Weine aus dem Südtirol

 

 

 

Weinland Italien

 

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Fast die gesamte Rebfläche des Landes Südtirol darf heute auf der Etikette die Bezeichnung D.O.C. (Denominazione di Origine Controllata) tragen. Die Zeiten, in denen die Region noch europaweit als Lieferant geläufiger Tischweine galt, sind endgültig vorbei.

Ansitz Obermoser St. Magdalena - Bozen

In der reizvollen Landschaft haben die Reben ideale Voraussetzungen gefunden. Im Norden bilden die Alpen einen schützenden Wall vor kalten Winden. Von Süden her macht sich der milde Einfluss des Mittelmeeres bemerkbar. An die durchschnittlich 1800 Sonnenstunden sorgen jährlich mit Temperaturmittelwerten von knapp 18 oC dafür, dass sich die Rebe hier ausgesprochen wohl fühlt. 

Eine gute Verteilung der Niederschlagsmengen sowie lockere, gut durchlüftete und leicht erwärmbare Böden (Kalkböden und Moränen aus der Eiszeit) tragen zur hohen Traubenqualität bei. Weinberge werden bis zu 1'000 m ü.M. angebaut.

 

Die hervorragenden Weine

Eines der Merkmale Südtirols ist die grosse Auswahl an verschiedenen Rebsorten.

Die Weissweine sind frisch und fruchtig, trocken und mild. Eine qualitativ wichtige Rolle bei den trockenen Weissen spielt der Sauvignon Blanc. Aus keiner anderen Weissweinsorte werden in Südtirol ähnliche viele ausgezeichnete Tropfen produziert. Neben einigen halbtrockenen Gewürztraminern gibt es auch eine Süssweintradition. Zumeist werden die Dessertweine nach dem Passito-Verfahren hergestellt (Trauben werden vor Verarbeitung getrocknet).

Die typischen weissen Rebsorten sind:

Weissburgunder

Ruländer / Grauer Burgunder

Chardonnay

Gewürztraminer

Sauvignon

Müller Thurgau

Goldmuskateller

Bei der bekannten und hochmodernen Kellerei St. Michael in Eppan werden beispielsweise die weissen Trauben im Stahltank mit Reinzuchthefen bei 18 bis 21 oC vergoren, dem biologischen Säureabbau unterworfen und bis etwa einen Monat vor der Abfüllung auf der Hefe im Tank oder im grossen Holzfass gelagert.

Auch beim Rotwein ist die Palette sehr gross. Sie reicht vom leichten, bekömmlichen Vernatsch (Trollinger) bis zu den vollmundigen Lagreinweinen und dann sind noch die schweren, kräftigen in Barrique ausgebauten Weine nicht zu vergessen.

Über 50% der Rebfläche sind mit dem Vernatsch bepflanzt. Hochwertig und langlebig ist der „St. Magdalener“. Doch auch vom Kalterer See und andern Gebieten können sehr ansprechende Tropfen kommen. Neues Interesse weckt der farbstarke und kraftvolle Rotwein aus der wohl ältesten bekannten autochthonen Rebsorte Lagrein. Die verbreitete Reb-Erziehungsform im Südtirol ist die Pergola.

 

Hier die wichtigen roten Rebsorten:

Edelvernatsch (Trollinger)

Lagrein

Blauburgunder

Cabernet

Merlot

Rosenmuskateller

Heute beträgt die Rebflläche im Südtirol ca. 5'000 Hektaren. Weinbau wird in 52 von insgesamt 116 Gemeinden betrieben. 78% der Gesamtrebfläche konzentrieren sich auf die Gemeinden Eppan, Kaltern, Bozen, Kurtatsch, Tramin, Salurn, Magreid, Neumarkt und Terlan.  Die jährliche Weinproduktion liegt bei etwa 400'000 Hektolitern, wobei der Rotweinanteil über 60% beträgt. Die ca. 5'000 Betriebe liefern ihren Ertrag hauptsächlich einer der 45 Handelskellereien ab oder sind Mitglied in einer der 17 Genossenschaften. Übrigens: Der südtiroler Ausdruck für Weingut ist „Ansitz“. Bekannte Hersteller sind nebst St. Michael auch Schreckbichl in Girlan, Hofstätter und Löwengang. Aber auch die Cantina Gries ist aus Schweizer Sicht unbedingt zu erwähnen. Im Jahre 1845 zogen aus Muri, Kanton Aargau, vertriebene Benediktiner-Mönche in das 1165 gegründete aber vernachlässigte Augustiner Chorherrenstift in Gries ein. Seither hat das rege geistliche und künstlerische Leben Jahrhunderte überdauert. Diese Tradition fliesst heute mit moderner Weintechnologie in die köstlichen Weine des Klosters ein.  Zu den kostbarsten Schätzen des Kellers gehört der Rosenmuskateller, ein Dessertwein von grosser Intensität und subtiler Finesse.

 

Die höchste Sektkellerei Europas

Im Bergdorf Mölten, auf 1200 m ü.M. wird seit gut 20 Jahren der Spitzenschaumwein Vivaldi von Marianne und Josef Reiterer produziert. Auf diesem sonnigen Hochplateau findet der Jungwein, der aus vier Kellereien im Tal stammt, den Weg zum zweiten Gärprozess, durchgeführt nach dem klassischen Champagnerverfahren. Jährlich werden ca. 70'000 Flaschen „Vivaldi“ weltweit abgesetzt. Guten Sekt gibt es aber auch bei der Sektkellerei Kössler in St. Pauls/Eppan (www.koessler.it).

 

Aus der Geschichte

Die südtiroler Weinkultur geht weit über das 6. Jahrhundert v. Chr. Zurück. Ausgrabungen in Leifers zeigten auf mehreren Parzellen parallel verlaufende Mauern. Es wurden aber auch Schöpfkellen und Broncegefässe gefunden. Später lernten die Römer den Wein aus dem Etschtal zu schätzen und liessen ihn über die „Via Claudia“ durch die Po-Ebene bis an den römischen Kaiserhof liefern. Der Wein wurde aber nicht etwa in Tonkrügen oder Lederschläuchen, sondern überraschenderweise in Holzfässern transportiert. Auch der römische Geschichtschreiber Strabo berichtet vom Weinbau im Etschtal.

Über 600 Jahre  - ab dem 14. Jhd – gehörte Südtirol zu Österreich. Der Weinbau wurde in dieser Zeit sehr gefördert. Mit dem Anschluss Südtirols an Italien begann eine lange Krisenzeit. Die Marktentwicklung in den deutschsprachigen Nachbarländern wurde durch die faschistischen Behörden behindert und brach beinahe zusammen.

Ab ca. 1975 begann sich langsam in den Köpfen der Produzenten  ein neuer Denkprozess zu formieren, der die Produktion von Qualitätsweinen an erste Stelle setzte. Dank der umsichtigen Initiative dieser Wegbereiter befinden sich die Südtiroler Weine heute auf gutem Erfolgskurs.

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