Vegetarismus  

 

 

.... eine fleischlose Ernährungsweise

Weil sie von dem griechischen Philosophen und Mathematiker Pythagoras gegründet wurde, wird sie manchmal auch als "pythagoräische Lehre" bezeichnet. Hatte er zunächst ethische Gründe, sich gegen den Fleischverzehr zu wenden, spielten bei Pytagoras bald auch gesundheitliche Aspekte eine Rolle.

Es gibt verschiedene Formen des Vegetarismus, die sich nach dem Anteil tierischer Lebensmittel sowie nach Art und Zubereitung der Pflanzenkost und auch der Lebensweisen unterscheiden:

Ovo-Lakto-Vegetarier: Die meisten Vegetarier im deutschen Sprachraum sind Ovo-Lakto-Vegetarier. Ovo steht für Eier und Lakto für Milch, d.h. sie essen neben allen pflanzlichen Produkten auch Milch, Käse und Eier als tierische Produkte. Sie meiden aber Fleisch und Fisch.

Lakto-Vegetarier: Wie es der Name schon sagt verzehren sie zu den pflanzlichen Lebensmitteln noch Milch und Milchprodukte, meiden aber neben dem Fleisch und Fisch auch Eier.

Veganer: ca. 9 % aller Vegetarier praktizieren die strengste Form des Vegetarismus und sind Veganer. Sie meiden alle tierischen Produkte, nicht nur Lebensmittel wie Milch, Eier und Honig, sondern auch Gebrauchsgegenstände aus Wolle, Leder oder Seide.

Es gibt verschiedene Begründungen für das vegetarische Leben. Manche essen vegetarisch, weil die Fett- und Proteinaufnahme geringer ist. Andere haben moralische Gründe, die mit dem Lebensrecht der Tiere zusammenhängen oder mit den Bedingungen der Massentierhaltung, oder umweltpolitische Gründe, dabei geht es um die sinnvolle Nutzung von Ressourcen in der Landwirtschaft. Die weltweit meisten Menschen essen aus politischen Gründen fleischlos, der Hinduismus und der Buddhismus legen diese Ernährungsweise nahe.


Ist die vegetarische Lebensweise gesünder?

Wenn Ovo-lakto- und Lakto-Vegetarier sich ausgewogen ernähren, leben sie gesünder: Große Vegetarierstudien wie zum Beispiel in Berlin und Heidelberg haben gezeigt, dass bei ihnen seltener Risikofaktoren für chronische Erkrankungen auftreten. Sie haben seltener Übergewicht, günstigere Blutfettwerte und seltener erhöhten Blutdruck. Dies liegt an der Ernährung, aber auch an der gesünderen Lebensweise, die viele über die fleischlose Ernährung hinaus praktizieren, in dem sie beispielsweise nicht rauchen, keinen Alkohol trinken und auf ausreichende Bewegung achten.

Die vegane Ernährung, die nur pflanzliche Lebensmittel berücksichtigt, kann aus ernährungswissenschaftlicher Sicht nicht als Dauerkost empfohlen werden, da es bei einigen Nährstoffen zu Problemen in der Versorgung kommen kann.


Was ist an der vegetarischen Ernährung besser?

Wenn Lebensmittel mit einer hohen Nährstoffdichte wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukte bevorzugt verzehrt werden, ist die Aufnahme von Stärke (komplexen Kohlenhydraten), Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen sowie den sekundären Pflanzenstoffen (Duft-, Farb- und Geschmacksstoffe) sehr hoch. Und alle diese Nährstoffe wirken vorbeugend vor den ernährungsabhängigen Erkrankungen. Durch den Verzicht auf Fleisch ist die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren, Cholesterin und Purinen geringer, was als günstig angesehen wird.


Was gilt es zu beachten?

Vitamin B12: Vitamin B12 ist das einzige Vitamin, dass ausschließlich in tierischen Lebensmitteln und milchsauer vergorenen Produkten wie Sauerkraut vorkommt. Weil es an der Blutbildung beteiligt und daher wichtig ist, ist es sinnvoll, täglich Milch oder Milchprodukte und wöchentlich 1-2 Eier zu verzehren (Glas mit 250 ml Milch, 40 g Käse, 1 Ei)

Eisen: Eisenreiche pflanzliche Lebensmittel sind: Spinat, Fenchel, Brokkoli, Linsen, Sojabohnen, Hirse, und Vollkornbrot. Während Vitamin-C-haltige Lebensmittel wie Fruchtsäfte, Paprika und Zitrusfrüchte die Eisenaufnahme erhöhen, sind schwarzer Tee und Kaffee zu diesen Mahlzeiten nicht die richtigen Getränke, weil sie die gute Aufnahme von Eisen verhindern.

Vitamin D: auch hier genügen 1-2 Eier pro Woche, wobei die Haut zur Bildung von Vitamin D Licht braucht

Jod: Jod ist wichtig für die Schilddrüsenfunktion und in Jodsalz enthaltenOmega-3-Fettsäuren: Pflanzliche Öle wie Raps-, Soja- ,Lein- und Walnussöl enthalten diese wichtigen Fettsäuren.