Leberschaden durch Kava-Kava  

 

 

Die Kava-Kava-Pflanze ist seit Jahrhunderten schon von Neu-Guinea bis nach Australien in Gebrauch. Der Saft der Wurzel diente als Beruhigungsmittel.

Der deutsche Name »Rauschpfeffer« ist irreführend, denn einen Rausch erzeugt Kava-Kava nicht. Es macht auch nicht abhängig. Die Wirkung wurde später mit modernen Methoden untersucht, und es stellte sich heraus: Kava-Kava hilft gegen Verspannungen, vor allem aber gegen Unruhe- und Angstzustände. Und als Mittel gegen innere Ängste hatte sich der Wurzelextrakt bis zum Ende der 90er Jahre auch bestens bewährt. An die 80 Präparate mit Kava-Kava waren in Apotheken als Arzneimittel und in Supermärkten als Nahrungs-ergänzungsmittel zu haben.

Jetzt muss aber gewarnt werden, weil sich ergeben hat, dass Kava-Kava schwere Nebenwirkungen haben kann. Die betreffen vor allem die Leber. Insgesamt hat es zwar nicht allzu viele Fälle gegeben, aber die sind bedenklich genug. Drei Patienten brauchten sogar eine neue Leber, weil ihre eigene zerstört worden war.

Warum nun genau die Leber geschädigt wird, weiß man nicht. Vermutet wird aber, dass auch schon sehr geringe Mengen Kava-Kava ausreichen. Das Ärgerliche ist, dass in den Beipackzetteln der meisten Präparate von diesen schweren Nebenwirkungen nichts stand. Den Herstellern bleibt also nichts anderes übrig, als diese Medikamente aus der Produktion zu nehmen.

Was kann man nun aus dieser Geschichte lernen? Einmal die Erkenntnis, dass pflanzliche Medikamente keineswegs immer völlig harmlos sind. Das hat man übrigens auch bei einigen der vielen chinesischen Heilkräutermischungen festgestellt. Auch da gibt es welche, die der Leber zusetzen. Pflanzenpräparate sollten also nie ohne Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden. Denn auch hier gilt: Keine Hauptwirkung ohne Nebenwirkung!