Die Entdeckung der "Spätlese"

 

 

1775 wurde in Johannisberg die Spätlese entdeckt.

Aufgrund der Überlieferung geht die Entdeckung auf einen Reiter zurück, der die Leseerlaubnis, ohne welche die Trauben nicht geerntet werden durften, vom Bischof in Fulda einholen sollte.                                                                                                              

Der Reiter verspätete sich um 14 Tage und die Ernte schien vernichtet. Die in Fäulnis übergangenen Trauben wurden trotzdem geerntet und die Kellermeister waren sehr erstaunt, als sie einen Fürstlichen Wein daraus bekamen. So erkannten die Kellermeister den Zusammen- hang zwischen Fäule und Weinqualität.

Diese, unter bestimmten Vorrausetzungen erwünschte Fäulnis (ein Pilz mit dem Namen Botrytis oder Grauschimmel), wird auch als „Edelfäule bezeichnet. Man kann so Spitzenqualitäten wie Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen erzeugen.