Pilzwiderstandsfähige Rebsorten

 

 

 

Immer mehr Winzer wollen umweltschonend Wein anzubauen. So gibt es heute in der Schweiz bereits Dutzende von Bio-Weinbauern, die auf chemisch-synthetische Spritzmittel und Kunstdünger verzichten. In den meisten Gebieten der niederschlagsreichen Schweiz machen aber Mehltau und andere Krankheiten der Rebe zu schaffen.

Für Weinbau ohne Spritzmittel gibt es eine Lösung: pilzwiderstandsfähige Rebsorten. Sie trotzen dem Echten und Falschen Mehltau, den wichtigsten Rebkrankheiten, und brauchen daher weniger Pflanzenschutz. Ökologische Rebsorten sind die erste Voraussetzung für einen umweltschonenden Anbau.

 

Die Forschungsanstalt Wädenswil (FAW) prüft seit 1983 pilzwiderstandsfähige Rebsorten, macht Anbauversuche, keltert Wein und informiert die Praxis darüber.

Resistente Reben sind in den verschiedenen europäischen Weinländern verboten. Die Gesetze sind alt und mit dem heutigen Umweltbewusstsein nicht mehr zu vereinbaren. In den letzten Jahrzehnten wurden neue, resistente Sorten gezüchtet, die guten Wein ergeben. Bisher hatten die Winzer nur eine beschränkte, traditionelle Sortenauswahl. Seit einiger Zeit hat ein Umdenken stattgefunden, und die Schweiz handhabt solche Einschränkungen liberaler. So tauchen neue Namen von Rebsorten da und dort auf, zum Beispiel Seyval blanc, Léon Millot, Regent, Johanniter (siehe Bild), Solaris, Réselle, VB Cabernet Jura, Cabernet Carbon usw.

Innovative Winzer bepflanzen versuchsweise einen Teil ihrer Rebfläche mit einer oder mehreren pilzresistenten Rebsorten und keltern daraus neue Weine. Denn welche Sorte ergibt welchen Wein, auf welchem Boden und in welchem Klima? Und wie muss der Wein gekeltert und gepflegt werden? Das ist jetzt die wichtigste Arbeit; für Winzer und Forschung eine spannende Herausforderung.

 

Pierre Basler, Forschungsanstalt Wädenswil (FAW).