Der Oenologe und die

Sommellerie

 

 

 

Im Allgemeinen ist der Oenologe derjenige, der vom Rebberg bis zum Keller alle Massnahmen regelt mit dem Ziel, ein Maximum an Qualität zu erreichen, gemäss dem Referenzstandard des Unternehmens, in dem er arbeitet und ausgehend von dem verfügbaren Traubengut. Oenologie bedeutet "Lehre vom Wein" (griechisch oinos = Wein), ein Teilbereich ist die Ampelographie (Rebenkunde).

Dabei darf nicht immer nur an Spitzenweine gedacht werden und an solche die viel kosten. Auch der Tischwein, das heisst jenes Produkt ohne grosse Ambitionen, das Millionen von Konsumenten täglich trinken, muss Qualität haben.

Der Oenologe der in einer solchen Kellerei arbeitet ist kein "Zweitklassiger". Oft ist er verantwortlich für viele Millionen Flaschen. Das verlangt Kenntnisse und Wissen, hohe Professionalität, die keinesfalls geringer sind als jene des Oenologen, der einige zehntausend Flaschen exzellenten "Nischen-Weines" produziert. Die Umfelder in denen beide wirken sind also vielfältig, oft sehr traditionsgebunden, in anderen Fällen mehr auf Innovation ausgerichtet. Der gute Oenologe stellt nicht Wein nach seinem Geschmack her. Er orientiert sich am Markt und versucht die richtige Balance zwischen Tradition und Innovation zu finden.

Hat früher der Produzent den Konsumenten geführt, beeinflusst heute der Konsument den Produzenten nach dem Verhältnis Preis-Leistung-Image.

Oenologen sind hoch qualifizierte Fachleute, in den meisten Fällen mit Hochschulbildung, welche Positionen mit grosser Verantwortung einnehmen. In Italien zum Beispiel hat die Hälfte der Oenologen die Funktion eines Direktors oder eine andere Führungsposition inne.

Alle wichtigen nationalen Vereinigungen von Oenologen haben eine Berufspflichtenlehre. Darin wird die "Ethik" ihrer Tätigkeit geregelt. Daneben wird die berufliche Tätigkeit durch zahlreiche Gesetze geregelt, die jedes Land für den Weinbausektor erlassen hat.

Der Oenologe und der Sommelier sind Berufsleute, die sich ergänzen und zusammenwirken, auch wenn sie unterschiedliche Funktionen und Verantwortungen haben. Der Sommelier ist ein Fachmann des Gastgewerbes. Folglich zeigen sich seine beruflichen Fähigkeiten beim Präsentieren, beim Servieren von Wein und beim Zusammenspiel von Wein und Speise. Oft ist der Sommelier auch für den Einkauf, die Lagerung, die Pflege der Weine verantwortlich. Die Ausbildung ist von Land zu Land verschieden. In Frankreich, Italien, Deutschland und der Schweiz gibt es dafür eigene Schulen. Die Sommeliers sind in Verbänden organisiert und demonstrieren ihre Qualifikation durch Auszeichnungen. Alle zwei Jahre finden Weltmeisterschaften statt.

Der Oenologe ist der Fachmann der Wein-Produktion und er beschäftigt sich vor allem mit strukturellen Fragen und der ständigen Verbesserung der Produktequalität seines Unternehmens.