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Russische Föderation. Hauptstadt: Moskau. Fläche:
17'075'200 km2. Einwohner: 146 Mio.
Russland kann in folgende geographische Großregionen
untergliedert werden: in das europäische Russland, das der osteuropäischen oder
russischen Ebene entspricht und das gesamte Gebiet westlich des Uralgebirges
umfasst; das Uralgebirge markiert die Grenze zwischen Europa und Asien; die
Großregionen östlich des Uralgebirges bis zum Pazifik bilden zusammen genommen
Sibirien: Diese sind das Westsibirische Flachland vom Uralgebirge bis zum
Jenissej, das mittelsibirische Bergland zwischen Jenissej und Lena sowie
Baikalsee, die südsibirischen Gebirge wie Altai und Sajan, das Gebirgsland
Nordostsibiriens östlich der Lena und schließlich der russische Ferne Osten
nördlich und östlich von Amur und Ussuri. Zum Fernen Osten werden auch die
Halbinsel Kamtschatka und die Insel Sachalin gerechnet.
Mit seiner riesigen Fläche erstreckt sich Russland über mehrere Klimazonen, von
den südrussischen Steppenklimaten über die kühlgemäßigte und die
kaltgemäßigt-boreale Zone bis zu den subpolaren und polaren Klimaten des hohen
Nordens.
Selbst der Georgier Josef Stalin war Anfang der
zwanziger Jahre auf den Geschmack gekommen und hatte nach Lenins Tod die Weine
aus den Zarenpalästen zur Chefsache erklärt. Er versammelte sie in Massandra,
schloss sie in den Kellern weg und ließ den Weinanbau wieder hochfahren. Mit
seiner Verordnung das- sowjetische- Volk- soll- weniger- Wodka- und- mehr- Sekt-
trinken folgte der Diktator der Politik des ehemaligen US-Präsidenten Thomas
Jefferson (1743–1826). Auch Jefferson glaubte ernsthaft, dass man mit Wein die
Amerikaner abhalten könne, stärkere Alkoholika wie Whisky zu konsumieren.
Südlich des Kaukasus wurden schon vor 10.000 Jahren
Jahren Reben kultiviert und Weinbau betrieben. Das heute eigenständige Gebiet Transkaukasien gilt neben Mesopotamien als
eigentliche Wiege der Weinkultur. Als ältestes Gebiet des heutigen Russlands
nimmt man das
nordkaukasische Süd-Dagestan im Küstenstreifen des Kaspischen Meeres an. Anfang des
17. Jahrhunderts wurden in Astrachan im Mündungsgebiet der Wolga beim Kaspischen
Meer (an der Grenze zu Kasachstan) Weingärten angelegt, um
den Zarenhof mit Wein und Weintrauben zu beliefern. Während der Zarenherrschaft
war aber die Weinkultur unterentwickelt. Ausnahmen bildeten die Weingüter des
Grafen Woronzow und des Fürsten Lev Golizyn. Zweiterer erbaute dem Zaren
Nikolaus II. (1868-1918) sein berühmtes Weingut, das noch heute bestehende
Massandra (bei Jalta auf der Halbinsel Krim in der heutigen
Ukraine), sowie Abrau-Djurso am Schwarzen Meer und Weinberge in Georgien, die
auch heute noch Weinbauzentren darstellen. Zwischen Jalta und Nowij Swet hat
sich aber Massandra zum Hauptbetrieb entwickelt. Viele der dort hergestellten
Markenweine sind mit den Goldmedaillen internationaler Ausstellungen
ausgezeichnet. Massandra wurde zur bekanntesten Krimsektmarke. Die Keller des
Betriebes beherbergen eine wertvolle Weinkollektion (Enotheke),die aus über
einer Millionen. Flaschen auserlesener Weine verschiedenster Marken besteht - es
waren einmal fünf Millionen gewesen.
Die süßen Dessertweine zumeist aus
Muskateller-Sorten nach Art des Château d´Yquem, Portwein, Sherry und Madeira
von der Südküste der Krim waren bei der Aristokratie sehr begehrt. Als Erfinder
der berühmten Krim-Schaumweine gilt der erwähnte Fürst Lev Golizyn, der nach dem
Krimkrieg 1854 bis 1856 auf seinem Weingut Novy Svet (Neue Welt) erstmals
russischen Schaumwein nach dem Champagner-Verfahren herstellte und den Ruhm des
zumeist roten Krim-Sektes begründete.
Durch die beiden Weltkriege erlitt der russische Weinbau einen schweren
Rückschlag, doch nach dem Jahre 1945 wurden in ganz großem Stil neue Rebflächen
angelegt. Es war erklärtes Ziel der russischen Regierung, damit den ungeheuren
Wodka-Konsum einzuschränken und dadurch den Alkoholismus zu bekämpfen. Von den
damaligen 15 Staaten betrieben elf Weinbau, es wurden vorwiegend wurzelechte,
autochthone Rebsorten angebaut. Im Jahre 1985 betrug die Rebfläche in der
ehemaligen UdSSR noch rund 1,4 Millionen Hektar und es wurden über 20 Millionen
Hektoliter Wein produziert (im Jahre 2000 waren es nur mehr 700.000 ha und 9 Mio
hl). Vor der gravierenden politischen Veränderung im Jahre 1991 war die UdSSR
einer der größten Weinproduzenten der Welt und lag nach Frankreich und Italien
an dritter Stelle. Einen echten Rückschlag erlebte die Weinwirtschaft auf der
Krim, als Michail Gorbatschow im Zeichen der Perestroika die Produktion und den
Konsum von alkoholischen Getränken einschränken wollte. Seine Abstinentkampagne,
auch „Trockenes Gesetz“ genannt, senkte den Alkoholkonsum unwesentlich. Sie
entzog aber der Staatskasse beträchtliche Einnahmen. Unter Gorbatschow wurde
auch ein umfangreiches
Rebenrodungs-Programm gestartet. Obwohl Mitarbeiter der Weinbetriebe das
Schlimmste verhinderten, leidet der Weinanbau auf der Krim noch heute an den
Folgen der damaligen sowjetischen Politik. Die Weinfabriken auf der Krim mussten
wie vor hundert Jahren Trauben aus dem Ausland ankaufen und ihre Weingärten
wiederherstellen.
Im Jahre 2000 wurden von 70.000 Hektar Rebfläche knapp drei
Millionen Hektoliter Wein produziert. Rund 90% der Rebflächen liegen im
Nordkaukasus mit den fünf Regionen Dagestan, Krasnodar (am Schwarzen Meer),
Rostow, Stawropol und Tschetscheno-Inguschien. Es gibt eine Unzahl autochthoner
Rebsorten, zusätzlich der offiziell zugelassenen beträgt die Gesamtanzahl etwa
2.000.
 
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