Niereninsuffienz  

 

 


Durch eine eiweißreduzierte Ernährung kann die Konzentration der harnpflichtigen Substanzen (Substanzen, die über den Harn ausgeschieden werden müssen) gesenkt werden, um die Krankheitssymptome in Schach zu halten und den Beginn einer Dialysebehandlung oder Nierentransplantation so lange wie möglich hinauszuzögern. Weniger Eiweiss bedeutet eine geringere Belastung. Die normale durchschnittliche Kost enthält beim Gesunden 1,0 bis 1,5 g Eiweiß pro Körperkilogramm Körpergewicht. Das ist zuviel für kranke Nieren.

Für die Ernährung eines Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz ist die zu beschränkende Eiweißzufuhr immer eine Art "Gratwanderung", denn dadurch entsteht schnell die Gefahr der Unterversorgung mit den lebensnotwendigen Aminosäuren. Aminosäuren sind Bausteine der Proteine (Eiweiss) und haben neben dem Aufbau der Körpermasse noch andere Funktionen im Körper. Sie wirken als Enzyme, Hormone, Antikörper in der Immunabwehr, der Übertragung von Nervenimpulsen und vieles mehr. Bei Energiedefiziten wird sowohl das Körpereiweiss als auch das wenige erlaubte Nahrungseiweiss zur Energieversorgung herangezogen. Es kommt so wiederum zu einem unerwünschten Anstieg von Harnstoff (Abbauprodukt von Eiweiss) im Blut.

Die Anforderungen an die Kostzusammensetzung sind jedoch abhängig von den verschiedenen Phasen der chronischen Niereninsuffizienz und richten sich nach den Laborwerten. Durch eine angepasste Ernährung können Betroffene aktiv Einfluss auf den Verlauf der Krankheit nehmen.