Inhaltstoffe der Kräuter

 

Allantonin:

A., welches farblose Kristalle bildet, kommt sowohl im Blut und Harn der Tiere vor, als auch im Zellsaft von Pflanzen. Es ist ein Abbauprodukt von Harnsäure und Bestandteil des löslichen Stickstoffpools. Heute dient Allatonin als Zusatz für kosmetische Präparate.

 

Aromastoffe:

A. sind natürlich vorkommende, aber auch synthetisch hergestellte Stoffe.

Der Einsatz von diesen Stoffen kann den Geruch und/oder den Geschmack von Arznei- und Lebensmitteln wesentlich verbessern. Zu den Aromastoffen gehören Drogen, die ätherisches Öl enthalten (z.B.Pfefferminzblätter) sowie isolierte etherische Öle (z.B. Anisöl).

 

Bitterstoffe:

B. besitzen einen scharf-bitteren Geschmack. Sie sind in der Lage die Speichel- und Magensaftbildung zu fördern und wirken dadurch verdauungsfördernd und appetitanregend.

Auch die Tätigkeit der Lymphzellen, die bei der Resorption der Nährstoffe eine wichtige Rolle spielen, wird durch Bitterstoffe angeregt. Vom Menschen sind die Bitterstoffe auch in starker Verdünnung (1:200.000) sensorisch wahrnehmbar. Die B. werden schon seit langem bei Leber- und Gallenstörungen verwendet.

 

Cumarin:

C. ist das Lakton der Hydroxyzimtsäure, welches in Pflanzen an Zucker gebunden vorkommt. Beim Welken der Pflanzen wird dieses aus einer geruchlosen glycosidischen Vorstufe freigesetzt.

C. besitzt einen charkteristischen Geruch und Geschmack. In einigen Ländern wurde die Verwendung dieses Stoffes verboten, da man ihm eine leberschädigende Wirkung nachgewiesen hat.

 

Enzyme:

E. sind intrazellulär gebildete, hochmolekulare Eiweißstoffe (Proteide).

Sie dienen als Biokatalysatoren, die Stoffwechsel- vorgänge in spezifischer Weise lenken. Enzyme können chemische Reaktionen beschleunigen und Stoffumwandlungen bewirken.

 

Etherische Öle:

Das Gewürzkkraut erhält durch die vorhandenen ätherischen Öle sein charakteristisches Aroma.

Ihr Wirkungsspektrum auf die Gesundheit ist sehr vielfältig, beispielsweise regen sie die Verdauung an und lindern Entzündungen. Desweiteren wurde ihnen eine bakterizide Wirkung nachgewiesen.

Heute werden etherische Öle in zahlreichen Industriezweigen, z.B. in der Parfümindustrie, genutzt. Aber auch als Geschmacksstoffe, in der Erfrischungs- und Genussmittelindustrie, finden sie Anwendung.

 

Farbstoffe:

Dieser Gruppe ordnet man zum Beispiel Chlorophyll, Flavone, Carotinoide und Anthozyane zu.

Früher wurden Farbstoffe in der Textil- u. Lebensmittelindustrie genutzt, heute ist deren Bedeutung in diesen Branchen zurückgegangen.

 

Flavonoide:

Flavonoide sind in den meisten höheren Pflanzen als zellsaftlösende Substanzen aufzufinden.

Zu ihnen gehören die Flavone, Flavonole, Flavanone und die Anthozanidine. Es sind phenolische Verbindungen, die z.T. als Pigmente im Zellsaft (an Zucker gebunden) vorliegen.

F. besitzen eine vielfältige pharmakologische Wirkung, desweiteren dienen sie zur Anlockung von Insekten, zum Schutz vor Infektionen und zur Regulation der Wachstumsvorgänge.

 

Gerbstoffe:

G. sind wasserlösliche Stoffe, die einen herben, adstringierenden (zusammenziehenden) Geschmack aufweisen. Sie sind in der Lage Fäulnis, Entzündungen und Gärung zu verhindern.

G. beeinflussen in der Darmflora stattfindende Resorptionsprozesse. Dadurch wird die Entstehung unangenehmer Gerüche und die Vermehrung unerwünschter Bakterien verhindert.

 

Glycoside:

G. sind Naturstoffe oder synthetische Verbindungen, die sich durch Fermente des Organismus in Zucker (z.B. Glucose, Mannose) und in ihr Aglykon (mit verschiedenartiger chemischer Struktur) spalten lassen. Diese Verbindungen regen die Darmtätigkeit an, wirken appetitanregend und beschleunigen die Resorption der Mineralstoffe u.a. Substanzen im Organismus.

Desweiteren lindern sie Reizungen der Luftröhre und regulieren die Herztätigkeit. Zu dieser Gruppe gehören z.B. viele Flavonoide und Saponine.

 

Harze:

H. sind fettlösliche, flüssige oder nichtflüssige, feste oder halbfeste, nichtkristalline Stoffe, die in Wasser nicht, häufig jedoch in Ethanol, löslich sind.

Sie bestehen aus einer Vielzahl von Stoffen. Je nach Zusammensetzung unterscheidet man Terpen-Harze, Gummi-Harze und Benz-Harze.

Die gesunde Pflanze enthält nur sehr wenig Harze, häufig werden diese erst nach Verletzung der Pflanze gebildet. Zum Teil werden die Harze pharmakologisch genutzt, z.B. Myrrhe.

 

Hyperizin:

H. ist eine phenolische Verbindung (Dehydro- dianthron), die beispielsweise im Johanniskraut vorkommt. Es wirkt bereits in niedrigen Konzentrationen infolge verstärkter Zellatmung belebend.

Dem H. hat man eine photosensibilisierende Wirkung nachgewiesen. Heute wird H. als Arzneiwirkstoff gegen Depressionen und nervöse Beschwerden angewendet.

 

Inulin:

I. ist ein leicht wasserlösliches Polyfructosan, welches besonders in Wurzeln und Knollen vorkommt. Es ist ein Polysaccharid, welches aus 95% Fruktose und 5% Glukose in 1,2 glycosidischer Bindung aufgebaut ist.

Durch Verletzungen der Pflanze tritt Inulin aus der Zellsubstanz aus, es weist dann eine milchige Farbe auf.

Inulin dient als Glucoseersatz zur Herstellung von Diabetikerkost, z.B. Brot und Honig. Bei der Passage durch die Nieren wird Inulin weder resorbiert, noch sezerniert.

 

Kieselsäure:

K. ist eine siliziumhaltige, anorganische Verbindung, die in löslicher oder unlöslicher Form mineralischer Bestandteil vieler Pflanzen ist.

Der Stoffwechsel und die Hormonproduktion wird durch Kieselsäure angeregt.

Desweiteren schärft es über das ZNS die Sinne, wirkt ausgleichend auf die Stimmung, festigt Haare und Nägel, steigert Abwehrkräfte des Organismus, dient als blutstillendes Mittel und fördert die Wundheilung.

 

Mineralstoffe:

M. sind Aufbaustoffe des Körpers. Bei Mangel können zahlreiche Ausfallerscheinungen hervorgerufen werden. Vor allem in den Früchten, Samen und in der Rinde von Gewürzpflanzen sind Mineralstoffe aufzufinden.

 

Pflanzensäuren:

P. sind organische Pflanzenstoffe, die in wässriger Lösung sauer reagieren.

Zu ihnen gehören zum Beispiel Citronen-, Äpfel-und Weinsäure. Einige von ihnen können im Körper nur schwer resorbiert werden und wirken somit als mildes Abführmittel.

Ihr saurer Geschmack wird durch die enthaltenen Schleimstoffe häufig überdeckt.

 

Saponine:

S. sind grenzflächenaktive Pflanzenstoffe, die in wäßriger Lösung schäumen (stabiler Schaum).

Ihnen wird eine auswurffördernde Wirkung zugeordnet, daher nutzt man sie zur Unterstützung von Husten- und Bronchitisbehandlungen.

Aufgrund ihrer Reizwirkung auf das Nierengewebe besitzen sie eine diuretische Wirkung. Saponine haben aber auch einen fördernden Einfluß auf das Leistungs- und Reaktionsvermögen. Des weiteren sind sie in der Lage rote Blutzellen (Hämolyse) zu zerstören.

 

Schleimstoffe:

Diese bestehen aus Heteropolysacchariden mit sehr hohem Molekulargewicht.

Bei Hydrolyse liefern die Schleimstoffe Zucker (z.B. Glucose). Sie sind in der Lage mit Wasser zu dickflüssigen Lösungen aufzuquellen.

Den Schleimstoffen hat man entzündungshemmende Eigenschaften nachgewiesen.

Heute werden sie als mildes Abführmittel eingesetzt.

 

Senföle:

S. sind in Pflanzen immer an Glucose gebunden, sogenannte Glucosinolate. Sie entstehen durch Enzymeinwirkung bei Gewebeverletzungen oder unter Wärmeeinfluss aus Glucosinolaten. S. sind entweder stechend riechende, wasserdampfflüchtige Verbindungen oder nicht flüchtige geruchlose Substanzen.

Ihnen wird eine antibakterielle Wirkung (z.B. Hydroxybenzylsenföl, Allylsenföl) zugeordnet.

 

Terpene:

T. sind azyklische oder zyklische Kohlenwasserstoffe (Alkohole, Ester, Oxide, Aldehyde, Ketone), die in ätherischen Ölen, Harzen und Balsamen vorkommen. Sie werden in Abhängigkeit von ihrer Kohlenstoff- atomanzahl in z.B. Mono- und Diterpene eingeteilt.

Heutzutage werden sie z.T. therapeutisch genutzt, da sie wertvolle Geruchsstoffe aufweisen.

 

Vitamine:

V. sind für den reibungslosen Ablauf der Körperfunktionen verantwortlich.

Essentielle Vitamine müssen mit der Nahrung zugeführt werden, nichtessentielle kann der Körper selbst synthetisieren. Ein Vitaminmangel kann zahlreiche Krankheiten verursachen.

 

Zurück zu "Ernesto's Gewürzfibel"