Rosé-Wein, kein Verschnitt!

 

 

Bei kaum einem Thema gibt es so viel Verwirrung wie bei Weinen, die nicht Rotwein und auch nicht Weißwein sind, also allem, was irgendwie dazwischen ist. Begriffe wie Rosé, Weißherbst, Badisch Rotgold etc. können selbst versierte Weinfreunde oft nicht richtig einordnen. Ein Verschnitt von Rotwein und Weißwein ist in der gesamten EU verboten. Damit scheidet ein häufiger Irrglaube bezüglich der Herkunft dieser Weine aus.

Auch Most aus Rotweintrauben und Most aus Weißweintrauben darf nicht verschnitten werden. Die Trauben  dürfen lediglich gemischt werden; das ist aber auch selten.

Rosé entsteht ausschließlich aus Rotweintrauben. Der Unterschied zu normalem Rotwein ist, dass der Most i.d.R. sehr schnell von den Schalen getrennt wird. Der Wein wird also im Wesentlichen wie ein Weißwein ausgebaut. Durch die frühzeitige Separierung des Mostes von den Schalen, erfolgt nur eine geringe Farbextraktion aus den Schalen. Die rote Farbe beim Rotwein kommt nämlich nur aus den Schalen!

Das Gesetz lässt es aber auch zu, den Wein wie Rotwein auszubauen. Die helle Farbe kann auch andere Ursachen haben, wie z.B. extrem hohe Erträge, Fehler bei der Weinbereitung etc. Diese Rotweine dürfen - entsprechende blass- bis hellrote Farbe vorausgesetzt - auch als Rosé bezeichnet und verkauft werden.

In den letzten Jahren wird der Markt von Roséweinen überschwemmt, die eine andere Ursache haben: Bei der Bereitung von Rotwein kann man durch "Saftabzug", also das frühzeitige Ablaufen lassen von Most von den Trauben, das Verhältnis zwischen Schalen und Saft erhöhen, der Wein wird also konzentriert. Der ablaufende Saft wird dann zu i.d.R. relativ minderwertigem Rosé weiterverarbeitet.