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USA -
Weine und Weinregionen
Vereinigte Staaten von Amerika. Hauptstadt: Washington
D.C.. Fläche: 3'717'796 km2. Einwohner: 275 Mio.
USA - Klima und Land
Die Vereinigten Staaten von Amerika zeichnen sich
durch eine grosse landschaftliche Vielfalt aus. Die Atlantische Küstenebene, die
sich von der Hudson-Mündung in New York nach Süden verbreitert, ist im
Durchschnitt 300 km breit und wird im Westen von den Appalachen begrenzt, die
sich zwischen den Grossen Seen im Norden und Alabama im Süden erstrecken. Südlich
der Appalachen breitet sich die Atlantische Küstenebene bis zur Ebene des Golf
von Mexiko und bis nach Florida aus. Westlich der Appalachen wird
das Zentrale Tiefland südlich der Grossen Seen von den höher gelegenen Great Plains durch das Ozarkplateau getrennt, das die Staaten Missouri, Arkansas und
Oklahoma umfasst. Westlich der Great Plains schliessen sich die Kordilleren an,
die bis zu 1 500 km breit sind und sich in Nord-Süd-Richtung erstrecken.
Die USA weisen sämtliche
Klimazonen vom Wüstenklima bis zu arkti-schem Klima auf. Dementsprechend treten
unterschiedliche Nieder-schlagsmengen auf.
Leif Erikson - "Der
Glückliche" und der Wein in den USA
Am Freitag, dem 12. Oktober 1492, wurde um 2.00 Uhr
früh vom Schiff “Pinta” aus Land gesichtet. Es war die Bahamas-Insel Guanahani,
die Christoph Columbus (1451-1506) San Salvador nannte. Aber bereits 500 Jahre vor
Columbus hatte jemand anderer den amerikanischen Kontinent betreten, der isländische Wikinger Leif Eriksson
– später „Der Glückliche“ genannt. Er startete von Grönland aus nach
Süden, erreichte die amerikanische Küste und nannte das Gebiet „Vinland“. Der
amerikanische Historiker Frederick J. Pohl meint nach langen Recherchen in
seinem Buch „The lost discovery“ (Vergessene Entdeckung), dass es sich um die Bucht von Massachusetts an der Stelle der Stadt Boston
handelte. Nach der Grenlinga-Saga (Sage der
Grönländer) - fand dort Leif Eriksson sanfte Hügel, Wild, Lachse, wilden Weizen
und in den Wäldern viele Wildreben mit riesigen Beeren vor, die von den Bäumen hingen. Ein Mannschaftsmitglied liess einige Trauben
länger liegen, bis sie zu gären begannen und wurde betrunken vorgefunden. Ob der
Name Vinland "Weinland" bedeutet, ist nicht eindeutig gesichert. Leifs Schwager Thorfinn Karlsefni
versuchte dann, eine Siedlung zu gründen. Sein Vorhaben wurde aber durch heftigen Widerstand der
Eingeborenen verhindert.
Aus der Weingeschichte der USA
Wein wird in den USA seit der Ankunft europäischer
Siedler im 16. Jahrhundert erzeugt. Bereits 1562 wurden von französischen
Hugenotten in der Nähe von Jacksonville in
Florida Weingärten angelegt. Sie verwendeten dafür einen wilden Vorfahren der
heute noch angepflanzten weissen Sorte Scuppernong, den sie nach und nach
kultivierten und auch Wein daraus gewannen. Die Scuppernong erbringt eine süsse,
muskatähnliche Spezialität.
Aber nicht immer waren die Bemühungen der Siedler an
der Ostküste erfolgreich. Die Trauben der amerikanischen Wildreben waren zur
Weinerzeugung ungeeignet und frühe Versuche mit europäischen Rebsorten an der
Ostküste waren immer wieder von Rückschlägen begleitet. Insbesondere die
amerikanische Reben der Spezies "Vitis labrusca" wiesen einen starken Fox-Ton
auf. Die eingeführten europäischen Rebsorten gingen nach dem
Einpflanzen bald ein. Der amerikanische Boden war
förmlich durchtränkt von der Reblaus und zusätzlich machte der in Europa
unbekannte Mehltau, andere Krankheiten und extreme Klima-Bedingungen zu schaffen. Gegen diese Plagen waren viele der Amerikaner-Reben
resistent, aber die Europäer-Reben dem schutzlos ausgeliefert. Dass die Reblaus
die Ursache für die Misserfolge war, sollte allerdings erst zweihundert Jahre
später entdeckt werden.
An der Westküste hatte man zuerst mehr Glück.
Spanische Missionare brachten im 17. Jahrhundert "Vitis vinifera" nach Mexiko
und später nach Kalifornien. Im Jahre 1769 hatte hier der Franziskaner-Missionar
Pater Juniperro Serra bei
der Gründung der Mission “San Diego” den ersten Weinberg mit der europäischen
Rebsorte Mission angelegt - es war die erste erfolgreiche Vitis vinifera in
Amerika. Die Reblaus war damals an
der Westküste unbekannt und das Klima war für den Weinbau geeignet. Der süsse
Messwein war noch bis ins 19. Jahrhundert sehr beliebt.
US-Präsident Thomas Jefferson (1743–1826) war ein überzeugter
Förderer der Weinkultur. Er glaubte ernsthaft, dass man mit Wein die Amerikaner
abhalten könne, stärkere Alkoholika wie Whisky zu konsumieren. So liess er im
Jahr 1791 per Gesetz alle alkoholischen Getränke mit
einer Verbrauchssteuer belegen. Davon ausgenommen war nur in Amerika
hergestellter Wein. Er führte auch auf seinem Weingut Monticello in Virginia
jahrzehntelange Versuche mit europäischen und amerikanischen Reben durch. Auch
der frühere Präsident George Washington (1732-1799) unterstützte den Weinbau
grosszügig.
Ab Anfang des 19. Jahrhunderts züchtete man im
ganzen Land Hybriden oder probierte auch aus den vorhandenen amerikanischen
Sorten Wein zu erzeugen. Ephraim Wales Bull (1806-1895)
setzte im Jahre 1843 bei Concord im Bundesstaat Massachusetts Kerne einer
Wildrebe der Spezies Vitis labrusca, selektionierte eine rote Sorte aus rund
20'000 Sämlingen und benannte
sie nach dem Ort Concord.
Die Concord wird heute noch in grossem Umfang im Nordosten
der USA angebaut.
Es ist weitgehend unbekannt, dass der erste kommerziell geführte Weinberg der
USA im Jahr 1798 durch einen Schweizer errichtet wurde. Der
Schweizer
Winzer Jean Jacques Dufour (1763-1827) (die Amerikaner schreiben ihn oft
DuFour) gründete mit einigen Freunden in der Nähe von Lexington im
Jessamine-County Kentucky die "KVS Kentucky Vineyard Society", die heute noch
existiert. Der historische Ort ist heute als Weingut "Chrisman Mill Vineyards
and Winery" bekannt. Jean Jacques Dufour war einer der beiden wichtigsten
Weinbaupioniere der USA. Ein von ihm verfasstes
Weinlehrbuch wird heute noch verkauft.
Erfolgreich war auch der Landvermesser John Adlum
(1759-1836). Er baute im Jahre 1820
in Georgetown Ohio eine aus North Carolina stammende Rebsorte
in grösserem Umfang an. Adlum nannte sie zuerst Tokay und dann nach einem Fluss
in North Carolina Catawba. Rechtsanwalt Nicholas Longworth versuchte im Jahre 1823 am Ufer des Ohio River vorerst erfolglos,
europäische Rebstöcke anzupflanzen. Dann erhielt er im Jahre 1825 von John Adlum
Stecklinge der Catawba-Rebe und stellte damit den ersten amerikanischen
Schaumwein „Sparkling Catawba“ her. Glücklicherweise kommt der Fox-Ton in einem
Schaumwein nicht so stark zur Geltung. Der Ohio River wurde rasch als “Der Rhein Amerikas” bezeichnet.
Der "Sparkling Catawba" wurde berühmt, aber der amerikanische Bürgerkrieg (1861-1865),
Rebkrankheiten und Longworths Tod beendeten diese ersten Erfolge.
Das amerikanische Weinwunder in grossem Umfang begann aber erst in Kalifornien. Einen entscheidenden Anstoss zur Vormachtstellung in
Amerika gab der Österreich-Ungar Agoston Haraszthy (1812-1869) in den
1860er-Jahren, indem er zehntausende europäische Setzlinge importierte.
Die Prohibition und ihre Folgen
Doch im Jahre 1918 wurde die Verfassung durch ein
sogenanntes "Ammendment" - einen Zusatz - ergänzt. Alkoholische Getränke wurden
generell verboten. Erlaubt waren sie nur noch als Medizin und beim Abendmahl.
Durch die Prohibition (1920 bis 1933) gab es einen totalen Niedergang der
Weinkultur. Zahlreiche Betriebe gingen zugrunde, Rebflächen wurden gerodet
und erst nach einer Generation erholte sich der Weinbau in Amerika langsam wieder.
Einige gute Weine wurden nach dem Ende der Prohibition in den dreissiger Jahren
in Kalifornien erzeugt, doch grosse Nachfrage nach wirklich erstklassigen Weinen
setzte erst nach dem 2. Weltkrieg ein.
Der Weinbau der USA in neuerer Zeit
Ab dem
Jahre 1939 leitete der Weinbau-Pionier und Schriftsteller Philip Wagner
(1904-1996) von seinem Weingut Boordy Vineyards in Maryland aus eine neue
Richtung im amerikanischen Weinbau ein. Er importierte französische Hybriden und
Unterlagen (von Baco, Seibel und
Seyve-Villard), die sich dann in den Staaten der gesamten
USA-Ostküste verbreiteten. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der
amerikanische Weinbau vorwiegend von
Kalifornien. Von den insgesamt rund 2.500 Weinbaubetrieben der USA liegen
beinahe die Hälfte in Kalifornien. In Kalifornien
werden heute etwa 70% des Weines der USA produziert. Der Anbau europäischer
Rebsorten dehnte sich ebenfalls in den nordwestlichen Pazifik-Staaten Washington
(Schwerpunkte im Landesinneren um Walla Walla und den Tri Cities sowie am Meer
rund um Seattle mit dem Weingebiet Puget Sound am Fusse der Cascade Mountains), Oregon (vorwiegend um Portland und Salem
mit den Weinbaugebieten Willamette Valley, Umpqua- und Rogue River Valley, Oregon ist
klimatisch für den Anbau von Pinot noir sehr geeignet) und Idaho (Weingüter rund um Boise, Caldwell, Kuna, Nampa und Wilder) aus. In kleinerem Massstab gilt dies
auch für beinahe alle anderen Bundesstaaten. Aufstrebend sind z.B. Texas
(hauptsächlich bei den Hügeln um Austin und San Antonio mit Cabernet, Merlot,
Zinfandel, Chardonnay und Sauvignon blanc) und New Mexico (viele Betriebe in und
um Albuquerque).
Im Staat New York - er ist hinsichtlich der
Weinerzeugung Nummer drei, vielleicht inzwischen sogar Nummer zwei in den USA - werden um die Finger-Lakes und auf
Long Island grosse Mengen Wein und Schaumwein erzeugt. Meist aus Trauben von
amerikanischen Wildreben und Hybriden, die durch Kreuzung mit Vitis vinifera
entstanden. Mehr als 60 % der Reben sind Vitis Labrusca und daraus werden
vorwiegend Marmeladen und Gelees hergestellt. Neben den einheimischen Labrusca-Sorten verwendet man heute aber
auch hier zunehmend europäische Rebsorten: Chardonnay, Riesling, Gewürztraminer,
Pinot Noir, Merlot, Cabernet Sauvignon. Weitere Weingebiete im Staat New York
liegen im Hudson Valley.
Wein gilt in den
USA eher als Luxus- denn als Alltagsprodukt. Weine sind teurer als in Europa. Und als Nachwirkung der
Prohibition wird in vielen US-Staaten Wein als alkoholisches Getränk immer
noch als Droge betrachtet. Weinflaschen dürfen in der Regel nur verpackt
mitgenommen werden.
In vielen Bundesstaaten der USA werden auch grosse Mengen
Obstwein (aus Äpfeln, Beeren), Tafeltrauben, Traubensaft und Trauben-Gelee
produziert. Ein beachtlicher Teil des amerikanischen Weins geht als aufgespriteter Dessertwein in den Handel. Diesem dürfen Zucker, Wasser und
Alkohol zugesetzt werden.
Weine dürfen, wenn sie zu 51 % aus einer Sorte
bestehen, diesen Namen auf dem Etikett führen. Weine, die den Namen der AVA auf
dem Etikett tragen, müssen zumindest 85% aus Trauben des entsprechenden Gebietes
gekeltert werden.
Die AVA's
Im Jahre 1983 erklärte die Behörde BATF das Appellations-System
AVA (American Viticultural Area) für allgemein gültig. Es gibt 74 AVAs in
Kalifornien und rund 60 AVAs in den übrigen Staaten (Tendenz stark steigend).
Die zur Zeit flächenmässig grösste AVA ist "Ohio River Valley", gefolgt von "Texas
Hill Country". Diese beiden Area's sind jeweils grösser als mancher kleine
Bundesstaat der USA. An dritter Stelle steht "Puget Sound" im Staate Washington.
Wichtige AVA's ausserhalb Kaliforniens sind:
Washington State: Columbia Valley, Yakima Valley, Walla Walla Valley (gehört
teilweise zu Oregon)
Oregon: Willamette Valley, Umpqua Valley
New York: The Finger Lakes, Lake Erie (gehört teilweise zu Ohio und
Pennsylvania), Hudson River, Long Island
Ohio: Ohio River (gehört teilweise zu IN,KY,OH,WV), Isle St. George, Lake Erie
Michigan: Fennville
Virginia: Monticello, Shenandoah Valley
Texas: Texas Hill Country, Bell Mountain
"Einheimische" Amerikanische Rebsorten
Chancellor
Die französisch-amerikanische Hybrid-Sorte Chancellor dient im Osten der USA der
Produktion von hochwertigen Rot- und Roséweinen mit würzigem Aroma.
Zinfandel
Zinfandel ist die Traube Kaliforniens - auch wenn sie eine nahe Verwandte der
Primitivo-Traube in Italien ist.
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Zu den wichtigsten historischen
Rebsorten Amerikas zählen Carlos, Catawba,
Clinton, Concord,
Delaware, Elvira, Isabella,
Noah, Niagara, Norton, Scuppernong,
Steuben und Taylor, sowie die als
erste in Amerika kultivierte europäische Vitis-vinifera-Rebe
Mission. Einige davon sind
native, also nicht durch Kreuzung entstanden.
75% aller Trauben im Osten der USA sollen von der Concord abstammen bzw. war
diese zumindest als Elternteil beteiligt - zum Beispiel bei den Rebsorten
Conquistador, Cottage, Diamond, Dutchess, Ester, Jumbo, Lexington, Niagara,
Oberon und Victoria.
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