Traubig,
weich, wenig Gerbstoff.
Der Blaue Portugieser soll einst durch einen Weinhändler von Porto bis
nach Niederösterreich, genauer gesagt Bad Vöslau, gekommen sein. Auch
heute wird diese Rebsorte vor allem in der österreichischen Thermenregion,
aber auch im Weinviertel angebaut, wo sie in guten Weinjahren sehr sanfte
und ausgewogene Rotweine von angenehmem Veilchenduft und harmonischem
Charakter ergibt. Das zarte Bouquet erinnert auch an Heublumen oder
Kaffee, der Geschmack ist fruchtig. In guten Jahren können dichte,
extraktreiche Weine mit pfeffriger Frucht erzeugt werden, die
alterungsfähig sind. Da sich diese Rebsorte generell sehr rasch
entwickelt, sollte sie vorwiegend in ihrer Jugend getrunken werden.
Von
Österreich aus verbreitete sich die Rebe nach Ungarn, Böhmen, Kroatien und
Slowenien und kam durch den deutschen Weinbau-Pionier Johann Philipp
Bronner (1792-1864) anno 1840 auch nach Deutschland. Dort ist sie nach
Spätburgunder und Dornfelder mit über 5.000 Hektar die dritthäufigste
Rotweinrebe. Vor allem ist sie in den Anbaugebieten Pfalz und Rheinhessen
verbreitet. Ein Großteil wird da zu Portugieser Weißherbst verarbeitet.
Kleinere
Bestände gibt es auch in Frankreich. Seltene Spielarten sind Grauer
Portugieser (in Niederösterreich in Restbeständen vorhanden) und Weißer
(auch Grüner oder Grüngelber) Portugieser. Die Sorte Roter Portugieser
(auch Königstraube) und die Tafeltraube Geißdutte (ebenfalls als Weißer
Portugieser bezeichnet) sind aber nicht verwandt.
Die
wahrscheinlich sehr alte, rote Rebsorte hat zahlreiche Synonyme:
Autrichien, Badener, Blaue Feslauertraube, Feslauer, Kékoporto (Ungarn),
Modra Porotugalka (Slowenien), Oporto, Portugais Bleu (Frankreich),
Portugieser und Vöslauer. In einigen Quellen wird bestritten (zum Beispiel
bei Jancis Robinson), dass der Ursprung in Portugal liegt.