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Madiran -
Die AC Madiran mit rund 1.400 Hektar Rebfläche zählt zu den ältesten
Weinbaugebieten Frankreichs und den besten der Weinbau-Region
Südwest-Frankreich. Der bereits im Jahre 1948 als AC klassifizierte Bereich
wurde früher nach dem gleichnamigen Ort Vic-Bilh genannt.
Lange Zeit galt der hier gekelterte Rotwein als
Wein der Pilger, die ab dem 11. Jahrhundert auf dem berühmten Pilgerweg "Camino
de Santiago" (Weg des Santiago = Apostel Jakob) Richtung Spanien nach
Santiago de Compostela zogen.
Die hauptsächlich angebaute Rebsorte ist die rote
Tannat. Sie soll von Mönchen aus Bordeaux mitgebracht worden sein. Sie
liefert einen tiefdunklen, tanninreichen, lagerfähigen Wein mit
Himbeer-Bouquet. Um 1970 begrenzte die INAO den Tannat-Anteil auf 40 bis 60%
zugunsten der Sorten Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc (hier Bouchy
genannt) und Fer Servadou (hier Pinenc genannt), um den ausgeprägt
adstringierenden Geschmack zu mildern.
Aber die Winzer kämpften unter der Führung des
Alain Brumont dagegen. Dieser bestockte auf seinem inzwischen berühmt
gewordenen Château Montus vier Fünftel mit Tannat und experimentierte mit
niedrigen Erträgen, langer Maische-Gärung, häufigem Abstechen und langem
Fassausbau. Im Jahre 1985 brachte er mit grossem Erfolg den ersten
sortenreinen Tannat-Rotwein mit Bordeaux-Format als Prestige Cuvée seines
Weingutes heraus.
Viele Weinbauern sind seinem Beispiel gefolgt und
entwickelten neue Methoden. So zum Beispiel der hier erfundenen
Mikrooxidation, einem Verfahren (auch Hyperoxidation oder micro-oxygénation)
bei der Rotweinerzeugung, bei dem schon vor dem biologischen Säureabbau
mikroskopisch fein verteilter Sauerstoff zugeführt wird.
Innerhalb von Madiran liegt die kleine AC
Pacherenc du Vic-Bilh, wo ein sehr aromatischer Wein aus den lokalen Sorten
Ruffiat (Arrufiac), Petit Courbu und Gros Manseng sowie Sauvignon Blanc und
Sémillon produziert wird.
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