Standortansprüche der Rebe

 

 

Die Lebensräume der Rebe erstrecken sich wie zwei  Bänder entlang der "gemässigten" und "subtropischen" Zone der Erde. Auf der Nordhalbkugel wächst sie in einem Bereich vom 30. bis 51. Grad nördlicher Breite. Die Weinbauzonen auf der Südhalbkugel erstrecken sich vom 30. bis zum 40. Grad südlicher Breite.

Aufgrund der Klimabeeinflussung durch Meeresströmungen ist das Band auf der Nordhalbkugel breiter, als das Gegenstück auf der Südhalbkugel. Zu diesen Einwirkungen zählen z.B. die Meeresströmungen -  der Golfstrom, die Warmwasserheizung Europas, oder die kalten antarktischen Strömungen im Süden Chiles und Argentiniens. In den tropischen, immerwarmen Klimazonen ist die Kulturrebe nur sehr selten zu finden. Die Winterknospen treiben weniger aus und die Fruchtbarkeit nimmt massiv ab (Geiztriebe sind weniger fruchtbar). In diesen Regionen muss oft mit aufwendigen Mitteln eine künstliche Vegetationsruhe herbeigeführt werden (z.B. durch Wasserentzug). 

 

 

Um Weinbau wirtschaftlich betreiben zu können, müssen die klimatischen Eigenschaften des Standortes in einem gewissen Bereich liegen:

Jahresdurchschnittstemperatur

9-13 oC

Mittlere "Julitemperatur"

um 20 oC

Winterdurchschnittstemperatur

um 0 oC

Tiefste Wintertemperaturen

nicht unter - 20 oC

Durchschnittstemperatur in der Vegetationszeit (bei uns April bis Oktober)

über 14 oC

Temperatur während der Blütezeit (bei uns Mitte bis Ende Juni)

nicht unter 15 oC

Jährliche Sonnenscheindauer

mindestens 1'300 Stunden - optimal 1'700 - 2'000 Stunden

Sonnenscheindauer in der Vegetationszeit (bei uns April bis Oktober)

1100 - 1600

Niederschlagsmenge

rund 500 - 600 mm

Die Traube braucht zwar Wärme um reif zu werden, um aber feine Weine zu erzeugen, sind kühle Temperaturen unabdingbar. Sie bremsen die rasante Zuckerentwicklung in den Trauben und verhindern, dass die Weine alkoholisch und plump werden. Ausserdem sorgen kühle Nächte dafür, dass in der Reifephase die ganze Säure abgebaut wird. Säure verleiht Frische, stützt die Frucht und sorgt darüber hinaus für eine erhöhte Lagerfähigkeit des Weins.

Allgemein ist zu sagen, dass der Weinstock eher geringe Bodenansprüche hat. Er braucht aber dennoch gut durchlüftete, leichter erwärmbare und durchlässige Böden mit entsprechendem Humus- und Feinerdegehalt. Der Kalkgehalt sollte auch nicht zu hoch liegen.

Die Bodenansprüche der einzelnen Sorten sind jedoch sehr unterschiedlich. Manche eignen sich für Böden mit hohem Tonanteil und Kalkgehalt, andere wieder brauchen sandige Böden und, resp. oder niedrigen Kalkgehalt.

Lesen Sie dazu auch den Bericht über die "Rebkulturkreise"