Rebsorten F-N

 

 

Fendant. Siehe Chasselas. 

 

Folle Blanche. Weiss und ordinär. Der französische Züchter Francois Baco (1865-1947) verwendete sie gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Kreuzungs-Partner für die Sorten Baco Blanc und Baco Noir. An der Loire wird sie heute unter dem Namen Gros Plant für den VDQS Gros Plant du Pays Nantais verwendet. Synonyme: BURAGEAT; ENGREAT BLANC; DAME BLANCHE; GROS PLANT; UGNE BLANCHE; MENDIK; POCHELLE BLANCHE; ENRACHAT; PIQUEPOUT; CHALOSSE BLANCHE; CAMOBRAQUE; GRAIS BOUILLON; DAMERY; GROS MESLIER; AMOUNEDAT; TALOSSE; ENRAGEAT BLANC; ENRAGE; PICPOULE; PIC POUILLE BLANC; PICQUEPOUILLE; PLANT DE DAME; REBAUCHE; ROCHELLE BLANC; BOUILLON; PETIT VERJUS;ROCHELLE VERTE; ROUMAIN; FOL BELYI;FEHER FOLLE; MENDIC;FUETTERER

 

Fumé blanc. Kalifornische Bezeichnung für Blanc-fumé. Hat den Sortencharakter der Sauvignon Blanc.

 

Fürmint. Ungarische Weissweintraube, aus welcher der am wenigsten bekannte grosse, klassische Wein Europas erzeugt wird, den Tokaj. Strohfarben, mit einem in der Jugend nach überreifen Äpfeln riechenden Aroma und im Alter mit einer reichen Honig-Nase. Sowohl trocken  wie auch süss verfügbar, bis hin zur konzentrierten Essenz. Der Furmint wird hauptsächlich in Ungarn (Tokaj-Hegyalja-Gebiet), sowie auf der Halbinsel Krim, im österreichischen Burgenland, in Kroatien und in der Slowakei kultiviert. Es gibt zwei Überlieferungen über den Ursprung. Der ungarische König Béla IV. (1235-1270) holte Italiener ins Land, die ihre Lieblingsrebe mitbrachten. Andere Quellen nennen den Balkan, wo die Sorte immer noch angebaut wird. Nach genetischen Untersuchungen soll sie durch Kreuzung eines Heunisch-Sämlings mit einer unbekannten ungarischen Sorte entstanden sein: Synonyme: MALVOISIE VERTE; MALVASIA VERDE; FURMINT VALTOZO; SZIGET; DAMZEMY; MOSLER; CIMIGERA; MAINAK; MOSLAVINA; POSIP BIJELI; GRASA DE KOTNAR; POMA GRASA; TOKAI KRUPNYI; MOSLAVAC; SOM; BEREGI FURMINT; MOSLOVEZ; MALZAK; MALNIK; MOSLAVAC BIJELI; SAUVIGNON VERT; TOCA; POAM GRASA; POSIP; POSIP VELIKI; POSIP VRGONSKI; POSIPON; POSPISEL; FURMINT DE MINIS; FOURMINTE; NEMES FURMINT; KIRALY FURMINT; SARI FURMINT; DEMJEN; BIHARI BOROS; BUDAI GOHER; FEHER FURMINT; GOERIN; POSIPEL; SZEGZOELOE; ZAPFETE; ZAPFNER; ZILAVKA; TOKAY; TOKAISKII; MOSTER GELBER; TOKAISKY; MOSLOVAC; SIPON; LUTTENBERGER; WEISSLABER; SEESTOCK; SEEWEINBEERE; SHIPON; SHIPONSKI; POSHIPON; MEHLWEISS; SALVER

 

Gamay. Obwohl ziemlich bekannt, gehört sie nicht zu den erstklassigen Rebsorten. In einer Region – im Beaujolais nämlich – bringt sie allerdings Weine von unübertrefflichem Charakter hervor, so dass sie dort im Geschmack direkt nach dem Pinot rangiert.

Die Gamay erzeugt hauptsächlich leichte Rotweine, oft von lichter violettroter Farbe und leicht in Alkohol und Extrakt. Die markantesten Merkmale sind ihr beschwingter Charme, das stark duftende Fruchtbouquet. Leichtgewichtig und frisch am Gaumen, mit sehr wenig Tannin und ziemlich viel Fruchtsäure. Daher muss ein originaler Beaujolais kellerfrisch und jung getrunken werden. Mehr darüber hier...

 

Gewürztraminer. In gewisser Weise die am wenigsten anerkannte Sorte unter den noblen Weintrauben. Einerseits besitzt sie zwar eine auf den ersten Blick attraktive und sofort erkennbare „Nase“, die leicht – zu leicht vielleicht – erkennbar ist; anderseits aber kann der etwas opulente Geschmack aufdringlich wirken und verliert vielleicht dadurch seinen ganzen Reiz. Ein Weisswein, dessen schönste Beispiele aus Süddeutschland, insbesondere der Pfalz, und dem Elsass kommen. In der Farbe oftmals tiefer und gelber als der Riesling ist sein Auftritt meistens von hochparfümiertem Traubenaroma., seltener von herber Würze begleitet. Im Geschmack kann er von ziemlich trocken bis halbtrocken variieren; das blumige Bouquet ist weich uns samtig und lässt die prickelnde, erfrischende Säure eines Rieslings oft vermissen.

Die alten, klassischen Traminer aus der Rheinpfalz waren ausserhalb Deutschlands nie sehr populär und verlieren dort an Boden, weil sie für das Geschmacksempfinden zu schwergewichtig sind. Damit sei nicht gesagt, dass es nicht auch herrlichen Traminer geben kann, die Art und Weise der Vignifikation spielt hier eine ausschlaggebende Rolle. Mehr darüber hier....

 

Grenache Noir. Fruchtige, gefällige Rotweine; leicht in der Farbe, aber nicht im Alkoholgehalt; angenehm, gewisses Fruchtaroma. Kultiviert im südlichen Rhonetal, im Midi, In Kalifornien und Australien. Sie liegt nach der Airén mit über 300.000 Hektar Rebfläche weltweit an zweiter Stelle und sie ist unter dem Namen Garnacha Tinta mit rund 170.000 Hektar Rebfläche die häufigste rote spanische Sorte. Die  rote Rebsorte Llladoner Pelut (auch Llledoner Pelut) ist eine Varietät der Grenache Noir; im Unterschied zu dieser ist die Unterseite der Blätter stärker behaart. Sie ist vorwiegend im Languedoc-Roussillon verbreitet. Synonyme für die Grenache Noir sind:

Die weisse Rebsorte Grenache blanche ist eine Spielart der roten Grenache Noir. Sie ist in Südfrankreich (vor allem im Roussillon) und unter dem Namen Garnacha Blanca im nordöstlichen Spanien verbreitet.

 

Gros Plant. Synonym für Folle blanche. Ergibt einen brauchbaren, eher neutralen, trockenen Wein im unteren Loire-Gebiet.

 

Grüner Veltliner. Milchweicher, trockener Weisswein aus Österreich, bei sorgfältiger Pflege von guter Qualität. Urkundlich kann sie bis in das 18. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Der Grüne Veltliner wurde aber vermutlich schon in der Römerzeit angebaut. Bis in die 1930er-Jahre wurde sie oft als „Grüner Muskateller“ bezeichnet (eher verwirrend, denn sie weist keinen Muskatton auf). Einige ihrer Synonyme sind: Dreimänner (Nahe-Deutschland), Falkensteiner, Grüner, Grüner Veltliner, Grüner Muskateller, Manhartsrebe (auch Manhards- oder Mouhardsrebe), Veltelini (Ungarn), Veltlinske Zelené (Tschechien), Weißgipfler, Weißmuskateller und Zleni Veltinac (Jugoslawien).

 

Kadarka - kek (blau). Zweitmeist angebaute Rotweintraube aus Ungarn. Früher Hauptsorte des sogenannten „Stierenblut“ (Bikavér). Auch in Österreich, Ex-Jugoslawien  (z.B. in der serbischen Region Wojwodina), in Rumänien (unter Cadarca) und in Bulgarien (unter Gamza, Gimza, Gomza und Gymza) zu finden . Es gibt auch die Spielarten Kadarka Piros (rosa Beeren), Kadarka Szuerke (graue Beeren) und Kadarka Toeroek (blaue Beeren). Die Kadarka erbringt tannin- und körperreiche Rotweine, die ausbau- und lagerfähig sind. Sie war Kreuzungspartner bei der weissen Sorte Kadarka Fehér. Die Trauben haben eine zylindrische Form, sind geschultert, gros und kompakt. Fliehende serbische Weinbauern haben die Rebe um 1500 aus dem Balkan mitgebracht - der Balkan war zu dieser Zeit bereits in osmanischer Hand. Der ungarische Weinbau erlebte eine entscheidende Wende: etwa in dieser Zeit wurden die in West- und Südeuropa in Mode gekommenen Rotweinsorten erstmals auch in Ungarn angebaut (Kadarka, Burgunder). Bis dahin gab es dort ausschließlich Weissweine. Es sind drei weisse Sorten - Kadarka Blanc (Martinsriesling), Fehér Kadarka (Izsáki Sarfehér) und Weiße Kadarka (Beljak) - bekannt, die aber vermutlich nicht mit dieser Rebe verwandt sind.

Synonyme der Kadarka kek sind: LUGOJANA; BLEU DE HONGRIE; TOKAYNERO DI SCUTARI; CERNA GHIJA; BRANICEVKA; CERNA GIZA; MEKIS; CETERESKA; SKAKAR; SCUTARINER; VODNISHKA; VRACHANSKO CHERNO; MECO CERNA; TOEROEK SZOELLOE; KSOKO SZOELOE; KERESZETES LEVELUE; JENEI FEKETE; NAZLIN GOMZA; SIRENA; CHERNINA; DOMANLI; FEKETE ZINKA; UNGARISCHE EDELTRAUBE; CADARKA; KADARSKA; CADARCA DE MINIS; CADARCA NEAGRA; MOR KADARKA; GIMZA; TOEROEKSZOELOE; GAMZA; BUDAI FEKETE; BLAUE UNGARISCHE; KADAR;KEK BUDAI; MODRA KADARKA; TOEROEKBUZA SZOELOE; GYMZA; SKADARKA; ZHERNI SHIPON; MOSLER SCHWARZ; VRACHANSKO CHERNO; ZHERNI SHIPON

 

Malmsey. Weisse Sorte auf Madeira, die einen tief bernsteinfarbenen, süssen Dessertwein erbringt mit dem charaktreristischen „warmen“ und kräftigen Bouquet.

 

Merlot. Keine Spitzensorte, aber eine sehr gute Weintraube, die im Bordelais ergänzend oder auch als Hauptsorte angebaut wird. In die Komposition mit Cabernet Sauvignon bringt sie Weichheit und Fülle ein. Dominant ist sie im Pomerol. Bestes Beispiel in diesem Zusammenhang: Château Pétrus.

Im Schweizerischen Kanton Tessin und in einigen Weindistrikten Oberitaliens wird Merlot allein gekeltert und ergibt einen milden, lieblichen Rotwein ohne viel Körper und Finesse, aber mit angenehmer Frucht. Mehr darüber hier...

 

Mourvèdre. Eine fast vergessene Rotweintraube aus Südfrankreich, wenig ergiebig, aber sehr schmackhaft, besonders wenn auf kalkreichen Böden kultiviert. Ausnehmend geeignet für hochklassige würzige Roséweine in der Provence. Sie ist eine der 13 zugelassenen Rebsorten im Châteauneuf-du-Pape. Verkosten Sie unbedingt auch einen Bandol Rosé von den Domaines Ott. Wahrscheinlich stammt die Mourvèdre aus Spanien, wo sie unter dem Namen Monastrell die zweithäufigste rote Sorte ist. Weitere Rebflächen gibt es in Australien (unter den Namen Mataro oder Esparte), in Kalifornien und in Aserbaidschan.

 

Müller-Thurgau (auch Riesling x Silvaner). Eine Kreuzung mit dem Ziel, einige Nachteile des reinen Rieslings – wie zum Beispiel späte Reife – für das von Sonne und Wärme nicht verwöhnte Deutschland, die Schweiz und England auszumerzen. Riesling x Silvaner ist eine gute Weintraube, die attraktive Weine produziert, durchscheinend grünlichgelb in der Farbe, duftintensiv und gefällig am Gaumen, mit einer passenden Säure, oft sehr leicht im Körper. Mehr darüber hier....

 

Muscadelle. Ein vertrauter Name, von dem man volle Traubenfrucht in Geruch und Geschmack erwartet – zu Recht.  Ihr gewöhnlich sehr deutlich zutage tretender Charakter wird in kleinen Dosen zur geschmacklichen Ergänzung von weissen, süssen Bordeauxweinen verwendet. Sie ist aber auch im Elsass, Entre-Deux-Mers und Südwest-Frankreich weit verbreitet. In Osteuropa ist sie ebenfalls vorzufinden. In Australien wurde sie lange Zeit mit einer der ungarischen Sorten für den Tokajer verwechselt und Tokay genannt. Daraus wird ein bernsteinfarbener, sehr süsser und gespriteter Wein namens “Liqueur Tokay” gekeltert. Die wahre Identität der Sorte wurde schliesslich vom französischen Ampelographen Paul Truel im Jahre 1976 festgestellt. In der Schweiz ist sie als Ermitage blanc bekannt. Synonyme: BUILLENC; BOUILLENC MUSCAT; MUSCAT FOU; MUSCADET; CATAPE; DOUZANELLE; MUSCADE; MUSQUETTE; COLLE MUSQUETTE; MARSEILLAIS; MARMESIE; GUILLAN; GUILLAN MUSQUE; ANGELICO; ANGELICAUT; RAISINOTTE; RAISIMOTTE; DOUCANELLE; COLLE; BLANCHE DOUCE; PEDRO XIMENES KRIMSKY; MUSCADET DOUX; SAUVIGNON VERT; TOKAY; MUSCALEA; MUSCADELA; ROUSSELOU
 

 

Muscadet. Name sowohl einer Rebe wie auch eines Weintyps vom untern Loire-Gebiet: blass, knochentrocken, weiss, eher neutral. Der Wein wird als "weisse Antwort auf Burgunds Beaujolais" bezeichnet. "Melon de Bourgogne" heißt die Muscadet-Rebe auch, und sie stammt auch tatsächlich aus Burgund. Im 17. Jahrhundert wurde sie zum ersten Mal im Loiretal angebaut. Es ist unter anderem die Ausbaumethode, die den Muscadet berühmt gemacht hat - kein anderer Wein wird so hergestellt wie er. Nicht länger als einen Winter darf der gärende Wein im Fass oder Tank gelagert werden. Dabei liegt er auf einem Hefebett, das ihn langsam aromatisiert. Der Bodensatz aus Salzen und abgestorbener Hefe, der bei anderen Sorten abgezogen wird, bleibt beim Muscadet bis zum Abfüllen unter dem Traubensaft und steigt langsam nach oben. "La lie nourit le vin", sagen die Winzer, "die Hefe ernährt den Wein."
Die Produktions-Methode Sur lie (auf der Hefe -  Hefesatzlagerung) unterliegt strengen Bestimmungen. Die Bezeichnung "sur lie" darf nur auf dem Etikett der drei höherwertigen AC`s (nicht bei der AC Muscadet) aufgeführt werden.
 

 

Muscat. Eine Traube, die reiche, bernsteinfarbige, alkoholverstärkte Dessertweine produziert, mit feinstem Aroma, eindringlichem Geschmack und madeira-ähnlicher Säure. Wird an verschiedenen orten angebaut, erreicht ihren Gipfel im australischen Nordost-Victoria.

 

Muscat d’Alsace. Eine etwas ungewöhnliche Verwandte der Muskateller-Traube. Ihre Weine sehen wie jeder trockene Weisswein aus, sie riechen überwältigend „traubig“ und süss, sind am Gaumen üblicherweise jedoch sehr trocken. Die besten Elsässer Muscat scheinen Traubenfrucht und Reichtum des Traminers mit der Trockenheit und Frische eines Rieslings zu kombinieren.

 

Nebbiolo. Könnte Anspruch auf die edelste Rotweintraube der Welt erheben, wenn sie andernorts auch angebaut würde. Im oberitalienischen Piemont werden aus ihr die tiefen, reichen und klassischen Barolo (z.B. von Angelo Gaja und Giacomo Conterno) sowie die etwas leichteren Barbaresco erzeugt (z.B. von Bruno Giacosa). Die Farbe ist leuchtend granatrot, das Bouquet erinnert an Teer und Veilchen, und im Geschmack präsentiert er sich meistens sehr trocken. Nebbiolo ist von Natur aus etwas hart, und die Sitte, diese Weine relativ lange in den Holzfässern zu lagern, verstärkt diese Härte. Das wiederum ruft nach langer Flaschenlagerung.

 

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