Gaschromatografie und

"elektronische Nasen"

 

 

Was ein Mensch wahrnimmt, kann man nicht direkt messen. Es gibt aber zwei Methoden, mit denen man ihn ansatzweise analysieren resp. imitieren kann.

Bei der Gaschromatographie können viele verschiedene Komponenten einzeln gemessen werden. Die Aromastoffe werden vom Wein abgetrennt. Sie können dann einzeln erfasst und gemessen werden. Mit Hilfe dieser Technik kann man z.B. anhand der Aroma-Chromatogramme sagen, aus welcher Traubensorte ein Wein hergestellt wurde. Auch bei Neuzüchtungen spielt diese Technik eine grosse Rolle. Da wird oft die Maschine mit der feinen Nase des Menschen kombiniert. Bei der sogenannten Schnüffeltechnik wird ein Teil der gasförmigen Aromakomponenten zum Detektor geleitet, während ein anderer Teil von der Testperson immer dann geschnüffelt wird, wenn der Detektor eine Aromaspitze aufzeichnet.

Wenn statt der Einzelkonzentrationen der Gesamteindruck interessiert, dann setzt die Industrie auf Sensoren oder elektronische Nasen. Diese kosten wenig, imitieren den menschlichen Geruchsinn und arbeiten schnell. Eine "elektronische Nase" besteht aus einer Reihe chemischer Sensoren. Wichtig ist, dass jeder Sensor aus dem Molekülangebot individuell unterschiedlich auswählt und entsprechend auch ein Signal liefert. Ein lernfähiges Computerprogramm - ein "Neuronales Netzwerk" wird aus den Signalen Muster erkennen und einordnen.

Die elektronische Nase kann den Weinkenner übertreffen wenn es darum geht, unterschiedliche Jahrgänge des gleichen Weins zu unterscheiden. Die Sensor-Methode funktioniert schlechter bei Weinen minderer Qualität und sie kann überfordert sein, wenn sie einen Wein nach längerer Lagerung "wiedererkennen" soll.