wir die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln, untersuchen die Entstehung, Verbreitung und Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten und züchten krankheitsresistente Apfelsorten. Zudem erarbeiten wir Grundlagen für den Schädlings- und Krankheiten-Warndienst.

Der Warndienst ist denn auch das wichtigste Element im Extensionbereich Pflanzenschutz. Während der Saison erhalten die Landwirte wöchentlich unsere Pflanzenschutzmitteilungen. Mit Hilfe unserer Prognosen kann die landwirtschaftliche Praxis Pflanzenschutzmassnahmen gezielter durchführen und Fehler vermeiden – so kommen Pflanzenschutzmittel nur dort zum Einsatz, wo sie wirklich nötig sind, und auch nur zum geeigneten Zeitpunkt. Zudem bestimmen wir Schädlinge und Krankheiten und beraten die Landwirte bei deren Bekämpfung.

Wir unterstützen die Praxis bei Anbau- und Sortenfragen und helfen ihr dabei, die Qualität ihrer Erzeugnisse zu steigern und effizienter zu produzieren.

 

Produktequalität und -sicherheit – Gesundes Obst und Gemüse

In diesem Bereich erforschen wir einerseits sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe. Andererseits untersuchen wir Einflüsse auf Lebensmittel, die durch Mikroben verursacht werden, zum Beispiel Hefe im Wein oder Fäulnis beim Obst.

In der Extension geht es um Qualitätsfaktoren, gute Lagerung, Sinneswahrnehmung von Lebensmitteln (Sensorik) und Fehleranalysen, zum Beispiel bei Most oder Wein.

 

 

 

Das Beispiel integraler Pflanzenschutz

Der Staat verfolgt Schutzziele zugunsten von Mensch, Tier und Umwelt. Darum dürfen Pflanzenschutzmittel erst verkauft werden, wenn sie amtlich zugelassen sind. Die FAW beurteilt Wirksamkeit, Umweltverhalten und Rückstände auf den behandelten Pflanzen, um abzuklären, ob die Anwendung für Mensch, Tier und Umwelt sicher ist. Über die Bewilligung eines Pflanzenschutzmittels entscheidet das Bundesamt für Landwirtschaft.

Der Praktiker strebt den bestmöglichen Ertrag an. Er ist deshalb auf einen optimalen Schutz seiner Pflanzen gegenüber Schädlingen und Krankheiten angewiesen. Aus dem Bewilligungsverfahren gewinnen wir wichtige Hinweise für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Diese Erkenntnisse fliessen sofort in unsere Pflanzenschutzempfehlungen ein – einem erfolgreichen Instrument im Wissenstransfer an die Praxis.

Die Konsumenten wollen rückstandsfreie Nahrungsmittel. Unsere Arbeiten zielen auf eine Optimierung des Pflanzenschutzmittel-Einsatzes ab, was in den meisten Fällen weniger Pflanzenschutzmittel und in jedem Fall weniger Risiko bedeutet.