Aromatisieren
des Weins
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Auch heute noch werden alkoholische Getränke aromatisiert bzw. geschmacksverbessert (z.B. Marsala und Wermut). Jedoch darf sich dann dieses Produkt nicht „Wein“ nennen. Man könnte auch den Barrique-Ausbau als Aromatisieren verstehen, weil dadurch zusätzliche Geschmacks-Stoffe (z.B. Vanillin und Tannin) in den Wein gelangen. Weingesetzlich gibt es aber diesbezüglich keine Deklarations-Pflicht bzw. Einschränkung. Der Zusatz von verschiedenen Stoffen zum Wein, um ihn zu verbessern, wurde und wird seit Jahrtausenden angewendet. In alten Texten aus Mesopotamien gibt es Rezepte für den Zusatz von Honig, Gewürzen, Myrrhe und auch Drogen. Bei den Griechen wurde Harz - wie es heute noch beim berühmten Retsina üblich ist - aber auch verschiedene Gewürze zugesetzt. Bei den Römern waren Honig und Süssholz sehr beliebt, aber auch Blei (in der Form von Bleiweiss oder Bleiglätte) wurde verwendet, um die Säure zu vermindern und den Wein zu versüssen. Bleizusatz war auch in Europa noch weit
bis in das 18. Jahrhundert üblich und entsprechend gefährlich. Im Jahre 1706
starben in Stuttgart einige Kunden des Küfers Hans Jakob Erni an Bleivergiftung. "Also ist ihm zu wohlverdienter
Straffe in allhiesiger Residenzstadt der Kopf abgeschlagen worden." In anderen
Fällen begnügte man sich damit, dass solche Übeltäter größere Mengen des eigenen
Weins trinken mussten. Der berühmte Arzt und Gelehrte Arnaldus de Villanova
(gest. 1311) beschrieb um 1300 erstmals den Einsatz von Zucker "zur Beraytung
des Weins", was dann durch Jahrhunderte üblich war. Noch im deutschen
Weinbauführer des Jahres 1807 steht: "Die Erfahrung lehrt, dass wir durch den
gehörigen Zusatz des Zuckers aus jedem Traubensafte einen vortrefflichen Wein
erhalten, der mit den besten Arten eine Vergleichung aushält."
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