Marketing - Online Marketing

in der Weinwirtschaft (Teil 1)

 

 

Es gibt kaum einen Wirtschaftszweig, der durch das Internet unberührt geblieben ist. Für Unternehmen stellt Online-Marketing eine innovative Möglichkeit dar, um einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen.

Nach Untersuchungen der „European Technology Observation Agentur“ (EITO) wurde ermittelt, dass inzwischen mehr als 50% der Unternehmen am elektronischen Handel teilnehmen. Das bedeutet aber auch, dass Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren können, wenn sie nicht professionell mitziehen. Ergebnisse einer andern Marktforschungsstudie ergaben, dass mehr als 60% der Unternehmen noch keine Strategie für E-Commerce entwickelt haben. Für den Erfolg eines Internet-Auftritts ist jedoch ein strategisch fundiertes Marketingkonzept Voraussetzung.



Online-Weinmarkt

Eine junge Herausforderung für die Weinanbieter stellt das Online-Marketing durch einen Internet-Auftritt dar. Das Internet als umfassendes Informationsmedium und neuer Vertriebskanal könnte für die Weinbranche zu einem verbesserten Image und steigenden Absatzzahlen führen.

Die deutschsprachige Weinbranche ist im Internet bereits umfangreich vertreten. Die Eingabe des Begriffs „Wein“ ergibt bei Suchmaschinen bis zu 500'000 Einträge (Fleisch nur ca. 170'000 und Obst bloss ca. 120'000).

In dieser immensen Datenflut sind alle Marketing-Ebenen der Weinbranche zu finden (Einzelmarketing, regionales und länderspezifisches Gemeinschaftsmarketing). Wichtig ist also die Differenzierung, die Attraktivität der eigenen Web-Seite.

Viele Weinanbieter treten unabhängig mit einer eigenen Web-Site auf. Diese zeigt im allgemeinen ähnliche Merkmale: Sie umfasst etwa 5 - 7 Seiten mit Adresse des Weinguts, Familienwappen, Familientradition, Fotos der Winzer oder des Weingutes und die Bilder und Texte sind häufig den eigenen Weinprospekten entnommen. Das genügt nicht.


Besonderheiten von Wein als Lebensmittel im Online-Marketing

Innerhalb der Lebensmittel unterscheidet man zwischen Nahrungsmitteln und Genussmitteln. Der Wein zählt zu den Genussmitteln.

Nahrungsmittel werden in der Regel als gewohnheitsmässige, sogenannte habitualisierte Käufe erworben. Die Kaufentscheidung beruht dabei auf Erfahrungswerten und verläuft automatisch. Nahrungsmittel sind in ihrem Grundnutzen gegeneinander austauschbar. Der Käufer zeigt daher im allgemeinen ein niedriges Informationsinteresse (Low-Involvement-Produkte).

Wein ist hingegen ein sehr erklärungsbedürftiges Lebensmittel. Seine gesetzlichen Qualitätsbezeichnungen kann nur ein geringer Anteil der Konsumenten richtig einordnen. Die Aufrufbereitschaft und das Informationsinteresse für Wein-Web-Pages dürfte höher sein als für Lebensmittel.

Zu bedenken ist ebenfalls, dass der Weinkunden bisher den Kauf häufig als Erlebnis mit einem Besuch bei „ihrem Winzer“ verbunden hat. E-Commerce muss ihm also einen echten Mehrwert schaffen, um das entgangene Einkaufserlebnis zu ersetzen.

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