Griechenland -

Griechischer Wein aus Kreta

 

 

(gr. Krete) Die grösste Insel Griechenlands grenzt das Ägäische Meer nach Süden hin gegen das übrige Mittelmeer ab. Hauptstadt ist Iraklion (gr. Herakleion). Der Name der Insel bezieht sich auf die Nymphe Kreta oder auf den ersten König Kretheos.

Kreta ist eine gebirgige Insel mit etwas über 500.000 Einwohnern und einer Fläche von rund 8335 km2. Höchste Erhebung ist der 2456 m hohe Berg Ida. Andere markante Gebirge sind die Weissen Berge (Sfakianes Madares, 2452 m) mit der 18 km langen, zum Teil nur wenige Meter breiten und bis zu 600 m tiefen Samaria-Schlucht (Bild rechts) und das Dikti-Gebirge (2148 m).

Zwischen den karstigen Höhen finden sich fruchtbare Täler mit typisch mediterraner Landwirtschaft (Wein, Oliven, Südfrüchte, Weizen; Schafe u. Ziegen).

 

Krethi und Pleti - kulturelles Sammelsurium

 

Kreta wurde mit etlichen anderen Namen belegt, die sich auf Geschichte und Landesnatur beziehen. Aeria („die Luftige”) spielt auf das angenehme Klima an, Chtonia („die Irdische”) nannte man Kreta nach der Demeter, die man hier als unterirdische Göttin verehrte, Idäa heißt die Insel nach dem Berg Ida bzw. der Nymphe Idäa, Kouretis nach den Kureten, Telchinia nach den kunstfertigen Telchinen, die hier gelebt haben sollen.

 

In der Umgangssprache ist Kreti und Pleti eigentlich ein abwertender Begriff für zusammengewürfeltes Volk, Gesindel (KRÜGER-LORENZEN, S. 167). Tatsächlich geht der Ausdruck „Krethi und Pleti” auf die aus Kretern und Philistern (Krether und Plether) bestehende Leibwache des biblischen König David zurück.

 

Die Taube wird seit uralter Zeit als heiliges Tier verehrt. Verzierte Taubentürme erinnern daran. Mit 1.500 verschiedenen Pflanzenarten und etwa 3.000 Höhlen und Grotten ist Kreta ein Paradies für Hobby-Forscher.

 

Und auch jeder Geschichtsinteressierte wird hier auf seine Kosten kommen. Der Palast von Knossos zum Beispiel zählt zu den grossen Sehenswürdigkeiten. Um seinen Innenhof lagen eine Unzahl von Räumen, so dass der Palast Fremden wie ein Irrgarten, ein Labyrinth, vorkam. Der Sage nach regierte hier der König Minos. Sein Sohn, Androgeos, wurde in Attika (Gebiet um Athen) hinterhältig ermordet. Minos begann darauf einen vernichtenden Krieg. Nach einem Spruch des Orakels boten die Athener alle 9 Jahre 7 Jünglinge und 7 Jungfrauen als Tribut nach Kreta zu schicken. Diese wurden im Labyrinth eingeschlossen, wo der Minotaurus (halb Mensch, halb Stier) sie tötete.

 

Beim dritten Tribut war auch Theseus dabei. Dieser schöne Jüngling fand die Liebe der minoischen Königstochter Ariadne und sie gab ihm einen Knäuel Faden mit in das Labyrinth und zusätzlich noch ein Schwert, um den Minotaurus zu töten. Er besiegte den Minotaurus und mit dem abgewickelten Faden fand er den Weg aus dem Labyrinth. Zusammen mit Ariadne floh Theseus....Kaum dass er die Küste von Kreta verlassen hat, liess er Ariadne auf der nächsten Insel sitzen. Ihr brach fast das Herz vor Kummer - dennoch wurde sie davor gerettet, sich vor Schmerz ins Meer stürzen zu müssen. Es kam ein anderer Liebhaber daher. Es war kein Geringerer als der Gott des Weins, Dionysos. Er umarmte und küsste Ariadne, und damit war für sie alles wieder in bester Ordnung. Die Sage geht zwar noch weiter. Wir schliessen aber bei Dionysos und danken ihm für die guten Weine aus Kreta.

 

Der Weinbau auf Kreta

Vermutlich befanden sich auf Kreta die ersten kultivierten Weingärten des Mittelmeerraumes. Die Insel zählt zu den ältesten Weinbau-Kulturen. In der Nähe des Dorfes Archanes wurde bei Ausgrabungen in Vathipetro eine Weinpresse entdeckt, die aus 2000 v. Chr. stammt. In Rom und Pompei wurden Behälter mit der Aufschrift »Vinum Creticum Excellens« gefunden, die beweisen, dass die kretischen Weine, in der ganzen damaligen Welt berühmt waren. Aus Kreta kommt auch der historische Malvasia-Wein. Sein Nachfolger ist ein goldener, süsser Wein aus der Liatiko-Traube

Auf Kreta existieren drei Landnutzungstypen.

§         Die nördlichen Küstenebenen werden durch einen Wechsel zwischen Bewässerungskulturen mit Orangen, Mandarinen und Gemüsen und Trockenfeldbau mit Weizen, Oliven und Weinanbau bestimmt.
 

§         In den Berg- und Hügelländern trifft man am Talboden Bewässerungs-Kulturen oder Olivenhaine mit Weizenunterkulturen. Die Hänge sind von Oliven, Getreide und Wein bestanden. Auf den Riedeln wird bevorzugt Wein angebaut.
 

§         Den dritten Typ trifft man beispielsweise bei Quellmuldenlagen. Hier liegen die Nutzungsformen kreisförmig um die Quelle. Im Zentrum finden wir Esskastanien- und Platanenhaine. Diese sind umgeben von Olivenbäumen, häufig mit Getreideunterkulturen. Dem schliesst sich ein terassierter Getreidegürtel an. An irgendeiner günstigen Stelle liegt auch hier meist ein Weingarten.

Fast jeder landwirtschaftliche Betrieb auf Kreta baut Wein an. Vielfach dient er dem Eigengebrauch.

 

Die Rebflächen betragen ca. 50.000 ha, die vor allem im Norden der Insel liegen. Die Grenzen des Weinanbaus liegen bei etwa 1200 m ü.M. Zum grossen Teil werden Tafeltrauben und Rosinen erzeugt. Der Schwerpunkt der Rosinenproduktion liegt in Mittel- und Ostkreta.


Immerhin stammen aber etwa 1/5 des griechischen Weins aus Kreta.  Es kommen weisse, rote, herbe, süsse und trockene Weine vor. Bis auf wenige Ausnahmen werden fast ausschliesslich autochthone Rebsorten angebaut, so zum Beispiel die roten Kotsifali, Liatiko, Mandilaria und Romeiko und die weissen Thrapsathiri und Vilana.

 

Bis Beginn 1970 waren die meisten Rebstöcke unveredelt, dann schlug die Reblaus auch hier zu und erzwang verspätet eine Umstellung auf resistente Unterlagen.

 

Nach französischem Vorbild wurden 1971 bis 1972 vom Landwirtschafts-Ministerium und dem Weininstitut kontrollierte Ursprungs-Benennungen für die besten Anbaugebiete eingeführt. Es gibt auf Kreta vier Appellationen „OBAP“ Onomasia Proelefsis Anoteris Piotitas (mit roter Flaschen-Banderole, Bezeichnung vergleichbar mit AOC in Frankreich):

 

§         Archanes (Rotwein) wird nur auf ca. 400 Hektar angebaut. Der Archanes ist fein im Geschmack und hat einen warmen Farbton.

§         Daphnes (Rotwein) im Bezirk Iraklion, wo die Ruinen der antiken Städte Knossos, Gortys und Phästos liegen

§         Peza (Rot- und Weisswein) auf ca. 770 ha angebaut

§         Sitia (Rot- und Weisswein) auf ca. 800 ha angebaut
 

Auch auf Kreta wird der bekanntes griechische Schnaps Ouzo hergestellt. Heute wird als Grundstoff Brennwein verwendet. Dieser wird mit aromatischen Ölen aus Anis oder Mastixharz sowie Zimt, Ingwer, Fenchel und anderen aromatischen Stoffen vermischt und anschliessend dreimal destilliert. Nach der Reifung wird das hochprozentige Produkt vor der Abfüllung in Flaschen mit Wasser vermengt, um es auf einen Alkohol-Gehalt von 46% vol zu bringen.

Eine Spezialität ähnlich dem Ouzo ist der auf Kreta produzierte Tsikoudia (auch Zikoudiá oder Ráki - in Makedonien Tsippouro genannt), der jedoch aus Trebern (Pressrückständen wie z. B. bei Grappa oder Marc) erzeugt wird. Kretischer Ráki sollte nicht verwechselt werden mit dem türkischen Ráki, nur der Name ist derselbe.

Wichtige Wein-Produzenten auf Kreta sind Boutari, Creta Olympias, Digenakis, Douloufakis, Economou und Lyrakis.

Boutari (Bild rechts) produziert auf seinem eigenen Weingut in der OPAP Archanes z.B. den Domaine Fantaxometocho in rot (Kotsifali und Mantilaria-Trauben) und als weissen Landwein (mit Vilana, Sylvaner, Sauvignon Blanc und Thrapsathiri) in der Region Iraklion. Auch aus Kreta stammt der an der Chardonnay du Monde 2003 ausgezeichnete Boutari Chardonnay 2002.

Hier die Anschrift von Boutari auf Kreta:

BOUTARI WINERY - CRETE
70100 Skalani,
Iraklion, Crete
 
Tel: (2810) 731617
Fax: (2810) 731617
crete.winery@boutari.gr

 

 

Oliven und die Kreta-Diät

Sie haben sicher schon gehört, dass bei uns Herz- und Gefässerkrankungen zu den verbreiteten Zivilisationskrankheiten geworden sind, während sie in anderen Ländern oder Kulturkreisen fast unbekannt sind. Ganz besonders niedrig ist dieses Risiko für die Bewohner Kretas. Das ist kein Zufall.

 

Der Grund für Gesundheit und hohes Alter bei den Kretern hat etwas mit ihrer besonderen Ernährungsweise zu tun. Sie essen, was ihre reiche Ernte hergibt: viel Obst, zahlreiche Gemüsesorten, Kräuter, Hülsenfrüchte, Käse und Brot. Die Speisen werden durch aromatische Pflanzen gewürzt. Süssspeisen werden aus Natursüsse, wie Honig und gekochtem Most, hergestellt. Das Mahl wird von einem ausgezeichneten Wein begleitet. Fleisch gibt es nur einige Male pro Jahr, an grossen Feiertagen oder - wie früher bei uns - an Sonntagen. Die Verwendung von reinem Olivenöl ist unentbehrlich. Etwa 30 % der Energiezufuhr entnimmt der Bewohner Kretas dem Olivenöl mit seinem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen und Enzymen (100 ml Olivenöl pro Tag).

Die Oliven Kretas sind eine Besonderheit. Es handelt sich nicht um die im übrigen Griechenland bekannten grossen, schwarzen oder grünen Früchte. Es sind die kleinen schwarzen Koroneiki Oliven. Ihre geringe Fruchtmenge enthält eine höhere Konzentration an wertvollen Vitaminen, Enzymen usw. als eine Olive mit hohem Fleischanteil.

Man sagt, auf Kreta gäbe es ca. 24 Millionen Olivenbäume. Es reicht bereits der Druck von zwei Fingern, um aus einer reifen (d.h. dunkelblauen) Olive Öl austreten zu lassen. Die Gewinnung des Öls erfolgt nach alter Tradition. Die Oliven werden gewaschen und mit Wasser gemahlen. Dann trennt eine Zentrifuge Wasser und Öl. An Ort und Stelle wird das frisch gepresste Öl vom Bauern getestet.

 

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