Besuch auf einem Weingut im

Napa Valey - USA

 

 

Das besuchte Weingut befindet sich etwas südlich von Napa. Für kalifornische Verhältnisse gehört es eher zu den Kleinbetrieben. Der Betrieb selbst besitzt etwa 38 Hektar Weinbergsfläche. Der restliche Drittel der Gesamttraubenmenge wird während der Lese dazugekauft.

Jährlich werden etwa 15000 bis 20000 cases (Kisten) abgefüllt, was etwa 180 000 bis 240 000 Flaschen entspricht. Das Weingut hat sich auf Chardonnay und Pinot Noir spezialisiert.

Die Beeren werden zu 80% von Hand von Mexikanern gelesen. Die restlichen 20% erntet ein Vollernter. In den weissen Bins werden die Trauben mit einem Lkw beim Hauptgebäude angeliefert. Bins sind Plastikbehälter, die etwa 450 kg Trauben fassen.

Die weissen Bins werden entleert

 Mit dem Stapler werden sie abgeladen und in die Traubenmühle abgekippt.

Von dort aus laufen die Trauben durch den Entrapper. Die roten Sorten werden durch eine der Standleitungen in die Tanks gepumpt, die weissen Sorten in die Presse und anschliessend sofort abgepresst.

Der frischgepresste Most kommt in Tanks. Am gleichen Tag wird Flüssigschwefel zu der Maische/ Most gegeben, um ein schnelles Angären zu vermeiden. Ausserdem wird die Maische/ der Most auf 55 °F (13 °C) heruntergekühlt.

Am nächsten Tag wird der weisse Most vom Trub abgezogen. Der Trub wird darauf mit dem Hefefilter filtriert und zum klaren Most dazugepumpt.

Dann setzt man Superfood (Hefenährsalz und Heferinde) und evtl. Säure zu und alles wird mit Stickstoff im Tank verrührt. Anschliessend wird der Most in Barriques gefüllt. Zu jedem Barrique setzt man Reinzuchthefe zu. Jetzt werden die Fässer zur Gärung in das Barriquelager verlegt.

Abfüllung in Barriques


Die Rotweinmaische wird nach 2 Tagen zum ersten Mal mit Saft überschwallt (pump-over). Die Winemaker versprechen sich davon eine bessere Aromabildung.  Die Temperatur wird auf 85 °F (29 °C) festgelegt. Während des Überschwallens wird der Maische auch Superfood, Reinzuchthefe und bei Bedarf auch Säure und Diammoniumphosphat zugesetzt. Ab diesem Zeitpunkt wird die Maische 2 Mal täglich überschwallt bis zum Ende der Gärung.

Die Leute vom Labor haben die Aufgabe, in allen gärenden Medien täglich Zucker- und Essigsäuregehalt festzustellen. So bleibt der Verlauf der Gärung ständig unter Kontrolle.

Auch die Verwendung von Trockeneis auf der noch ungegorenen Rotweinmaische als Oxidationsschutz vor der Gärung ist eine neue Erfahrung. Ansonsten ist die Behandlung der Rotweintrauben bis auf wenige kleine Ausnahmen so, wie es auch grösstenteils hier in Europa gehandhabt wird. Bei den weissen Rebsorten konnte ich im Vergleich zu den hiesigen Methoden keine wesentlichen Unterschiede feststellen.

Ein sehr großer Unterschied zu unsern Weingütern ist, dass nach dem Abpressen der Trauben sowohl Rotwein als auch Weisswein komplett in Barriquefässer gelegt werden.

Die Geräte und Maschinen, die zur Trauben- und Weiterverarbeitung verwendet werden, sind dieselben, die auch in unsern Weingütern zum Einsatz gelangen. Zum Teil handelte es sich sogar um europäische Produkte. Die einzigen neuen Maschinen waren für mich eine "Ozonmaschine" und eine "Luftpumpe".

Die sogenannte Luftpumpe dient dem gleichen Zweck wie andere Pumpen auch, nur dass sie eben mit Druckluft und nicht durch Strom angetrieben wird. Die Ozonmaschine wird zum angeblichen "Sterilisieren" der Tanks eingesetzt. An die Maschine wird einfach ein Wasserschlauch angeschlossen und durch extreme elektrische Ladungen das Wasser, das die Maschine durchfliesst, mit Ozon versetzt. Mit dem "Ozonwasser" werden die Tanks ausgespritzt.