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KohlrabiERNESTO PAULI'S

 

KOCHLEXIKON

 

KOHLRABI

Kohlrabi -  choux-rave / chou-pomme

(Brassica oleracea L. convar. acephala (DC.) Alef. var. gongylodes L.)

 

Herkunft

Der Kohlrabi gehört zu der Familie der Kreuzblütler (Cruciferae, alt Brassicaceae). Er ist ein sehr beliebtes Gemüse und seine Heimat liegt vermutlich in Nordeuropa. Er ist durch eine Kreuzung aus wildem Kohl und der wilden weissen Rübe entstanden und erfreut sich seit dem 16. Jahrhundert in Mittel- und Osteuropa grosser Beliebtheit.

"Blaue" Kohlrabi

Kohlrabi gehört weder zu den Kohlsorten, die sich aus den Blättern (wie Rotkohl und Weisskohl) entwickeln, noch zu den Sorten die sich aus den Blüten (wie Brokkoli und Blumenkohl) entwickeln. Kohlrabi entwickelt sich aus dem mittleren Stiel der Pflanze. Er bläht sich gewissermaßen auf und verdickt sich zu einer fleischigen Knolle. Es kommt zu der Ausbildung der so genannten Sprossknolle. Damit zählt der Kohlrabi zum Stängelgemüse.

Deutschland ist der grösste Erzeuger mit ca. 40.000 Tonnen jährlich und auch der grösste Verbraucher innerhalb Europas. Über die Erzeugermärkte werden im Jahr über 100 Millionen Stück Kohlrabi umgesetzt.

 


Sorten

Man unterscheidet zwei Sorten Kohlrabi. Die blauvioletten (Farbstoff: Anthocyan) und die grünlichweisse Kohlrabi. Das Fruchtfleisch ist aber bei allen Sorten grünlich hell.

Geschmacklich unterscheiden sich die weissen und blauen Kohlrabi nicht voneinander. Das leicht süsse, knackige Fleisch erinnert im Geschmack etwas an Rettich, während Stiele und Blätter kohlähnlich schmecken. Ausschlaggebend für den Geschmack ist jedoch die Anbaumethode. Der unter Glas oder Folie angebaute Kohlrabi schmeckt etwas milder und besitzt zarteres Fleisch, während die grösseren Knollen aus dem Freilandanbau kräftiger und würziger im Geschmack sind.

 


Inhaltsstoffe

Kohlrabi enthalten feinwürzige Senföle, die Senfölglykoside. Und diese zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen und den bioaktiven Substanzen, die für unsere Gesundheit so unentbehrlich geworden sind. Denn im Team mit anderen wichtigen Inhaltsstoffen wie Vitamin C, Vitamin E, Folsäure und Selen schützen sie vor Entzündungen, Infekten und stärken das Abwehrsystem gegen freie Radikale.

Ansonsten sind Kohlrabi energiearm (24 kcal/100 g), reich an B-Vitaminen, Vitamin C, Folsäure, Kalium, Magnesium, Kupfer und Selen. Und auch der Gehalt an Ballaststoffen trägt mit zu einer geregelten Verdauung und besseren Sättigung bei.

Die Blätter enthalten übrigens noch mehr Nährstoffe als die Knolle. Sie sind besonders reich an Carotinoiden, der Vorstufe zum Vitamin A und sollten deshalb – wenn sie ganz frisch sind - auch mal mitgegessen werden.

 

Saison

April bis Oktober - frisch aus dem Garten ab etwa Juni

 


Einkauf und Lagerung

Beim Einkauf achten Sie darauf, dass Sie gesunde, frische Knollen ohne Risse erhalten. Das Kraut sollte frisch sein und das Fleisch nicht holzig, sondern zart. Kohlrabi wenn möglich immer nur mit Blättern kaufen, ein ganz wichtiger Frischetest.

Kühle und feuchte Luft verhindert, dass die Kohlrabi holzig werden. Im Gemüsefach des Kühlschranks können die Kohlrabi ca. 1 Woche gelagert werden. Wer sie länger lagern möchte, sollte sie unbedingt noch in ein feuchtes Tuch einwickeln. Die Blätter sollten vor der Lagerung entfernt werden. Wer die Blätter gerne mitessen möchte, sollte sie getrennt in einem Plastikbeutel aufbewahren. Allerdings halten sie maximal 2 Tage im Kühlschrank.

Tiefgefroren können Kohlrabi bis zu 9 Monate gelagert werden. Allerdings sollten sie – in Scheiben oder Stifte geschnitten – vorher ca. 3 Minuten blanchiert werden, damit die Struktur und Farbe des Fruchtfleisches nicht zu stark verändert wird.


Kohlrabi in der Küche

Der Kohlrabi sollte zuerst gut gewaschen werden. Danach schält man ihn ab. Je jünger der Kohlrabi ist, desto weniger muss er geschält werden. Am unteren Ende wird eine dickere Scheibe abgeschnitten. Holzige Stellen grosszügig entfernen.

Nun kann der Kohlrabi gegart oder auch roh verzehrt werden, denn als Rohkostsalat sind Kohlrabiraspel mit fein geschnittenem Grün und fein abgeschmeckter Vinaigrette im Sommer ein erfrischender Genuss - solo oder zusammen mit anderen Salaten.

Ein Tipp, um die Nährstoffe am besten zu erhalten: Der Kohlrabi wird im Ganzen mit Schale gegart und erst danach geschält.

Die Zubereitungszeit eines ganzen Kohlrabi beträgt je nach Größe 20-30 Minuten. In Stücke geschnitten 10-15 Minuten. Die inneren zarten Blätter sind noch wertvoller, als die Knollen und gehören fein gehackt zu jedem Kohlrabigericht. Sie sollten aber erst kurz vor Ende der Garzeit dazugegeben werden. Nur so behalten die Blätter noch die Nährstoffe und das feine Aroma.

Solo werden Blätter wie Spinat zubereitet und schmecken sehr gut mit etwas Zitronensaft beträufelt und etwas Butter verfeinert.

 

 

Carpaccio von Kohlrabi
mit Lachsschinken und Radieschen

Das ZDF hat folgenden Rezeptvorschlag auf seiner Homepage veröffentlicht:

Zutaten für vier Personen
360 g Kohlrabi (2 Stück)
240 g Lachsschinken fein geschnitten
120 g Feldsalat
120 g Radieschen
1 Schale Kresse
3 EL Rapsöl kalt gepresst
2 EL Rotweinessig
2 EL Weißwein
2 TL scharfer Senf
2 EL Honig
4 Laugenbrötchen
Salz, Pfeffer


Zubereitungszeit etwa 20 Minuten

Vorbereitung
Kohlrabi dünn schälen, auf der Aufschnittmaschine hauchdünne Scheiben schneiden. Feldsalat putzen, zwei- bis dreimal kalt waschen, gut abtropfen lassen.


Radieschen säubern, halbieren, feine Scheibchen schneiden. Senf mit Honig, Rapsöl, Essig, Weißwein gut verrühren, mit Salz und Pfeffer würzen. Kresse abschneiden.


Zubereitung
Die Hälfte der Kohlrabischeiben auflegen, Lachsschinken darauf legen und mit etwas Pfeffer würzen, mit Kohlrabischeiben abdecken, halbieren.


Überlappend auf einer Glasplatte außen herum einen Kranz legen und in der Mitte den Feldsalat anhäufeln. Radieschen darauf verteilen.


Anrichten
Salat und Carpaccio mit Dressing gut beträufeln, Kresse über das Carpaccio streuen, nochmals mit Pfeffermühle darüber gehen. Kross gebackene Laugenbrötchen mit anlegen.


 


 

Hinweis: Wir haben die Beiträge nach bestem Wissen erstellt. Sollten Sie dennoch in unseren Beschreibungen Fehler finden, danken wir für jeden Hinweis.

 

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